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Hannover Dealer lagern Kiloweise Ecstasy, Crystal Meth und Hasch im Keller
Nachrichten Hannover Dealer lagern Kiloweise Ecstasy, Crystal Meth und Hasch im Keller
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15:41 11.07.2019
Salomon M. beim Prozessauftakt: Der 28-Jährige befindet sich seit seiner Festnahme in Untersuchungshaft. Quelle: Michael Wallmüller
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Hannover

Die Liste der gefundenen Drogen ist lang: 27 Kilogramm Ecstasytabletten, fast 15 Kilo Amphetaminpaste, zehn Kilo Haschischplatten, zwölf Kilo Marihuana, 300 Gramm Amphetaminpulver, 200 Gramm Kokain und diverse LSD-Pillen sowie Ketamin. Das alles hat die Polizei Hannover bei zwei Hausdurchsuchungen im November 2018 entdeckt. Seit diesem Donnerstag müssen sich nun drei junge Männer vor dem Landgericht wegen Drogenhandels verantworten. Die 3. Große Strafkammer hat für den Prozess elf Verhandlungstage angesetzt.

Die Staatsanwaltschaft wirft Alexander A. (35), Salomon M. (28) und Pascal K. (27) vor, über Monate bis November 2018 Drogen beschafft, verkauft und gelagert zu haben. A. habe im Sommer 2017 mit einem holländischen Komplizen die Lieferung von zwei Kilo Crystal Meth vereinbart, um sie sofort weiterzuverkaufen. Die Übergabe fand im August 2017 auf dem Parkplatz eines Restaurants in Altwarmbüchen nahe der A 7 statt. „Die Drogen wurden mit einem niederländischen Taxi angeliefert“, sagte die Staatsanwältin. Der Käufer brachte 20.000 Euro mit. In den Folgemonaten soll A. zudem zahlreiche Kilo Drogen an M. zum Weiterverkauf übergeben haben.

Drogenschmuggler auf der A 2 gestoppt

Lief bis dahin noch alles gut, wurde den Dreien im Herbst 2018 eine Bestellung zum Verhängnis: Im Oktober soll A. erneut etwa zehn Kilo Meth und rund neun Kilo Marihuana aus Holland bestellt haben. Allerdings wurde der niederländische Transporteur dann am 12. November auf der A 2 zwischen Helmstedt und Magdeburg von Polizei und Zoll abgefangen – an Bord hatte der Schmuggler wohl auch die für Hannover bestimmten Drogen. Dieser Fund brachte die Ermittler auf die Spur der Angeklagten.

Im Wagen des Drogenschmugglers entdeckten die Ermittler im November 2018 unter anderem zwei Kilo Ecstasypillen, Crystal Meth, Kokain und Marihuana. Quelle: Zoll

Salomon M. soll umgehend versucht haben, die bei ihm im Keller gelagerten Drogen fortzuschaffen. „Offenbar hatte er vom Zugriff erfahren“, sagte die Staatsanwältin. Die Drogen lagen demnach schon im Kofferraum seines BMW, als die Polizei zuschlug. Einen weiteren Teil entdeckten die Ermittler in K.s Garage, der 27-Jährige sollte die Betäubungsmittel in M.s Auftrag verstecken. Außerdem soll er vom 28-Jährigen wenige Tage zuvor rund 350 Gramm Marihuana bekommen haben. In K.s Wohnung lagen darüber hinaus zehn Messer, eine Machete, Schlagstöcke sowie eine Gaspistole und ein Gasrevolver mitsamt Knall- und Pfefferpatronen.

Drogen im Wert von 830.000 Euro

Laut Staatsanwaltschaft sollen A. und M. bei allen Deals 60.000 beziehungsweise 20.000 Euro verdient haben, K. als Gehilfe lediglich 150 Euro. Laut Drogenfahndern hatten die entdeckten etwa 65 Kilo Drogen zudem einen Straßenwert von 830.000 Euro. A. werden insgesamt vier Delikte zur Last gelegt, M. und K. jeweils zwei. Die Anwälte von A. und M. teilten mit, dass ihre Mandanten keine Angaben machen werden. K. hingegen werde sich laut Verteidiger „sehr wahrscheinlich“ äußern.

M.s Anwalt versuchte zudem, den Prozess bis auf Weiteres auszusetzen. Begründung: Er hatte nicht genügend Zeit, alle Akten ausführlich zu studieren – insbesondere die abgehörten Telefonate. Obwohl die Audiodateien seit April vorgelegen hätten, seien sie erst vor zwei Wochen mitsamt Passwort eingegangen. „Allein das Anhören war dadurch rein zeitlich gar nicht mehr möglich“, sagte Anwalt Björn Nordmann. Die Strafkammer lehnte seinen Antrag zwar ab, strich im Gegenzug jedoch die nächsten beiden Sitzungstermine. Der Prozess wird erst am 25. Juli fortgesetzt.

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