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Hannover Grüne wollen Kfz-Parkplätze in Stellflächen für Fahrräder umwidmen
Nachrichten Hannover Grüne wollen Kfz-Parkplätze in Stellflächen für Fahrräder umwidmen
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00:16 31.05.2019
Katharina Thobe stellt oft ihr Fahrrad vor dem Hauptbahnhof ab, aber es gibt zu wenig Platz. Quelle: Clemens Heidrich
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Hannover

Wer mit dem Rad in die Innenstadt fährt, findet kaum einen freien Fahrradbügel, und auch die beiden Fahrradparkhäuser neben dem Hauptbahnhof sind gut ausgelastet. „Es gibt viel zu wenige Abstellplätze für Räder in Hannover“, sagt Dirk Hillbrecht, Vorstandsmitglied des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC). Die Grünen im Bezirksrat Mitte fordern jetzt, oberirdische Autoparkplätze, die sich in der Nähe von Parkhäusern befinden, als Stellflächen für Fahrräder auszuweisen – und stoßen damit auf Widerstand bei den City-Händlern.

Grüne: Parkhäuser oft nicht ausgelastet

„Parkhäuser sind oft nicht ausgelastet“, sagte Grünen-Bezirksratsfrau Julia Stock am Montagabend in der Sitzung des Gremiums. Daher könnten dort weitere Autos untergebracht werden, sodass weniger oberirdische Parkflächen benötigt würden. Als Beispiel nennen die Grünen die Verkehrssituation in der Schillerstraße nahe dem Ernst-August-Platz. Dort seien oft alle Fahrradbügel besetzt, ebenso alle oberirdischen Kfz-Parkplätze, aber die Anzeige für das Parkhaus Schillerstraße weise häufig freie Kapazitäten aus. Eine Entscheidung über den Grünen-Antrag wurde vertagt, die CDU erbat sich Zeit für Beratung.

Geschäftsleute: Umlandbewohner reisen oft mit Auto an

Wenig begeistert von der Idee der Grünen sind Geschäftsleute. „Wir brauchen die Kfz-Parkplätze“, sagt Martin Prenzler, Geschäftsführer der City-Gemeinschaft. Die Parkhäuser seien an Einkaufstagen durchaus ausgelastet. Es dürfe nicht vergessen werden, sagt Prenzler, dass die Hälfte der Einkaufsbummler an Sonnabenden aus dem Umland anreise. „Und die Umlandbewohner kommen meist mit dem Auto“, sagt Prenzler.

Der ADFC weist daraufhin, dass etliche Pendler morgens ihre Fahrräder vor dem Hauptbahnhof anschließen wollen, aber keinen Stellplatz finden. Das Argument, etliche Schrotträder blockierten die Fahrradbügel, will ADFC-Vorstandsmitglied Hillbrecht nicht gelten lassen. „So viele fahruntüchtige Räder sind das gar nicht“, meint er. Die Diskussion um ein Heer von Schrotträdern, die das Entsorgungsunternehmen Aha nur häufiger entfernen müsse, sei überhitzt, findet Hillbrecht. Im Grunde gehe es darum, deutlich mehr Abstellflächen rund um den Hauptbahnhof zu schaffen. „In anderen Städten wird über Tausende oder sogar Zehntausende neuer Abstellplätze verhandelt, wir freuen uns, wenn ein paar Hundert hinzukommen“, sagt der ADFC-Vertreter.

Fotos: Das sind Hannovers absurdeste Radwege:

Eine Litfaßsäule mitten auf der Fahrbahn, ein Schutzstreifen von 50 Zentimetern Länge und ein Radweg, der direkt vor einer Mauer endet: An vielen Orten in Hannover treibt die Verkehrsführung Radfahrer schier zur Verzweiflung. Eine Liste der absurdesten Radwege in der Stadt.

Auch am Hohen Ufer zu wenig Radstellplätze

Insgesamt 800 Plätze stehen in den beiden Radstationen rund um den Hauptbahnhof zur Verfügung. Sie sind zu 90 Prozent an Dauerparker vergeben. Durch ein neues digitales Erfassungssystem kann Betreiber Step auf seiner Webseite anzeigen, wie viele Plätze aktuell frei sind. Eine Tageskarte im Radparkhaus kostet einen Euro, eine Zehnerkarte 8 Euro.

Auch an anderen Orten in der City gibt es nach Ansicht des ADFC zu wenig Radstellplätze. „Am Hohen Ufer sind morgens alle Fahrradbügel, Brückengeländer und Laternenpfähle besetzt“, sagt Hillbrecht. Kürzlich wurde das gesamte Ufer umgebaut, aber genügend Radbügel habe die Stadt nicht installiert. Klar sei auch, dass der Straßenraum begrenzt sei. „Daher ist der Vorschlag der Grünen, Kfz-Parkplätze in Radstellflächen umzuwandeln, der richtige Weg“, meint Hillbrecht.

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