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Hannover Fußball-AG-Leiter gesteht sexuellen Missbrauch von Jungen
Nachrichten Hannover Fußball-AG-Leiter gesteht sexuellen Missbrauch von Jungen
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00:28 29.06.2019
Hat gestanden, sechs Jungen in einem Hotel sexuell missbraucht zu haben: der Tatverdächtige. Quelle: privat
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Hannover

Acht Mal soll der ehemalige Leiter einer Fußball-AG der KGS Ronnenberg Jungen in ein Hotel gelockt und sie dort missbraucht haben. Sechs der ihm von der Staatsanwaltschaft zur Last gelegten Fälle hat der 51-jährige Andreas W. inzwischen gestanden. „Er hat bei seiner Festnahme vor rund zwei Wochen die damals gegen ihn erhobenen Vorwürfe in seiner ersten Vernehmung eingeräumt“, sagt Kathrin Söfker, die Sprecherin der hannoverschen Strafverfolger.

Sechs Mal habe er Jungen aus der AG in ein eigens angemietetes Hotelzimmer in Hannover-Bornum gelockt, habe der Verdächtige den Ermittlern erklärt. Die beiden übrigen Verdachtsfälle hatten sich im weiteren Verlauf der Ermittlungen ergeben. Ob Andreas W. sich auch dazu geäußert hat, ist noch unklar. Er sitzt wegen Flucht- und Wiederholungsgefahr in Untersuchungshaft.

Verdächtiger war mindestens seit 2015 an der Schule

Der 51-Jährige, der vorher polizeilich nicht in Erscheinung getreten war, war mindestens seit 2015 an der Marie Curie Schule beschäftigt. Zunächst arbeitete der gelernte Bäcker im Berufsinformationszentrum der Schule mit. Unklar ist, ab wann er in der Ganztagsbetreuung die Fußball-AG angeboten hat.

Die Staatsanwaltschaft geht bislang davon aus, dass er bereits im vergangenen Jahr in Begleitung von Schülern der AG in dem Hotel in Hannover erschienen ist. In die dort gemieteten Zimmer hatte W. die Opfer unter einem Vorwand gelockt. Er versprach den Nachwuchskickern eine besondere Förderung ihrer fußballerischen Talente, um sie so fit für eine mögliche Karriere in der Bundesliga zu machen. Dafür, so der 51-Jährige, sei aber eine „medizinische Untersuchung“ im Hotel nötig.

Bislang keine Ermittlungen gegen Betreiber des Hotels

Ob der Fußballlehrer in dem Hotelzimmer Fotos und Videos von den Opfern, die zwischen zwölf und 18 Jahren alt sind, gemacht hat, ist bislang unklar. Fest steht, dass der 51-Jährige auf seinem Twitter-Account das Hotel erwähnt.

In dem Hotel war er ungestört

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wird derzeit nicht gegen den Betreiber des Hotels ermittelt. Fest steht nur, dass W. das Hotel offenbar ganz bewusst für seine Zwecke ausgewählt hat. Dort ist selten Personal zu finden. Eine Rezeption gibt es grundsätzlich nicht. Das Einchecken in die Zimmer erfolgt über ein Terminal per Buchungsnummer und Kreditkarte. Verpflegung bietet das Hotel nur dann an, wenn in Hannover Messen stattfinden. Ansonsten ist man in den Räumlichkeiten offenbar ziemlich ungestört. Gegenüber der HAZ wollte sich der Betreiber des Hotels nicht zu den Missbrauchsfällen äußern.

Wie die Strafverfolgungsbehörde mitteilt, haben sich bislang keine weiteren möglichen Opfer bei der Behörde gemeldet. Ob und wie viele noch dazu kommen, müssen die weiteren Ermittlungen ergeben. Denn Andreas W. soll auch beim TuS Seelze als Fußballtrainer aktiv gewesen sein. Der Verein will sich derzeit nicht äußern und verweist auf die laufenden polizeilichen Ermittlungen.

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