Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Hannover Kriminalstatistik für die östlichen Stadtteile
Nachrichten Hannover Kriminalstatistik für die östlichen Stadtteile
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 19.11.2018
Hannover. Polizeikontrollen in der Innenstadt. In der Nacht von Sonnanbend auf Sonntag führte die Polizeiinspektion Mitte einen Gewaltpräventionseinsatz in der City durch. Abzeichen, Aufnäher, Logo der Polizei Niedersachsen Quelle: Uwe Dillenberg
Anzeige
Hannover

Die Festnahme zweier mutmaßlicher Drogendealer in der List im Juni 2016, die 7000 Euro in bar, 90 Gramm Marihuana und etwas Kokain bei sich hatten, der brutale Überfall auf einen 21-Jährigen in der Stadtbahnlinie 9 in Bothfeld Ende Dezember 2017. Diese und viele andere Straftaten haben das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger in den östlichen Stadtteilen Hannover mit beeinflusst. Jetzt hat die Polizeidirektion erstmals eine Kriminalstatistik für jeden der 51 Stadtteile vorgelegt und eine Diskussion über die Sicherheit in den Vierteln ausgelöst.

Henning Hofmann, Bezirksbürgermeister in Buchholz-Kleefeld, hat bereits die ersten Ideen entwickelt, wie er mit dem Zahlenmaterial umgehen will. „Wir planen Quartiersrundgänge und werden auch uns auch im Präventionsrat mit den Daten befassen“, sagt der SPD-Politiker. Aus seiner Arbeit vor Ort weiß Hofmann, wie sehr auch nur ein versuchter Einbruch die Stimmung der Menschen im Viertel beeinflussen kann. „Das beschäftigt die Leute sehr, sie sprechen mich regelmäßig darauf an“, sagt er. Der Bezirk Buchholz-Kleefeld leidet, das belegen die Zahlen der Polizei, unter Wohnungseinbrüchen und Fahrraddiebstählen. „In vielen Fällen kann man mit Bordmitteln bereits viel bewegen, in dem man zum Beispiel dunkle Ecken erleuchtet, damit Täter dort keinen Schutz finden können“, sagt Hofmann.

In der List ist hat eine Reihe von Kelleraufbrüchen im Jahr 2017 für Unruhe gesorgt, auch wenn die Täter in vielen Fällen ohne Beute abgezogen waren. Die Zahl der Rauschgiftdelikte ist 2017 im Vergleich zum Vorjahr deutlich von 287 auf 354 Taten angestiegen. Auch die Zahl der Autodiebstähle beschäftigte die Anwohner, weil sie von 26 Taten im Jahr 2014 auf 47 Vorfälle ein Jahr später angestiegen war. Inzwischen konnte ein weiterer Anstieg gestoppt werden.

Im Stadtbezirk Bothfeld-Vahrenheide wurden durchschnittlich pro Jahr 4260 Straftaten zur Anzeige gebracht – die meisten von ihnen im Stadtteil Bothfeld, die wenigsten in Isernhagen-Süd. Bemerkenswert ist die Zahl der Raubüberfälle. Im gesamten Stadtbezirk wurden 2017 lediglich sechs dieser Verbrechen angezeigt. Für Harry Grunenberg (SPD), den Bezirksbürgermeister von Bothfeld-Vahrenheide, hatte die neue Statistik sogar eine Überraschung parat. „Dass die Zahl der Straftaten im Stadtteil Bothfeld doch so hoch ist, hätte ich nicht gedacht“, sagt er. Man müsse die Ergebnisse allerdings ins Verhältnis zu der Einwohnerzahl setzen. Grunenberg kündigte an, aus die Statistik in den Gremien seines Bezirks präsentieren zu wollen. „Dann erkennt man hoffentlich, dass es einen Unterschied gibt zwischen der gefühlten Sicherheitslage und der Wirklichkeit“, sagt er.

Kommentar: Gefühlte und reale Sicherheit

Die gute Botschaft zuerst: Hannovers Stadtteile sind sicherer, als mancher denkt. Gewaltkriminalität konzentriert sich auf die Innenstadt. 2074 Taten im Bereich Körperverletzung weist die aktuelle Kriminalstatistik durchschnittlich pro Jahr in Mitte aus – gerechnet auf die Jahre 2013 bis 2017. Im Sahlkamp sind es 135, in Davenstedt 59, in Waldheim nur 5.

Eine Bürgerbefragung, die die Stadtverwaltung jüngst zum Thema Sicherheit und Ordnung durchgeführt hat, scheint diese Zahlen zu bestätigen: 85 Prozent der befragten Hannoveraner fühlen sich in ihrem Stadtteil sicher. Am unsichersten fühlen sie sich in der City. Allerdings wird das subjektive Sicherheitsempfinden der Bürger zum großen Teil durch Vorkommnisse geprägt, die nicht als kriminelle Handlungen gelten. Zum Beispiel durch Trinkergruppen in der Öffentlichkeit oder lärmende Jugendliche. Unter anderem deshalb gibt es in manchen Gegenden große Differenzen zwischen Statistik und Sicherheitsempfinden. Dennoch muss man die Wahrnehmung der Bürger ernst nehmen. Denn ein Gefühl der Sicherheit gehört zur Lebensqualität in einer Stadt.

Von Tobias Morchner

Die Stadt soll Sackgassenschilder überprüfen und austauschen, wenn es Durchgänge für nicht motorisierte Verkehrsteilnehmer gibt. Zunächst steht ein Fußweg am Ende der Reichhelmstraße im Fokus.

19.11.2018

Ein unterschlagenes Handy brachte die Ermittler auf die Spur des Mannes. Dabei stießen sie durch Zufall auf Drogen sowie tausende Ecstasy-Pillen. Auch eine Waffe stellten sie sicher.

16.11.2018

Die Anwohner von Neckar-, Aller- und Donaustraße klagen über zunehmenden Autoverkehr in ihrem Quartier. Doch Stadt und Polizei und sehen das ganz anders.

06.12.2018