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Hannover Eltern sammeln 5500 Unterschriften für bessere Inklusion in den Grundschulen
Nachrichten Hannover Eltern sammeln 5500 Unterschriften für bessere Inklusion in den Grundschulen
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17:00 24.09.2019
Regelschulen brauchen mehr Unterstützung für die Inklusion, fordern die Elternvertreter Peter Meyer und Angela Payer von der Gebrüder-Körting-Schule. Quelle: Katrin Kutter
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Hannover

Elternräte von mehr als 25 Schulen, vor allem Grundschulen, haben am Dienstag im Petitionsausschuss des Landtages verdeutlicht, warum der gemeinsame Unterricht von Kindern mit und ohne Handicap aus ihrer Sicht zu scheitern droht. Inklusion, wie sie derzeit in Niedersachsen umgesetzt werde, sei eine „Mogelpackung“, sagt Angela Payer vom Schulelternrat der Gebrüder-Körting-Schule. Unzureichende Mittel würden im Gießkannenprinzip auf alle Schulen verteilt. In ihrer Petition, die von 5520 Unterstützern unterschrieben wurde, fordert die Elternvertreterin, den sonderpädagogischen Grundbedarf von zwei auf fünf Wochenstunden zu erhöhen und Brennpunktschulen noch einmal besonders zu unterstützen.

„Multiprofessionelle Teams in den Klassen nötig“

Wo es nötig sei, sollten in den Klassen auch multiprofessionelle Teams eingesetzt werden, sagt Peter Meyer vom Schulelternrat der Gebrüder-Körting-Schule: „Damit meinen wir aber, dass die Teams dauerhaft in der Klasse sind und es nicht nur einen Sonderpädagogen gibt, der für die ganze Schule zuständig ist.“ Wenn es nicht genügend Förderschullehrer gebe, müssten die Schulen mit dem Geld andere Fachkräfte einstellen können wie Erzieher, Heilpädagogen oder Ergotherapeuten.

„Politiker sollten mal in Schulen hospitieren“

Payer sagt, gerade angehende Grundschullehrer müsste mehr in puncto Inklusion geschult werden. Die Aussage des Landes, dass Inklusion in der Lehrerausbildung schon seit Jahren ein Thema sei, überzeugt sie nicht: „Die Hauptlast liegt bei den Grundschulpädagogen, die Regelschulen werden alleingelassen.“ Auch Gela Bunte, Vorsitzende des Schulelternrates der Grundschule Beuthener Straße in Mittelfeld, berichtet von Lehrern, die zunehmend am Limit seien. Nicht nur die Inklusionskinder, sondern auch Hochbegabte müssten in den Klassenverband integriert werden: „Die Leistungsschere klafft total weit auseinander.“ Überhaupt gingen die Realität an den Schulen und das, was das Land in der Theorie alles für die Inklusion getan habe, sehr auseinander: „Die Politiker sollten einfach mal in den Schulen hospitieren.“

Zwei Kräfte in der Klasse sollten Regel sein

Andrea Krause arbeitet als pädagogische Mitarbeiterin an einer Grundschule: „Schule ist seit 40 Jahren Mangelverwaltung“, sagt sie. „Die zweite Kraft in der Klasse muss endlich die Regel werden.“ In einer Grundschulklasse gebe es nicht nur ein verhaltensauffälliges Kind, sondern meist gleich drei Kinder. Ein Lehrer allein sei damit heillos überfordert. Es könne auch nicht sein, dass man den Kindern anderthalb Jahre Zeit gebe, sich an das Schulleben zu gewöhnen, ehe man ein Fördergutachten anschiebe, meint Elternvertreterin Payer. „Das sind für das Kind, aber auch für alle anderen Mitschüler in der Klasse anderthalb verlorene Jahre.“

Ob die Grundschuleltern mit ihren Forderungen Gehör finden, ist noch unklar. Der Petitionsausschuss will sich beraten und dann seine Empfehlung an den Landtag geben.

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