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Hannover Lohengrin-Wirtin findet nach Brand Ausweichquartier
Nachrichten Hannover Lohengrin-Wirtin findet nach Brand Ausweichquartier
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11:00 26.01.2019
Christina Tiemeier vom Café Lohengrin findet Ausweichquartiere für ihren Laden – aktuell gibt es ein kleines Café im Kaufhaus König. Quelle: Foto: Katrin Kutter
Oststadt

Das kleine Lokal war eigentlich für den Jahreswechsel schon ziemlich ausgebucht. Runde Geburtstage, Gruppentreffen, Frauenstammtische. Von einem Tag auf den anderen konnte Christina Tiemeier aber alle ihre Gäste nicht wie geplant im Café Lohengrin an der Sedanstraße bedienen. „Am 28. Dezember hat ein Schwelbrand mein Café zum Teil zerstört und vor allem erstmal unbenutzbar gemacht“, sagt Tiemeier, seit 22 Jahren Chefin des Traditionslokals.

Eigen- und Fremdverschulden wurden ausgeschlossen, der gemütliche Gastraum ist von Ruß bedeckt, Teile des Mobiliars müssen ausgetauscht, die Räume komplett saniert werden. „Gäste kann ich hier frühestens Anfang April wieder empfangen“, fürchtet die 55-Jährige. Dass sie ihren Stammgästen und Gelegenheitsbesuchern trotzdem bis dahin nicht absagen muss, hat sie Hilmar Zobel von der Weinmeile an der Lister Meile sowie Wolfgang Grieger vom Kaufhaus König zu verdanken. „Den runden Geburtstag haben wir spontan im Weinladen ausrichten dürfen“, sagt Tiemeier. Und auch die bereits für das Frühjahr geplanten Veranstaltungen mit Musik, Kunst, Theater und Lesungen sowie regelmäßige Open-Stage-Events unter dem Titel „Acoustic Session" bekommen zwischen edlen Tropfen gewissermaßen Asyl. „Das ist Nachbarschaftshilfe und für uns selbstverständlich“, betont Zobel, der seit Jahrzehnten das Wedevini am Wedekindplatz führt und erst kürzlich das zweite Standbein an der Lister Meile eröffnet hat.

Christina Thiemann in den Räumen des abgebrannten Cafés Lohengrin. Quelle: Katrin Kutter

Zum Frühstücken, Mittagstisch und Kuchenbüfett dürfen die Gäste seit dem Wochenende ins Kaufhaus König im Hinterhof gleich gegenüber kommen. Wolfgang Grieger hat für die Lohengrin-Wirtin einen gemütlichen kleinen Raum geräumt, der sonst bei Veranstaltungen für die Pausen genutzt wird. Hier hat Tiemeier mit viel Liebe zum Detail eine ganz eigene Kaffeehaus-Atmosphäre geschaffen. Untätig herumzusitzen während der Lohengrin-Sanierung kommt für die lebhafte Frau ohnehin nicht infrage.

Stühle größtenteils verbrannt

Vor 35 Jahren hat das Café an der Sedanstraße seine Pforten geöffnet, neben 45 Innenplätzen können 30 weitere Gäste auf der kleinen Terrasse Platz nehmen. „Eigentlich bin ich gelernte Reisekauffrau“, erzählt Tiemeier. Aber das Lohengrin habe sie schon als junge Frau kennengelernt, weil ihr Vater als Bäckermeister den Wirt damals mit frischen Backwaren belieferte. Als sie einmal wieder mit ausgeliefert hatte und kurz auf die Toilette musste, sei ihr auf einmal klar gewesen: „Das hier ist es, das ist mein Laden.“ Ein bisschen Kaffeehaus, ein paar Säulen, ein bisschen Retro, ein bisschen verspielt – von allem etwas aber nicht zu viel. Außerdem habe es damals auf der Lister Meile nur vier Gastronomiebetriebe gegeben. „Heute sind es rund 50, wenn man alle Bäcker mit Kaffeeausschank mitzählt.“

Dass sich ihr Café so gut gehalten hat, führt Christina Tiemeier nicht nur auf die treuen Stammgäste zurück. „Wir bieten ja auch jede Menge Veranstaltungen, außerdem lieben die Leute gerade Vintage und Retro, das kommt uns entgegen.“ Die Stühle mit der geliebten Patina haben den Brandschaden nicht alle überlebt – sie werden zum Teil liebevoll aufgepolstert. Die Marmortische werden die Kunden wiedererkennen, auch die Wände und Säulen. „Der alte Charme soll ja erhalten bleiben“, so Tiemeier. Bis dahin tun es auch der Charme der Chefin und der der schönen Gasträume im Kaufhaus König.

Von Susanna Bauch

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