Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Hannover Polizei zeigt mehr Präsenz auf Weihnachtsmärkten
Nachrichten Hannover Polizei zeigt mehr Präsenz auf Weihnachtsmärkten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 27.11.2017
Die Polizei will in diesem Jahr ihre Präsenz auf Weihnachtsmärkten weiter erhöhen.  Quelle: dpa
Anzeige
Hannover

Mehr Polizeibeamte, eine mobile Wache und Einschränkungen für den Lieferverkehr – das sind die Eckpunkte des Sicherheitskonzepts der Stadt und der Polizei für die Weihnachtsmärkte. Am Freitag präsentierten Polizeipräsident Volker Kluwe und Oberbürgermeister Stefan Schostok die Pläne im Neuen Rathaus.

Anzeige

Die Zahl der uniformierten Beamten auf den Märkten in der City und der Lister Meile, die am kommenden Mittwoch eröffnet werden, wird erneut aufgestockt. Die Einsatzkräfte sind mit gelben Westen ausgestattet und so deutlich zu erkennen. Im Verdachtsfall werden sie auch Taschenkontrollen vornehmen. Zum ersten Mal wird eine mobile Wache auf dem Weihnachtsmarkt eingerichtet. Die sogenannte Veranstaltungswache am Hans-Lilje-Platz/Ecke Schmiedestraße soll, wie beim Schützen- und beim Maschseefest, ein weiterer Anlaufpunkt für die Besucher der Märkte sein.

So schön werden die Weihnachtsmärkte

Mehr als 200 Bunden und Stände sind ab Mittwoch auf den Weihnachtsmärkten in der Altstadt zu bewundern. Zur Eröffnung des 24-tägigen Events auf der Bühne am Portal der Marktkirche erwarten Oberbürgermeister Stefan Schostok und Stadtsuperintendent Hans-Martin Heinemann ab 16 Uhr auch Niedersachsens Ministerpräsidenten Stephan Weil (SPD). 

Neben Bratwurst- und Glühweinständen werden an den Buden auch  Holzspielzeug, Kunsthandwerk, Keramik- und Glas-Artikel angeboten. „Wir legen wieder großen Wert darauf, dass nicht allein der kommerzielle Umsatz im Vordergrund steht, sondern eine romantische Erlebniswelt für die ganze Familie geschaffen wird“, sagt Hannovers Wirtschafts- und Umweltdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette.

Zum festen Bestandteil der Weihnachtsmärkte gehört inzwischen das finnische Dorf auf dem Ballhof-Platz. Es erscheint in diesem Jahr im neuen Look. Alle Hütten haben neue Dächer aus Waldboden bekommen. Zudem wartet eine finnische Sauna und ein Lappenzelt auf die Besucher. Die Weihnachtsmärkte sind vom 29. November bis zum 22. Dezember jeweils in der Zeit von 11 bis 21 Uhr geöffnet. tm

An neuralgischen Punkten werden zudem Polizisten mit Maschinenpistolen eingesetzt. Ein besonderes Augenmerk liegt in diesem Jahr auf dem Lieferverkehr. Er wird auf den Vormittag beschränkt. „Wer außerhalb der erlaubten Zeiten erscheint und keine Ausnahmegenehmigung vorlegen kann, wird konsequent weggeschickt“, sagt Gwendolin von der Osten, die Leiterin der Polizeiinspektion Mitte. Poller an den Zufahrtsstraßen zu den Buden und Ständen wird es nicht geben. „Wir wollen an dem Konzept der offenen Weihnachtsmärkte festhalten“, sagt Polizeipräsident Volker Kluwe.

Die Kritik, die Behörden in Hannover würden das Sicherheitskonzept für Märkte erst unmittelbar vor Beginn veröffentlichen, ließ Kluwe nicht gelten. Es gehe nicht um ein Wettrennen mit anderen Städten sondern um ein seriöses und belastbares Einsatzkonzept, das auch die Bekämpfung der Alltagskriminalität wie zum Beispiel Taschendiebstahl mit einbeziehe. Zudem werde es dem Umstand gerecht, dass insbesondere an den Wochenende in der Vorweihnachtszeit viele Menschen zum Einkaufen in die Innenstadt strömten. Darüberhinaus habe die Polizei auch die Erkenntnisse in die Planungen einfließen lassen, die die Behörde im Zuge der Festnahme eines unter Terrorverdacht stehenden Syrers in Hannover gewonnen habe. Am Dienstag waren bei einem bundesweiten Großeinsatz sechs syrische Asylbewerber festgenommen worden. Sie sollen einen Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Essen geplant haben. Den Verdacht gegen die Männer konnten die Ermittler allerdings nicht erhärten.

Von Tobias Morchner