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Hannover Gutachter eingeschaltet: Gegenverkehr auf einigen Radwegen in Hannover bleibt
Nachrichten Hannover Gutachter eingeschaltet: Gegenverkehr auf einigen Radwegen in Hannover bleibt
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16:35 29.08.2019
Kein Wechsel der Straßenseite nötig: Zweirichtungs-Radwege sind bei Fahrradfahrern beliebt. Quelle: Katrin Kutter
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Hannover

Gegenverkehr auf Radwegen bleibt häufiger erlaubt als zunächst von der Stadt mitgeteilt. Die bei den Radlern belieben Zweirichtungs-Radwege sind nicht in 26 Fällen abgeschafft worden, sondern nur in acht. Zwei weitere kommen noch hinzu. An den anderen Straßen hat die Stadt einer Forderung des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) entsprochen und die durch ein blaues Schild ausgewiesene Radwegebenutzungspflicht aufgehoben. Es gilt nun ein Benutzungsrecht, was bedeutet, dass die Radler dort auch auf der Straße fahren dürfen, wenn sie es wollen.

Weisung kam vom Land

Anlass für die Regeländerungen waren keine Sicherheitsaspekte. Die Gründe lagen in Bürokratie und Rechtsprechung: Wenn jemand einen Zweirichtungs-Radweg befährt, verstößt er automatisch gegen die Benutzungspflicht auf der anderen Seite. Das Land Niedersachsen wies die Stadt an, die Situation an den Radwegen dieser Rechtsauffassung anzupassen.

Wenn ein Zweirichtungs-Radweg entfällt, hat das für Radler die Folge, dass sie häufiger die Straßenseite wechseln müssen. Dies hatte unter anderem der ADFC in Hannover kritisiert: „Die Regeländerung birgt Gefahren und wird von Fahrradfahrern auch nicht verstanden“, sagte Sprecher Eberhard Röhrig-van der Meer.

Stadt hat Gutachter eingeschaltet

Die Stadt hat zwischenzeitlich einen Gutachter eingeschaltet. Das Ergebnis: An den Straßen Emmy-Noether-Allee, Eulenkamp, Gehägestraße, Kugelfangtrift, Langenforther Straße, Lindemannallee, Niedersachsenring, Sündernstraße sowie auf einem 150 Meter langen Teilstück der Garbsener Landstraße dürfen die Radwege nur noch in einer Fahrtrichtung benutzt werden; demnächst gilt das auch für Lissabonner Allee und Wülfeler Straße. An 19 weiteren Straßen, darunter etwa Altenbekener Damm oder Heisterbergallee, bleibt es beim Zweirichtungs-Verkehr.

Unterdessen haben SPD-Oberbürgermeisterkandidat Marc Hansmann und der baupolitische Sprecher der SPD-Ratsfraktion, Lars Kelich, die Weisung des Landes als „praxisfern und untauglich“ bezeichnet. „Das ist der völlig falsche Weg, wenn man den Radverkehr attraktiver machen möchte“, kritisieren sie. Eine Möglichkeit, gegen die Regelung vorzugehen, bestehe über den Niedersächsischen Städtetag – schließlich sei nicht nur die Landeshauptstadt betroffen.

Wo gilt eine Benutzungspflicht?

Laut Straßenverkehrsordnung fahren Radfahrer in Deutschland in der Regel auf der Fahrbahn. Wenn neben dieser ein Radweg verläuft, haben sie also ein Wahlrecht. Das gilt aber nicht, wenn die Radwegebenutzungspflicht per blauem Schild mit weißem Fahrradsymbol angeordnet ist.

Benutzungspflichtige Radwege müssen mindestens 1,50 Meter breit sein und dürfen nur angeordnet werden, wenn ausreichende Flächen für Fußgänger zur Verfügung stehen oder wenn es Verkehrssicherheit und Verkehrsablauf erfordern. Baulich angelegte Radwege, Radfahrstreifen auf Fahrbahnniveau mit breiter weißer Trennlinie oder mit Schutzplanken zur Autospur, getrennte und gemeinsame Geh- und Radwege sowie Zweirichtungsradwege können als benutzungspflichtig ausgeschildert werden.

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Von Bernd Haase

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