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Hannover Halbe Million Euro fehlt: Jugendtreff in Linden-Nord droht die Schließung
Nachrichten Hannover Halbe Million Euro fehlt: Jugendtreff in Linden-Nord droht die Schließung
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15:50 24.07.2019
Pastorin Dorothee Blaffert ist zuversichtlich, dass das benötigte Geld binnen zwei Jahren gesammelt werden kann. Quelle: Foto: Clemens Heidrich
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Linden-Nord

Die Kirchengemeinde Linden-Nord steht vor einer immensen Herausforderung: 579.000 Euro müssen zusammenkommen, damit der Bethlehem-Kellertreff (BKT) auch künftig weiterbetrieben werden kann. Der offene Jugendtreff der evangelisch-lutherischen Gemeinde, seit gut 50 Jahren ein fester Anlaufpunkt für junge Leute im Stadtteil, ist von der Schließung bedroht, weil der Brandschutz nicht mehr den aktuellen Anforderungen entspricht. Doch die Gemeinde will nicht aufgeben. Die Mitglieder haben bereits ein umfangreiches Rettungskonzept erarbeitet und sich auf die Suche nach Spendern und Sponsoren begeben. Pastorin Dorothee Blaffert ist zuversichtlich, dass das benötigte Geld binnen zwei Jahren gesammelt werden kann: „Wir wollen das alle gemeinsam schaffen, und die ersten Entwicklungen sind sehr positiv.“

Richtlinien für Brandschutz haben sich verändert

Eigentlich wollte die Gemeinde nur neue Toiletten in den Kellerräumen unter der Bethlehemkirche installieren. Doch im Zuge des Baugenehmigungsverfahrens stellte sich heraus, dass die Brandschutzanlagen im gesamten Untergeschoss den nun gültigen Richtlinien angepasst werden müssen – und das betrifft im Wesentlichen den rund 500 Quadratmeter großen Kellertreff. „Für uns war die Nachricht zunächst ein Schock“, sagt Blaffert. Doch die Sicherheit stehe natürlich an erster Stelle, an einer umfassenden Modernisierung der Anlagen führe kein Weg vorbei.

Anträge auf Förderung sind bereits gestellt

Bis zum Sommer 2021 hat die Gemeinde nun Zeit, die erforderliche Summe von mehr als einer halben Million Euro aufzutreiben. „Wir haben schon viele Anträge auf Förderung gestellt“, berichtet Blaffert. Mehrere Stiftungen, der Stadtkirchenverband, die Landeskirche und andere potenzielle Geldgeber wurden angeschrieben. Ziel ist es, in einem Jahr auf diesem Weg etwa die Hälfte des Geldes auf dem Konto zu haben. Die Kirche habe keinen festen Fördertopf für Bauvorhaben in Jugendeinrichtungen, erklärt Blaffert. Daher muss sich die Gemeinde bei den kirchlichen Institutionen um eine gesonderte Projektförderung bemühen – im Wettbewerb mit anderen Antragstellern.

11 000 Euro Spenden allein in zwei Wochen

Zudem haben Blaffert und ihre Mitstreiter begonnen, im Stadtteil aktiv um finanzielle Unterstützung zu werben. Bei einem Sommerfest zugunsten des Kellertreffs kamen jüngst exakt 2330,95 Euro zusammen. Auch andere Sammelaktionen und gezielte Spendenaufrufe waren bereits erfolgreich. So gab der Seniorenkreis der Gemeinde spontan 1000 Euro – und die BKT-Jugendlichen bedankten sich mit selbst gebackenem Käsekuchen. Die Jahrespraktikanten der Gemeinde steuerten 100 Euro bei, mehrere Gemeindemitglieder verzichteten auf Geburtstagsgeschenke und baten stattdessen um Spenden.

Auch Lindener Institutionen sichern Unterstützung zu

In nur zwei Wochen seien schon mehr als 11 .000 Euro eingeworben worden, sagt Blaffert erfreut. „Das ist enorm, und es zeigt, wie viele Menschen sich für unseren Kellertreff einsetzen.“ So hat das Team vom Fössebad und vom Chéz Heinz ebenso Unterstützung zugesagt wie die SpVgg Linden-Nord, die ein Benefizkonzert geben will. Auch über die Stadtteilgrenzen hinaus gibt es Hilfe: Der Landesposaunenwart plane bereits Musikveranstaltungen zugunsten des BKT, sagt Blaffert.

Anfang September ist zudem ein erster Gesprächstermin mit Ratspolitikern und Vertretern der Stadt Hannover angesetzt. Seit 1987 erhält der Kellertreff von der Stadt eine jährliche Zuwendung, mit der in erster Linie eine Vollzeitstelle für einen Sozialarbeiter finanziert wird. Daraus leitet sich allerdings kein Anspruch auf finanzielle Förderung bei Baumaßnahmen ab.

Die Gemeinde habe noch viele Ideen zum Spendensammeln, kündigt Blaffert an. Das große Ziel, bis zum Sommer 2021 den Geldtopf ausreichend gefüllt zu haben, motiviere alle ungemein, sagt die Pastorin. Wer den Kellertreff unterstützen möchte, erfährt mehr auf der Internetseite www.rettet-den-BKT.de.

Täglich 20 bis 30 Besucher

Den BKT gibt es seit mehr als fünf Jahrzehnten. 1967 begann der damalige Sozialarbeiter der Gemeinde mit Jugendlichen aus dem Stadtteil damit, den Jugendkeller einzurichten. Durch die Kooperation mit vielen Einrichtungen und Vereinen im Stadtteil ist der BKT mittlerweile ein fester Bestandteil der Kinder- und Jugendarbeit in Linden. Teilweise waren dort schon die Eltern der aktuellen Jugendlichen in ihrer eigenen Jugend zu Gast. Zurzeit besuchen täglich 20 bis 30 Jugendliche den Treff, in Spitzenzeiten sind es bis zu 50. Zielgruppe sind 13- bis 17-Jährige unabhängig von ihrer religiösen Herkunft. Ältere Gäste sind auch willkommen, sie helfen in der Regel als Ehrenamtliche bei Aktionen, Freizeiten und Zeltlagern mit. Der Jugendkeller verfügt über Wohnzimmer, Küche, Mädchen- und Computerraum, Werkstatt, Spiel- und Sportbereich sowie eine kleine Disco. Zum BKT gehören auch eine Kegelbahn, eine selbst gebaute Skateranlage und ein Beachvolleyballfeld auf einer Grünfläche der Stadt. Die engste und zielgruppenübergreifende Kooperation läuft mit dem Domino, der offenen Kindereinrichtung der Gemeinde.

Von Juliane Kaune

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