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Hannover Bezirksrat fordert temporäre Sperrung für die westliche Südstadt
Nachrichten Hannover Bezirksrat fordert temporäre Sperrung für die westliche Südstadt
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10:00 29.06.2019
Nord- und Westufer sind bereits zeitweise beim Maschseefest abgesperrt. Aber nicht immer kontrolliert die Polizei. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Südstadt

Der Bezirksrat Südstadt-Bult hat sich erneut einstimmig für eine temporäre Sperrung der westlichen Südstadt ausgesprochen. Insbesondere zu den Stoßzeiten am Freitag- und Sonnabendabend sollte der Bereich nur für Anwohner freigegeben werden, fordern die Bezirksratsmitglieder aller Fraktionen.

Nach der ablehnenden Haltung der Verwaltung für eine solche Sperrung schon beim diesjährigen Maschseefest (31. Juli bis 18. August), setzen die Politiker aus der Südstadt und der Bult ihre Hoffnung auf den Rat. Denn aus fast allen Ratsfraktionen gibt es inzwischen gewichtige Stimmen, die sich für eine zeitweise Sperrung einsetzen. So fordert der stellvertretende SPD-Ratsfraktionsvorsitzende Lars Kehlich sogar eine weiträumige Absperrung des Bereichs am Maschsee für Festbesucher, Autofahrer sollten auf die Parkhäuser in der City umgeleitet und dann mit Bussen zum Maschsee gebracht werden.

Der Antrag von SPD und Grünen, der in der jüngsten Sitzung des Bezirksrats verabschiedet wurde, begründet das temporäre Fahrverbot mit der hohen Verkehrsbelastung der westlichen Südstadt während des Mascheefestes. Vor allem an den Tagen mit starkem Besucherandrang kurvt ein Auto nach dem anderen durch die Wohnstraßen in Maschseenähe, auf der Suche nach einem kostenlosen Parkplatz. Die Festbesucher schrecken auch nicht davor zurück, Gehwege und Garageneinfahrten zuzuparken.

Die Stadt lehnt Sperrungen für dieses Jahr ab. Stattdessen sieht das Verkehrskonzept vor, die Autofahrer zum Schützenplatz zu leiten, damit sie dort ihre Autos abstellen. Allerdings war die gebührenpflichtige Parkmöglichkeit von den Autofahrern nicht gut angenommen worden.

Falls es in diesem Jahr nicht zu einer temporären Sperrung der westlichen Südstadt kommt, sollte es zumindest eine offizielle Verkehrszählung während des Maschseefestes geben. „Dann hätten wir endlich Zahlen in der Hand“, sagt Bezirksbürgermeister Lothar Pollähne.

Der städtische Eventmanager Ralf Sonnenberg hatte im Mai im Bezirksrat berichtet, dass die Stadt im vergangenen Jahr an einem Maschseefestsonnabend die Autos in dem Bereich gezählt hatte. Demnach seien zwischen 19 und 23 Uhr 1200 Autos in die westliche Südstadt gefahren, das entspricht fünf Autos pro Minute. Den stärksten Andrang habe es zwischen 20 und 21 Uhr gegeben, dann seien 480 Autos gekommen, acht pro Minute. Es habe sich aber um keine offizielle Zählung gehandelt, hatte Sonnenberg betont.

Kommentar: Dauerregen ist keine Lösung

Alle Jahre wieder befürchten Bewohner der westlichen Südstadt, dass der Parkplatzsuchverkehr während des Maschseefests schlimmer wird, als im Jahr zuvor. Mit all den Folgen, wie zugeparkten Gehwegen, Lärm und Gestank. Alle Jahre wieder verbessert die Stadt ihre Verkehrspläne ein bisschen. Alle Jahre wieder wird es während des Maschseefestes dann mindestens so schlimm, wie erwartet. Alle Jahre wieder wird dann im Bezirksrat geredet. Und alle Jahre wieder gibt es von der Stadt ein paar Vorschläge, die ein bisschen, aber nicht wirklich viel verändern.

Warum beschäftigt sich bei der Stadt niemand mit dem CDU-Vorschlag, das Parken auf dem Schützenplatz kostenlos zu machen und von dort einen kostenlosen Shuttleservice entlang der Festmeile einzurichten, bei dem die Busse keinen Fahrplan brauchen, weil sie so oft fahren? Warum sperrt man den betroffenen Bereich nicht einfach für parkplatzssuchende, ortsfremde Autos ab? Warum hat niemand den Mut, so etwas durchzusetzen?

Plastikgeschirr ist aus ökologischen Gründen beim Maschseefest verboten. Gleichzeitig wird weiterhin toleriert, dass tausende Autofahrer versuchen, möglichst direkt am Cocktailstand zu parken.

Traurig, aber wahr: Mittlerweile ist es bereits so, dass der eine oder andere Südstädter für die Zeit des Maschseefests auf zweieinhalb Wochen Dauerregen hofft. Das kann aber nicht die Lösung für das Verkehrsproblem sein.

Von Mathias Klein

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