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Hannover Regionsfeuerwehr will Vereinbarkeit von Ehrenamt und Familie verbessern
Nachrichten Hannover Regionsfeuerwehr will Vereinbarkeit von Ehrenamt und Familie verbessern
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15:31 25.11.2019
Regionsbrandmeister Karl-Heinz Mensing stellt bei der Großen Dienstbesprechung das Pilotprojekt „Familie, Beruf und Feuerwehr“ vor. Quelle: Stephan Bommert
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Hannover

Die Regionsfeuerwehr Hannover hat ihre jährliche Große Dienstbesprechung abgehalten. Dabei richtete der Verband seinen Blick vor allem in die Zukunft. Kernstück dabei: der Start eines Pilotprojektes, das die Arbeit der ehrenamtlichen Retter wieder attraktiver machen soll. So hofft die Regionsfeuerwehr, neue Mitglieder gewinnen zu können. Derzeit sind im Raum Hannover rund 9700 Kräfte in 206 Ortswehren aktiv, in den vergangenen zwölf Monaten bewältigten sie 5755 Einsätze – fast 16 pro Tag.

Regionsbrandmeister Karl-Heinz Mensing stellte den neuen Fachbereich „Familie, Beruf und Feuerwehr“ vor. Der Verband will damit dem Mitgliederschwund und demografischen Wandel begegnen. „Nur, wenn es in Beruf und Familie passt, kann Feuerwehr funktionieren“, sagte Mensing. „Wenn das aber alles nicht harmonisiert, verlieren wir die Menschen.“ Für die Arbeit im neuen Fachbereich konnten die beiden Feuerwehrfrauen Lena Erhardt aus Burgdorf und Nadine Schuster aus Godshorn gewonnen werden.

Was sind die Hürden?

Laut Mensing sind sie seit vielen Jahren aktiv, haben Führungsaufgaben und Kinder. „Sie haben also alles schon mitgemacht, was das Ausüben des Ehrenamts erschwert“, sagte er der HAZ. Geplant sind unter anderem zahlreiche Gespräche in den mehr als 200 Feuerwehren der Region und genaue Analysen, welche Faktoren zum Aufhören bei der Freiwilligen Feuerwehr führen – oder wo die Hürden zum Wiedereintritt sind. Mensing: „Nichts soll dem Zufall überlassen werden.“

Zudem ging es am Sonnabend um die Strukturkommission „Einsatzort Zukunft“. Branddirektor Klaus Wickboldt aus dem Landesinnenministerium stellte die Empfehlungen aus mehr als 100 Maßnahmen vor, damit die Feuerwehr auch künftig attraktiv bleibt. Zu den Plänen gehört unter anderem die mögliche Einführung einer Feuerwehrrente für jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement. Aber auch sogenannte Arbeitgeberdialoge stehen in dem Papier, um die Akzeptanz für die freiwillige Feuerwehrarbeit der Angestellten bei den jeweiligen Chefs zu steigern.

Nachwuchsgewinnung im Fokus

Die Nachwuchsgewinnung war bereits im Oktober Thema beim Jahresempfang. Zwar strotzen die Jugendwehren vor Mitgliedern, doch kaum einer der Jüngeren wechselt später in den aktiven Dienst der Erwachsenen. Die Gründe: fehlende Motivation, Umzüge wegen des Berufsstarts, das Gründen einer Familie. Daher überlegt die Regionsfeuerwehr, das ostfriesische Erfolgsmodell des sogenannten Feuerwehrpaten zu kopieren. Jeder Jugendliche bekommt einen erwachsenen Retter an seine Seite, um den Wechsel so einfach wie möglich zu gestalten.

Von Peer Hellerling

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