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Hannover Neues Studentenwohnheim entsteht an der Friedrich-Ebert-Straße
Nachrichten Hannover Neues Studentenwohnheim entsteht an der Friedrich-Ebert-Straße
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00:16 27.04.2019
Zum Sommersemester 2020 soll das 6 Millionen Euro teure Studentenwohnheim bezugsfertig sein. Quelle: Katrin Kutter
Ricklingen

In Ricklingen wird neuer Wohnraum für Studenten geschaffen: 69 Apartments lässt die Peiner Firma Bauplan derzeit auf einem Grundstück an der Straße Göttinger Hof errichten. Zum Sommersemester 2020 solle das rund 6 Millionen Euro teure Gebäude bezugsfertig sein, kündigt Bauplan-Geschäftsführer Jens Segler an. Das Wohnheim entsteht auf einem Areal, auf dem früher ein Umspannwerk der Stadtwerke zu finden war – es grenzt im Osten an die stark befahrene Friedrich-Ebert-Straße und im Norden an die Bahntrasse. Gleichwohl hat die Stadt in enger Abstimmung mit dem Bauherrn dort eine Wohnnutzung genehmigt. Durch eine spezielle Konstruktion könne der Straßenlärm auch bei geöffneten Fenstern so reduziert werden, dass die Schallemissionen auf das zulässige Maß reduziert werden, erklärt Segler.

Fenster mit speziellem Schallschutz

Die Bauverwaltung bestätigt, dass das funktioniert. Die Spezialfenster, die in Großstädten wie Hamburg oder Berlin bereits häufiger eingesetzt würden, erzielten selbst im gekippten Zustand noch eine Lärmreduktion um mehr als 40 Dezibel, erklärt Stadtsprecher Dennis Dix. So könnten die rechtlich verbindlichen Schallschutzwerte für Innenräume bei dem Studentenwohnheim trotz der verkehrsreichen Lage eingehalten werden. „Selbst ein Schlafen bei gekipptem Fenster, wie es viele Menschen praktizieren, ist trotz der Lärmvorbelastung möglich.“ Laut Dix liegt der vorgeschriebene Grenzwert in Innenräumen nachts bei 30 Dezibel – wenn die Fenster geschlossen sind.

Bauherr Segler lobt die Zusammenarbeit mit der Stadt im Genehmigungsverfahren ausdrücklich. Der Standort am Göttinger Hof sei grundsätzlich gut geeignet für ein Studentenwohnheim, meint er. „Die Hochschule Hannover ist ganz in der Nähe, und auch nach Linden ist es nicht weit.“ Die 69 Zimmer, die in dem Gebäude eingerichtet werden, haben laut Segler Größen zwischen 20 und 23 Quadratmeter. Jedes Apartment verfügt über ein eigenes Bad mit Dusche und eine kleine Pantryküche. Es wird Abstellflächen für Fahrräder und auch Autoparkplätze geben. Das Wohnheim sei an das Glasfaserkabelnetz angeschlossen, sodass eine schnelle und hochwertige Internetverbindung möglich sei, sagt Segler.

Etwa ein halbes Jahr vor der Fertigstellung des Wohnheims will Bauplan mit der Vermarktung der Apartments beginnen. Bei den Mietpreisen will sich der Geschäftsführer noch nicht genau festlegen. Die Warmmiete werde „zwischen 400 und 500 Euro“ liegen. „Das sind marktübliche Preise für einen Neubau, der von einem privaten Bauherrn errichtet wird.“ Zimmer in den Wohnheimen des Studentenwerks sind in der Regel deutlich günstiger. Allerdings werden Privatinvestoren immer wichtiger. Denn das Studentenwerk allein hat nicht genug finanzielle Mittel, um zusätzlichen Wohnraum zu schaffen. Der wird dringend gebraucht: Nur 6 Prozent der Studenten können in Hannover in einem Wohnheim leben – landesweit sind es 9,4 Prozent.

Standorte an der Expo-Plaza

Die Firma Bauplan hat in einem anderen Teil Hannovers schon Erfahrungen mit dem Bau von Studentenwohnheimen gesammelt: Im Expo-Park neben Ikea sind bereits zwei Gebäude mit zusammen rund 200 Plätzen in Betrieb. Zwei weitere Wohnheime in einer ähnlichen Größenordnung sind derzeit im Bau und und sollen zum kommenden Wintersemester bezugsfertig sein.

Kommentar: Lärmproblem mit Lösung

Es ist eine gute Nachricht: Ein neues Wohnheim für Studenten ist in Ricklingen im Bau, bereits in etwa einem Jahr werden dort 69 angehende Akademiker einziehen können. Das Projekt ist ein weiterer Schritt auf dem Weg, die unterdurchschnittlich schlechte Quote zu verbessern, die Hannover bei der Versorgung mit Wohnheimplätzen aufweist. Weil das eigentlich zuständige Studentenwerk aus eigener finanzieller Kraft nicht genug neue Wohnheime bauen kann und es seit Jahren keine hinreichende Förderung des Landes gibt, drängen verstärkt auch private Anbieter auf den Markt. In der Regel sind die Mieten, die diese den Studenten berechnen, deutlich höher als die Preise, mit denen das Studentenwerk kalkuliert. Auch ein Zimmer in dem neuen Wohnheim am Göttinger Hof in Ricklingen wird sich nicht jeder Student ohne Weiteres leisten können.

Ein eindeutiger Vorteil des neuen Gebäudes, das an der Stadtteilgrenze zwischen Ricklingen und Linden-Süd liegt, ist seine Nähe zur Hochschule Hannover. Eine Traumlage indes ist der Standort an der stark befahrenen Friedrich-Ebert-Straße und der Bahntrasse sicher nicht. Gleichwohl ist es Bauträger und Stadt gelungen, das Problem des Lärmschutzes in den Griff zu bekommen. Neuartige Fensterkonstruktionen sollen sicherstellen, dass trotz des hohen Schallpegels ein gesundes Wohnen möglich ist. Aber auch die Stadt selbst betont, dass eine solche Lösung eher die Ausnahme als die Regel sein wird. Bei größeren Wohnkomplexen, bei denen auch entsprechende Außenflächen geschaffen werden müssen, wird es ohne Schutzwände kaum machbar sein, den Lärm wirksam zu dämmen.

Von Juliane Kaune

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