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Hannover Taxifahrer in Hannover streiken am Donnerstag
Nachrichten Hannover Taxifahrer in Hannover streiken am Donnerstag
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00:21 29.03.2019
Am Donnerstag werden Taxis in einer langen Schlange durch die Stadt rollen. Quelle: Rainer Dröse
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Hannover

Weil sie um ihre Existenz fürchten, wollen Taxiunternehmer und Taxifahrer am Donnerstag in Hannover streiken. Wie der Geschäftsführer von Hallo Taxi, Sven-Marco Fürst berichtet, sind für diesen Tag alle 220 organisierten Taxiunternehmer und die rund 2800 Fahrer in Hannover aufgerufen, sich an einer Demonstration zu beteiligen. In der Innenstadt wird es voraussichtlich zu Verkehrsbehinderungen kommen.

Hohe Beteiligung erwartet

„Ich gehe von einer sehr hohen Beteiligung aus“, berichtet Fürst. Das sei in vielen Gesprächen mit Unternehmern und Fahrern zu hören. Wie hoch die Beteiligung sein werde, könne er aber nicht vorhersagen. Fürst ist sich aber sicher, dass es während der Demonstration „zu erheblichen Engpässen“ bei Taxis kommt. Zwischen 12.30 Uhr und 16 Uhr, dem geplanten Ende der Protestaktion, wird die Taxizentrale keine Fahrten vermitteln, sagt Fürst. Betroffen ist auch die individuelle Schülerbeförderung in der Region.

Der Protest richtet sich gegen Pläne von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), den Markt für Fahrdienste zu liberalisieren und Auflage für immer stärker auf den Markt drängende Shuttle-Dienste, wie zum Beispiel Moia in Hannover, zu streichen. Sollte die Pläne verwirklicht werden, müssen sich Taxis auf einen härteren Konkurrenzkampf einstellen.

Taxiunternehmer klagen gegen Moia

Während in vielen anderen großen deutschen Städten noch keine anderen Fahrdienste wie zum Beispiel Uber, aktiv sind, sieht sich das Taxigewerbe in Hannover schon jetzt vom Fahrdienst Moia bedroht. Deshalb läuft auch derzeit die Klage mehrerer hannoverscher Taxiunternehmen gegen die Stadt, die für die Genehmigung von Moia zuständig ist. Geschäftsführer Wolfgang Pettau von Hallo Taxi befürchtet dass der VW-Konzern über seine Tochter Moia „mit seiner Marktmacht ein mittelständisches Unternehmen kaputt macht“. Für die hannoverschen Taxiunternehmer sei Moia existenzbedrohend. Pettau macht zudem geltend, dass sich die Fahrer von Moia nicht an Recht und Gesetz hielten, weil sie beispielsweise in der zweiten Reihe hielten, obwohl das nur Taxis erlaubt sei. Die Klage vor dem Verwaltungsgericht läuft, wann eine Entscheidung fällt, ist unklar.

Erst Protestfahrt, dann Demonstrationszug

Die Taxifahrer wollen in Hannover am Donnerstag um 12.30 am Schützenplatz zu einer Protestfahrt starten und ihrem Unmut lautstark Luft machen, wie Fürst ankündigt. Die Route führt durch die Innenstadt, unter anderem über den Friedrichswall, Aegi, Leibnizufer, Brühlstraße und Königsworther Platz. Am Landtag wollen die Fahrer besonders kräftig auf die Hupe drücken.

Nach der Protestfahrt marschieren die Taxifahrer und Taxiunternehmer zur Staatskanzlei in der Planckstraße. Dort ist die Abschlusskundgebung geplant. Dabei solle Ministerpräsident Weil davon überzeugt werden, dass eine Streichung von Auflagen bei den Fahrdiensten für das Taxigewerbe nicht akzeptabel sei.

Engpässe auch bei der Schülerbeförderung

Er bedauere, dass es während der Protestaktionen zu Engpässen bei der Personenbeförderung, von der auch Schulkinder und Krankentransporte betroffen seien, kommen werde, meint Fürst. „Da aber die Existenz einer ganzen Berufssparte auf dem Spiel steht, sind wir gezwungen, diese Maßnahmen zu ergreifen“, erläutert er.

Auch die Region wollte am Dienstag nicht ausschließen, dass es vereinzelt zu Problemen bei der Schülerbeförderung komme, sagt Sprecherin Frauke Bittner. Die Verwaltung sei dabei zu klären, welche Touren betroffen sei könnten. Der überwiegende Teil der Fahrten werde aber stattfinden.

Üstra hat genug Platz

Die Üstra habe ausreichend Kapazitäten, um am Donnerstagnachmittag zusätzliche Fahrgäste, die vom Taxiprotest betroffen sind, aufzunehmen, sagt Sprecherin Katja Raddatz. Deshalb werde es auch keine zusätzlichen Busse oder Bahnen geben.

Lesen Sie auch hier: Nicht die erste Demonstration gegen Fahrdienste.

Von Mathias Klein

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