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Hannover So schmeckt es im Shiva Curry in Langenhagen
Nachrichten Hannover So schmeckt es im Shiva Curry in Langenhagen
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13:42 12.07.2019
Shiva Curry am Langenhagener Markt: Die knusprig gebackene Ente in Xa-Cha-Soße hat Biss. Quelle: Samantha Franson
Langenhagen

Im kleinen Windfang des Restaurants Shiva Curry im City Center Langenhagen werden wir noch vom Duft von Räucherstäbchen empfangen, im etwas funktionalen Innenraum verlieren sich die asiatischen Stilmittel dann etwas. Das ganz nette Restaurant besticht mit grasgrünen und lila Wandelementen, es gibt einen Strauß Orchideen, ein Fernseher läuft in Endlosschleife – was als authentisches Stilelement gelten darf, ersetzt die Flimmerkiste in Thailand schließlich gerne das Radio. Auf dem Tresen hockt ein goldfarbener, dickbäuchiger „Happy Buddha“ der uns beim Betreten strahlend entgegen lächelt. Dramatisch kontrastiert wird diese Freude dann allerdings vom jungen Kellner, der uns schnippisch und mit Kaugummi im Mund einen Platz zuweist, was etwas schade ist, denn seine Kollegen und Kolleginnen gehen bei unserem zweiten Besuch ihrer Tätigkeit mit Liebenswürdigkeit und Engagement nach. 

Glasnudelsalat – okay

Als Vorspeise essen wir zuerst Yam Wunsen (8,90 Euro). Basis des Salats bilden meist Glasnudeln, die hier eher eine untergeordnete Rolle spielen und von der Menge fast gleichauf mit dem Topping aus Erdnüssen sind. Hauptaugenmerk bildet grobes Gemüse (Eisbergsalat, Gurke, Paprika, Tomate, rote Zwiebeln und Möhren), das mit einem herzhaften Dressing aus Zitronensaft, Chili und Zitronengras beträufelt wurde. In Thailand wird die Kreation gerne mit Hackfleisch, Geflügel, Tofu oder (wie hier im Shiva Curry) mit Meeresfrüchten zubereitet: vier zarte Stücke Tintenfisch und eine Garnele. Es schmeckt okay, auch wenn Yam Wunsen mit etwas Fingerspitzengefühl und einem anderen Verhältnis der Zutaten zu einem unfassbar finessenreichen Gericht werden kann, bei dem man schwelgerisch mit der Zunge schnalzt. 

Das Ergebnis entspricht nicht dem Anspruch

Die Waren selbst kommen über passable Großhandelsqualität nicht hinaus, was nun angesichts des moderaten Preises schrecklich kleinlich klingen mag, aber ein Betrieb, der auf seinem Internetauftritt eine Garantie ausspricht, „ausschließlich frische Zutaten hoher Qualität einzusetzen und original und unverwechselbare, thailändische Gerichte zu servieren“, der darf sich nicht wundern, wenn er am Ende an diesen sehr verlockenden Worten gemessen wird. Gut schmecken die beiden Saté-Spieße mit Hühnchen (4,90 Euro), vor allem die cremige Erdnusssoße hat Qualitäten. Ob bei der berühmten Thaisuppe Tom Kha Gai (4,20 Euro) eine kräftige Hühnerbrühe als Basis zum Einsatz gekommen ist, wagen wir zu bezweifeln, dafür ist der Geschmack nicht tiefgängig genug, was aber von den Gewürzen (Currypaste?) und vom Fett der Kokosmilch etwas aufgefangen wird. 

Der Rotbarsch und die einsame Paprika

Als Hauptgericht essen wir Pla Priew Wan (8,90 Euro), worunter für gewöhnlich gebratenes Gemüse und Obst verstanden wird, das während des Garvorgangs mit Fisch- und Austernsoße, Essig und Zucker süß-sauer abgeschmeckt wird, wodurch eine sämig-fruchtige Soße entsteht. Bei Shiva Curry wurde der Küchenablauf scheinbar auf Kosten des Geschmacks optimiert und die pikante, leicht klebrige Soße vorab erstellt (aus reduziertem Apfelsaft?) und als Spiegel auf den Teller gegossen. Darauf wurde etwas grob geschnittenes Obst arrangiert, darunter ein Orangenfilet mit der weißen Haut, etwas unreife Ananas und Melone und ein Apfel, der schon etwas dunkle Druckstellen hat. Rote Paprika bestreitet die Gemüseposition allein. Getoppt wird das Gericht von drei Stücken gebackenem Rotbarsch (Pla) und Tintenfischringen. 

Die Ente knusprig – die Soße in Ordnung

Außerdem probieren wir bei unserem zweiten Besuch eine knusprige Ente in Xa-Cha Soße (12,90 Euro). Die Ente wurde offensichtlich in Fett ausgebacken, ist aber im Kern noch saftig. Das Gemüse (Zwiebel, Zucchini, Paprika) hat Biss, der Reis ist in Ordnung. Die Soße erinnert an eine leicht scharfe Bratensoße, schmeckt nicht sehr gut, nicht sensationell, ist aber völlig in Ordnung, wie auch das Pad Thai mit Rindfleisch (13,90 Euro): Eine große Portion Reisbandnudeln mit Weißkohl, Sprossen, Ei, Möhren und gebratenen Zwiebeln. Zwar kippt das Gericht etwas in die Süße, was wir aber mit etwas Sojasoße aus der Tischmitte ausgleichen. Beim Bezahlen mit Karte am Tresen fällt unser Blick dann auf ein Zitat an der Wand: „Ist man satt, könnte man Buddha sein, ist man hungrig, könnte man ein böser Geist werden.“ Satt sind wir. Buddha nicht. 

Fazit 

Thailändisch inspiriertes Essen, günstig und in großen Portionen. Gesamtnote: 5 von 10 Punkte (Essen 4, Service 6, Ambiente 6) 

Kontakt 

Shiva Curry Marktplatz 5, 30853 Langenhagen 

Telefon: (05 11) 77 95 78 28

Internet: www.shivacurry.de

Öffnungszeiten: Montag bis Sonnabend, 11 bis 22 Uhr 

Barrierefreiheit: ja

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