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Hannover Rathausaffäre: Was macht eigentlich Ex-Oberbürgermeister Stefan Schostok?
Nachrichten Hannover Rathausaffäre: Was macht eigentlich Ex-Oberbürgermeister Stefan Schostok?
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12:13 26.08.2019
Überraschender Auftritt: Oberbürgermeister im Ruhestand Stefan Schostok (re.) beim Champagnerempfang im Clichy auf dem Maschseefest mit Volksbank-Chef Jürgen Wache (v. li.) und Rechtsanwalt Peter Engelen. Quelle: Ramin Faridi
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Hannover

In Champagnerlaune dürfte Stefan Schostok derzeit nicht sein, der OB im Ruhestand trinkt ohnehin keinen Alkohol. Und doch tauchte er Anfang August unerwartet auf dem Maschseefest auf. Das hat viele überrascht, denn ähnliche Einladungen sagt er nicht einmal mehr ab. Anders am ersten Donnerstag des Maschseefests: Bodo Linnemann hatte zum Champagnerempfang ins Clichy am Maschsee geladen, und Schostok, der ja streng genommen nur noch einfacher Bürger der Landeshauptstadt ist, zog alle Blicke auf sich. Der 55-Jährige habe gut gelaunt gewirkt, sagen Beobachter. Möglicherweise habe er leicht zugenommen.

Nur wenige wissen, wie es Stefan Schostok geht

Wen wundert die Neugier? Früher war Schostok omnipräsent im öffentlichen Leben Hannovers. Doch seit der Rat ihn im Mai in den vorzeitigen Ruhestand geschickt hat, war er nicht mehr in Erscheinung getreten. Hin- und wieder wurde Schostok auf dem Lindener Markt in der Nähe seiner Wohnung gesehen, mal beim Einkaufen auf der Limmerstraße.

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Aber wie es Schostok geht, seit die Staatsanwaltschaft ihn wegen Untreue angeklagt hat? Nur ganz wenige aus dem engsten Umfeld wissen es und schweigen. Der Kontakt zu seiner Partei scheint gekappt. Freunde? Hatte der eingefleischte Familienmensch Schostok ohnehin nur wenige. Wer seine echten sind, dürfte er inzwischen wissen. Zumindest finanziell ist er halbwegs abgesichert. Schostok bekommt im Ruhestand 35 Prozent seines Oberbürgermeistersalärs von einst 10.800 Euro brutto –also etwa 3800 Euro monatlich.

Hannovers ehemaliger Oberbürgermeister hält Anklageschrift für mangelhaft

Schostok, so heißt es, lese viel in den Gerichtsakten zur Rathausaffäre. Er bereite sich intensiv auf den möglichen Prozess vor. Die Lektüre habe ihm offenbar aber nicht gefallen. Die Anklageschrift sei mangelhaft und enthalte Widersprüche. Schostok hält sich für unschuldig und setzt angeblich auf einen Prozess, in dem er einen Freispruch anstrebt. Dabei hat er offenbar Altbundespräsident Christian Wulff vor Augen: Der war einst wegen Korruption vor dem Landgericht Hannover angeklagt – und wurde freigesprochen.

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Von Karl Doeleke

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