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Hannover Exklusive Studenten-Apartments: Warum der Asta Monatsmieten von 800 Euro ablehnt
Nachrichten Hannover Exklusive Studenten-Apartments: Warum der Asta Monatsmieten von 800 Euro ablehnt
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18:24 06.09.2019
Tjard Bornefeld vom Asta der Leibniz-Universität Hannover kritisiert hohe Mieten in privaten Studentenwohnheimen. Quelle: Tjard Bornefeld
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Hannover

Ein hannoverscher Unternehmer bietet in seinem privaten Studentenwohnheim Student One Einzimmer-Apartments für 597 bis 879 Euro an. Warum der Asta der Leibniz-Universität Hannover vergleichbare Angebote kritisiert, erklärt Tjard Bornefeld, Referent für politische Bildung in der Studentenvertretung.

Herr Bornefeld, was halten Sie von Studentenapartments für 600, 700 oder 800 Euro Miete im Monat?

Diese Apartments werden zwar für Studenten angeboten, sind für die meisten aber einfach nicht bezahlbar. Das können sich vielleicht wohlhabende Studierende mit einem entsprechenden Elternhaus leisten. Für die allermeisten Studenten sind sie schlicht zu teuer. Der Bafög-Höchstsatz liegt jetzt bei 840 Euro im Monat. Auch andere Studentinnen und Studenten haben oft nicht wesentlich mehr Geld zur Verfügung. Sie können nicht einen Großteil ihres Budgets allein für Miete ausgeben.

Ein Blick in die Zukunft: So soll ein Zimmer im neuen Student One aussehen. Quelle: Valentin Schmidt Immobilien

„Teure Kleinapartments helfen nicht weiter“

Tragen solche Angebote dennoch zur Entlastung des studentischen Wohnungsmarkts bei?

Sicher nicht. Diese Kleinapartments für 600 Euro und mehr helfen nicht weiter. Private Investoren haben das Interesse, mit Miniapartments Profit zu machen. Das können sie nur, weil der Wohnungsmarkt aus Mietersicht in miserablem Zustand ist.

Investoren finden offenbar dennoch genügend Mieter. Wie kommt das?

Ja, manche Studierende finden zunächst einfach keine andere Bleibe. Sie nehmen dann ein bis zwei Nebenjobs an, um ihre Miete zahlen zu können. Deshalb können diese Studierenden sich nicht Vollzeit auf die Uni konzentrieren. In der Folge studieren sie zwei bis vier Semester länger, was langfristig zu noch höheren Semesterbeiträgen und immensem Stress führen kann. Wir sehen diese Entwicklung als sehr problematisch an.

„Stadt Hannover ist in der Pflicht, für preiswerten Wohnraum zu sorgen“

Und was machen die Studenten, die keine bezahlbare Wohnung finden?

Wir erleben jedes Jahr zu Semesterbeginn, dass sie häufig zunächst bei ihren Eltern wohnen bleiben. Bei Anreisewegen von zwei Stunden können sie nicht vernünftig studieren. So können sie Vorlesungen um 8 Uhr nicht wahrnehmen, wenn die Zugverbindung nicht passt. Insgesamt kommen sie in der Stadt und im Studium nicht wirklich an.

Was sollte aus Ihrer Sicht geschehen?

Das Land Niedersachsen muss die Studentenwerke ausreichend finanzieren. Sie bieten in ihren Wohnheimen preiswerte Zimmer, nur leider viel zu wenige. Allerdings sehen wir auch die Stadt Hannover in der Pflicht, für preiswerten Wohnraum zu sorgen. Wenn es ausreichend sozialen Wohnungsbau gibt, entlastet dies den Markt und kommt allen Mietern zugute, auch den Studenten. Hinzu kommt noch die Möglichkeit, sich selbst zu wehren. Dies kann mit gemeinsamen Mieterinitiativen geschehen oder auch bei öffentlichen Debatten um Neubauprojekte.

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