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Hannover Schüler stärken im eigenen Laden ihr Selbstbewusstsein
Nachrichten Hannover Schüler stärken im eigenen Laden ihr Selbstbewusstsein
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17:23 02.12.2019
Die Schülerinnen Zeira (rechts) und Rositsa präsentieren den neuen Shop werteAnnA. Quelle: Ilona Hottmann
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Nordstadt

Inklusion – das ist ein Wort, über das in der Bildungspolitik regelmäßig diskutiert wird. Wie man es mit Leben füllen kann, zeigt der jüngst eröffnete Shop der Anna-Siemsen-Schule. Er trägt den Namen werteAnnA und bietet Schülern aus Inklusionsklassen der Berufsbildenden Schule (BBS) die Möglichkeit, ihre Stärken und Talente zu entdecken.

Die Produkte stellen die Schüler der Anna-Siemsen-Schule selbst her. Quelle: Ilona Hottmann

Ob Zitronentaler, Sirup oder Seife: In dem Geschäft in der Nordstadt werden Produkte verkauft, die alle von den Schülern selbst hergestellt worden sind. Die schönen und nützlichen Dinge entstehen in den Inklusionsklassen im Berufsvorbereitungsjahr der BBS, die auch den Laden betreiben. Aber auch andere Klassen aus der Hauswirtschaft, der Textilabteilung, der Floristik und Körperpflege tragen zum Warenangebot bei. Damit nicht genug: Die Schüler sind zudem für die Gestaltung des Ladens, die Qualitätssicherung, die Reinigung und Werbung verantwortlich.

Verkauf steigert das Selbstwertgefühl

„Die Schüler sind sehr engagiert“, sagt Schulleiterin Renate Lippel. Wenn etwa jemand krank werde, organisierten sie selbstständig eine Vertretung. Der Verkauf im Laden trage auch zu einem erheblichen Gewinn an Selbstwertgefühl und sozialer Anerkennung bei. Obwohl sie Probleme beim Rechnen habe, habe die Schülerin Zeira schon nach einem Tag die Kasse bedienen können, berichtet Lippel. „Wenn ein Kunde bei mir kauft, fühle ich mich so besonders“ – das habe Zeira zu ihr gesagt. Die Schülerin ergänzt: „Man fühlt sich größer und älter, weil größere Leute zu dir kommen, obwohl du kleiner bist als die.“

Rositsa (rechts) und Zeira verkaufen im Laden selbst gemachte Produkte, zum Beispiel Zitronensirup. Quelle: Ilona Hottmann

Ursprünglich sei der Shop von allen Klassen jeweils für eine Woche betrieben worden, erzählt Lippel. Doch das Interesse sei zurückgegangen. Dann – kurz vor den Sommerferien – seien zwei engagierte Lehrerinnen mit der Idee zu ihr gekommen, den Laden künftig von den Inklusionsklassen betreiben zu lassen. „Das hat mich begeistert“, sagt Lippel. Beim Umbau hätten die beiden Lehrerinnen auch selbst mitgeholfen. Denn über die Sommerferien seien so kurzfristig keine Handwerker verfügbar gewesen.

Der werteAnna-Shop hat ein neues Design und Farbkonzept bekommen. Quelle: Ilona Hottmann

Neues Design und Farbkonzept

Nun ist der Laden mit neuem Design und Farbkonzept in Betrieb. Neben Michaela Michalowitz als Stellvertreterin des Regionspräsidenten war auch Melanie Walter vom niedersächsischen Kultusministerium bei der Eröffnung zu Gast. Schulleiterin Lippel hofft, dass die Schüler nicht nur ihre Stärken kennenlernen, sondern durch den Kontakt mit Kunden auch einen Praktikumsplatz vermittelt bekommen. Das wesentliche Ziel sei die berufliche Teilhabe der Schüler an der Arbeitswelt. Und der Laden solle auch sensibilisieren: „Für ein Verständnis von Inklusion, das Gemeinsamkeiten hervorhebt, statt Unterschiede zu markieren.“

Der Schülershop werteAnnA ist in der Nordstadt an der Schaufelderstraße 1 zu finden. Der Laden hat montags bis mittwochs und am Freitag jeweils von 10 bis 13 Uhr geöffnet. Donnerstags öffnet er von 10 bis 16 Uhr.

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