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Nachrichten Hannover Region Hannover rüstet Lastwagen mit Abbiegeassistenten nach
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00:17 28.04.2019
So funktioniert es: Regionsdezernent Ulf-Birger Franz steht im toten Winkel und ist trotzdem im Monitor für den Lastwagenfahrer sichtbar. Quelle: Rainer Dröse
Hannover

Die Region Hannover rüstet 20 Einsatzfahrzeuge ihrer beiden Straßenmeistereien in Burgwedel und Ronnenberg mit Abbiegeassistenten nach. Damit erhalten alle Lastwagen mit einem Gewicht von mehr als 7,5 Tonnen die technische Ausstattung. Sie bewirkt, dass die Fahrer Radfahrer oder Fußgänger auch dann bemerken, wenn diese sich im toten Winkel befinden, also in den Spiegeln der Fahrzeuge nicht sichtbar sind. Dadurch können schwere Unfälle bei Abbiegemanövern verhindert werden.

„Wir wollen eine Vorbildfunktion einnehmen“

Auch das Land Niedersachsen rüstet schwere Fahrzeuge nach, private Unternehmen wie Speditionen dagegen behandeln das Thema bisher zögerlich. „Wir wollen eine Vorbildfunktion einnehmen“, sagt Ulf-Birger Franz, Verkehrsdezernent der Region. Politische Forderung sei, dass Abbiegeassistenten zur Pflicht werden müssen: „Sie können schließlich Leben retten“. In der Region hatte es in den vergangenen Monaten schwere Unfälle mit abbiegenden Lastwagen in Hannover, Burgdorf und Lehrte gegeben.

Stückpreis liegt bei 2200 Euro

Die Nachrüstung läuft bereits und soll im Mai abgeschlossen sein. Die Region hat sich für ein Modell der Firma Brigade aus Neumünster zum Stückpreis von 2200 Euro entschieden. Das Warnsystem besteht aus Kameras und Sensoren. „Die Technik signalisiert Fahrern sowohl optisch auf einem Display als auch akustisch mit einem Warnton, wenn sich jemand im toten Winkel aufhält“, erklärt Claus Leonhardt, Gebietsleiter von Brigade. Die Kameras deckten ein Sichtfeld von 250 Grad ab und seien sowohl mit Nachtsichtfunktion als auch mit Heizung als Hilfe bei Winterwetter ausgerüstet.

Für die Region ist das Thema damit erledigt – „wir haben keine weiteren schweren Lastwagen im Fuhrpark“, sagt Elke van Zadel, Fachbereichsleiterin Verkehr. Anders sieht es bei den Tochterunternehmen aus. Betroffen ist vor allem der Abfallzweckverband Aha mit seinen knapp 230 Müllfahrzeugen. Bei Neuanschaffungen lässt er Abbiegeassistenten einbauen, die Mehrzahl der Bestandsfahrzeuge will er ebenfalls nachrüsten lassen. Auch die öffentlichen Nahverkehrsunternehmen Regiobus und Üstra führen die Hilfsgeräte ein, allerdings derzeit auch lediglich bei Bussen, die neu in den Fuhrpark kommen. „Der Tote-Winkel-Effekt ist bei Bussen weniger ausgeprägt als bei den großen Lastwagen“, sagt Dezernent Franz.

Von Bernd Haase

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