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Hannover Burgweg: Klimaschutzaktivisten beziehen ehemalige Roma-Unterkunft
Nachrichten Hannover Burgweg: Klimaschutzaktivisten beziehen ehemalige Roma-Unterkunft
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13:51 07.09.2019
Richten das Klimaschutzzentrum ein: Thomas Köhler von Transition Town und Dorothea Kurtz vom Ernährungsrat. Quelle: Samantha Franson
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Hannover

Ein Zentrum für Klimaschutzinitiativen richtet der Verein Transition Town in der ehemaligen Paul-Dohrmann-Schule in Burg ein. Bis April dieses Jahres nutzte die Stadt die ehemalige Förderschule als Unterkunft für Roma-Familien. Seit der Umquartierung der Familien in andere Obdachlosenunterkünfte wie die an der Podbielskistraße stehen die Gebäude am Burgweg 5 leer.

Transition Town hat mit der Stadt Hannover nun einen Zwischennutzungsvertrag abgeschlossen und darf die Gebäude ein knappes Jahr lang mietfrei nutzen. Vorstandsmitglied Thomas Köhler stellte die Pläne des Vereins am Mittwoch im Bezirksrat Herrenhausen-Stöcken vor. Die vier Trakte der ehemaligen Schule sind thematisch unterteilt: Neben dem Klimaschutztrakt mit Gruppen wie Fridays for Future, Students for Future und Extinction Rebellion gibt es auch einen Bereich für Werkstattarbeit und Erwachsenenbildung, einen für Kunst und Kultur und einen Bereich, in dem ein Permakulturzentrum entstehen soll. „In der ehemaligen Sporthalle lagern die Organisatoren der Festivals Snntg und Unterholz ihr Material“, sagt Köhler.

Die vier Trakte der ehemaligen Schule sind thematisch unterteilt: Neben dem Klimaschutztrakt mit Gruppen wie Fridays for Future, Students for Future und Extinction Rebellion. Quelle: Samantha Franson

Vertrag bis Juni 2020

Seit Mitte August bringen die Mitglieder von Transition Town die heruntergekommene, aber unter Denkmalschutz stehende Schule wieder auf Vordermann. Immer mehr Gruppen interessieren sich für die Räume. „Das geht schnell. Wir machen nur die Tür auf, und schon kommen die Leute“, sagt Köhler zufrieden. Schnell gehen muss es aber auch, damit es sich lohnt: Der Vertrag zwischen Transition Town und der Stadt gilt nur bis zum 30. Juni 2020. „Was danach ist, ist noch völlig unklar“, sagt Köhler.

Der Verein Transition Town darf die ehemalige Romaunterkunft am Burgweg in Hannover bis Juni nutzen. In der früheren Förderschule entsteht nun ein Zentrum für Fridays-for-Future-Aktivisten und andere Klimaschutzinitiativen.

Auch der Verein Burg & Weg möchte die Räume nutzen, etwa für Betreuungs- und Sprachförderungsangebote für die Romakinder, die dort bis vor wenigen Monaten lebten. Schon jetzt besuchen die Ehrenamtlichen die Unterkunft an der Podbielskistraße einmal die Woche und machen Ausflüge mit den Kindern. „Die haben ja alle keinen Kindergartenplatz bekommen“, sagt Eva Grünreich von Burg & Weg.

Seit der Umquartierung der Familien in andere Obdachlosenunterkünfte wie die an der Podbielskistraße stehen die Gebäude am Burgweg 5 leer. Quelle: Samantha Franson

Streit um Mitnutzungsrecht

Doch zwischen Transition Town und Burg & Weg herrscht Uneinigkeit. Grünreich fühlt sich übergangen. Von einer Eröffnungsfeier, die vor drei Wochen stattfand, habe sie erst im Nachhinein über Facebook erfahren. Rechtlich ist Grünreich auf der sicheren Seite. Denn der Zwischennutzungsvertrag räumt Burg & Weg ein Mitnutzungsrecht ein, „sofern entsprechendes Interesse seitens Burg & Weg bekundet wird“. Das geht aus einem Schreiben der Stadt hervor, das der HAZ vorliegt.

Köhler bestreitet zwar dieses Mitnutzungsrecht, sagt aber auch: „Wir sind ein offenes Haus mit vielen Initiativen. Wir wollen, dass es bunt wird.“ Platz genug gebe es auch noch. Köhler lädt Burg & Weg zu den offenen Treffen ein, die immer sonntags um 17 Uhr stattfinden. Die Stadt Hannover hat als Eigentümerin der Immobilie außerdem angeboten, zwischen beiden Vereinen zu vermitteln.

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