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Hannover Ihme-Zentrum: „Wir fragen uns gerade, wo wir überhaupt anfangen müssen“
Nachrichten Hannover Ihme-Zentrum: „Wir fragen uns gerade, wo wir überhaupt anfangen müssen“
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09:09 13.09.2019
Das Ihme-Zentrum ist in Teilen eine Bauruine. Quelle: Frank Wilde
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Hannover

Noch immer scheint Stillstand in Hannovers Problemimmobilie an der Ihme zu herrschen, doch hinter den Kulissen bewegt sich etwas. Das haben Vertreter der Stadtverwaltung und des neuen Eigentümers am Donnerstag im Oberbürgermeisterausschuss betont. Konkrete Pläne, wie es mit der Sanierung weitergeht, wollte Eigentümer-Vertreter Stefan Kindler, Geschäftsführer der Projekt IZ Hannover GmbH, noch nicht vorlegen. „Wir fragen uns gerade, wo wir überhaupt anfangen müssen“, sagte Kindler. Daher werde zunächst eine Art Schadensaufnahme betrieben. Ratspolitiker gaben sich verhalten optimistisch. Auf Wohlwollen stieß, dass der neue Investor regelmäßig mit den Hauptmietern, Stadt und Enercity, sowie den Wohnungseigentümern spreche.

„Seit Januar ist nichts passiert“

Seit Juni ist der Finanzinvestor Lars Windhorst Eigentümer der Immobilie. Seiner Firma gehören seit Juni 83 Prozent des Ihme-Zentrums. Das Unternehmen hat ein Vertragswerk übernommen, das der Voreigentümer, die Intown-Gruppe, mit der Stadt Hannover geschlossen hatte. Darin verpflichtet sich der neue Eigentümer, unter anderem Fassaden zu sanieren und Einzelhandelsflächen wieder zu beleben. Auch der Ausbau des Tunnels, der in Höhe der Ida-Ahrenhold-Brücke durch den Gebäudekomplex führt, steht auf der Agenda.

Bilder: Ein Rundgang durch das Ihme-Zentrum

73.580 Quadratmeter Leerstand: Im Ihme-Zentrum liegt vieles im Argen. Carsten Grauel will als zuständiger Manager der Firma Civitas möglichst schnell Abhilfe schaffen. Ein Rundgang.

„Seit Januar ist nichts mehr passiert“, sagt Eigentümer-Vertreter Kindler. Dabei schwingt ein Vorwurf gegen den Voreigentümer mit. Man habe einen Betongutachter beauftragt, die Substanz noch einmal zu untersuchen. Ein älteres Gutachten sei nicht ausreichend gewesen, sagt Kindler. Auch könnten nicht alle Abrissarbeiten so ausgeführt werden, wie sich das der Voreigentümer gedacht hatte. „Dann würden Stadtmitarbeiter in ihren Büros plötzlich auf die Straße gucken, aber nicht durch die Fenster“, sagt Kindler. Das Baugerüst an der Fassade Blumenauer Straße werde entfernt, die Sanierung beginne an anderer Stelle.

Für Ausbau des Durchgangs läuft die Zeit davon

Für den Ausbau des Durchgangs läuft allmählich die Zeit davon. Bis 2021 müssen die Bauarbeiten beendet sein, ansonsten verfallen die möglichen Fördergelder. „Wir klären die rechtlichen und technischen Erfordernisse“, sagt die städtische Wirtschaftsexpertin Kay de Cassan. Alle Eigentümer, auch die Wohnungseigentümer, müssen sich einig sein, um die rechtlichen Voraussetzungen für den Durchweg zu schaffen. Wohnungsverwalter Torsten Jaskulski versichert: „Keiner will das Projekt verhindern.“

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Von Andreas Schinkel

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