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Hannover Philosophie mit Prof. Philipp Hübl im Wohnzimmer
Nachrichten Hannover Philosophie mit Prof. Philipp Hübl im Wohnzimmer
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08:03 06.02.2017
Kluge Köpfe: Gastgeberin Petra Pilger (Mi.) mit Desirée Behrendt vom Salonfestival und Prof. Philipp Hübl. Quelle: Jan Philipp Eberstein
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Hannover

Die Salons werden langsam eine Institution. Gedacht „für Freunde und Fremde“, wie es Organisatorin Ulrike Groffy ausdrückt, bieten sie Musik oder Vorträge im eher persönlichen Rahmen. Enthusiasten wie Petra Pilger öffnen dafür ihre Häuser. In den vergangenen drei Jahren seien bei 350 Veranstaltungen in 14 Städten rund 15.000 Gäste gekommen, berichtet Désirée Behrendt vom Salon-Team.

Der Vortrag von Hübl war der hannoversche Auftakt für das Jahr 2017 und für die neue Reihe „Kluge Köpfe“. Den klugen Kopf stellte er selbst dafür zur Verfügung, in Hannover aufgewachsen (sein Vater ist der ehemalige TU-Rektor Lothar Hübl), jetzt Juniorprofessor in Stuttgart. Das Thema war (auch) durch den Fernsehfilm „Terror“ virulent geworden: Handelt das Militär richtig, wenn es ein Flugzeug mit Passagieren abschießt, das ein Terrorist auf ein voll besetztes Stadion zusteuert?

Hübl erläuterte, dass das Sujet des Films schlecht gewählt sei: Die Passagiere sterben in jedem Fall, beim Abschuss oder beim Aufprall. Im Grunde sei das Thema eine Variation des berühmten philosophischen „Weichenstellerfalls“: Eine Bahn rast auf fünf Gleisarbeiter zu, man kann sie durch Umstellen einer Weiche auf andere Schienen lenken, dort aber steht auch eine Person. Fünf Leben gegen eines. Darf man die Weiche stellen? Soll man? Muss man? Der Philosoph Immanuel Kant hätte Nein gesagt, wie Hübl erläuterte. Er wollte, dass man dem „richtigen Willen“ folgt - und man darf nicht töten. Kants Kollege John Stuart Mill hätte Ja gesagt. Mill meinte, der Nutzen stehe im Vordergrund. Viele Menschen stimmen Mill zu - solange sie dafür niemanden eigenhändig töten müssen.

Entscheidung aus dem Bauch

Denn: Aus Erkenntnissen des Neurologen Joshua Greene und des Moralpsychologen Jonathan Haidt ergibt sich, wie Hübl vortrug, dass nicht bloß die nüchterne Überlegung bei solchen Entscheidungen eine Rolle spielt. Im Zweifel folgen wir in moralischen Fragen oft Erziehung und Prägung. Heißt: Wir entscheiden aus dem Bauch heraus. Und da ist es ein großer Unterschied, ob man etwas geschehen lässt oder aktiv befördert, und ob man einen Menschen persönlich attackiert. Früher, sagte der Professor, seien Gefühle in der Philosophie eher verpönt gewesen. Aber inzwischen wisse man, dass Emotionen berücksichtigt werden müssten. Wenn man das beachte, „dann gewinnt am Ende die Vernunft“, sagte Hübl.

Und die Gleisarbeiter? Muss jeder für sich entscheiden.

Hier geht’s zum Salon: Alle Infos über hannoversche Konzerte und Vorträge im Salon (und auch gleich die Karten dafür) gibt es unter www.salonfestival.de. Nächster Abend in der Reihe „Kluge Köpfe“: Der Publizist Wilfried Buchta spricht am Sonntag, 12. Februar, über die Krise des Islam.

von Bert Strebe

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