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Hannover Sanierungsstau: Stadt mietet Gerüste für Millionen Euro
Nachrichten Hannover Sanierungsstau: Stadt mietet Gerüste für Millionen Euro
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00:16 18.11.2018
Das Bauamt ist seit November 2014 eingerüstet, weil Fassadenteile abbröckeln. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

In städtischen Museen müssen Decken mit Gerüsten abgestützt werden, das bröckelnde Bauamt ist seit vier Jahren eingerüstet – der Sanierungsstau in öffentlichen Gebäuden zwingt Hannovers Verwaltung, immer mehr Stützgerüste anzumieten. Die Kosten für alle angemieteten Gerüste der Stadt gehen in die Millionen Euro, wie aus einem vertraulichen Verwaltungspapier hervorgeht, das der HAZ vorliegt. Allein die Gestänge rund ums Bauamt haben seit November 2014 rund 300.000 Euro verschlungen, ohne dass eine Sanierung in Angriff genommen wurde. Ein Ende der geplanten Mietzeit sei nicht abzusehen, heißt es in dem Papier.

Größter Posten ist das Gerüst rund ums Neue Rathaus gewesen. 600.000 Euro hat die Miete zwischen November 2016 und April 2018 verschlungen. In dieser Zeit wurde die Rathausfassade aufwendig repariert. Auch für die Erneuerung der Goetheschule ist ein Gerüst nötig, das die Stadtkasse mit 280.000 Euro belastet. Einige Gerüste hat die Stadt erworben, etwa das Gestänge am Freizeitheim Ricklingen (Kaufpreis: 27.084 Euro). Für das Dauergerüst an der Albrecht-Dürer-Förderschule hat die Stadt einen reduzierten Preis nach drei Jahren Miete ausgehandelt (von 8500 Euro pro Jahr auf 6900). Wie lange das Gerüst stehen bleibt, ist offen.

Neu hingekommen sind Gerüste innerhalb des Historischen Museums und des Museums August Kestner. Abgehängte Decken haben nicht mehr die erforderliche Tragfähigkeit und müssen vorsorglich abgestützt werden. Die Stadt beginnt aber nicht umgehend mit den nötigen Reparaturen. Für das Historische Museum sieht die „Grobplanung“ einen Sanierungsbeginn Anfang 2020 vor. Für das Kestnermuseum gibt es noch keinen Zeitplan. „Zum Thema Brandschutz wird in Kürze eine Drucksache vorgelegt, zu sonstigen Maßnahmen (inklusive Decken) im Laufe des kommenden Jahres“, sagt Stadtsprecher Dennis Dix. 4000 Euro pro Monat betragen die Mietkosten für die im Museum August Kestner aufgestellten Gerüste. Die Zahl bestätigt auch die Stadt.

Der Freundeskreis des Museums August Kestner befürchtet, dass die Gerüste mehrere Jahre stehen bleiben und den Ausstellungsbetrieb behindern. In einem Brief an diverse Verwaltungsabteilungen schlagen die Förderer vor, die abgehängten Decken komplett zu entfernen, die Elektrik darunter zu erneuern und auf neue Zwischendecken zu verzichten. „Das dürfte am Ende kostengünstiger sein als eine Gerüstmiete für mehrere Jahre“, sagt Klaus Suckow vom Freundeskreis. Das Gebäudemanagement ist wenig überzeugt. „Die vorhandenen abgehängten Decken dienen auch dem Brandschutz und können nicht einfach ersatzlos ausgebaut werden“, sagt Sprecher Dix. Der Freundeskreis hält das nicht für plausibel. In einem Raum des Museums sei bereits eine Zwischendecke entfernt worden, daher sei man auf die Idee gekommen, die Methode auf andere Säle zu übertragen, sagt Suckow. Am Freitag wollen die Museumsfreunde den Kulturausschuss für ihren Vorschlag gewinnen.

Von Andreas Schinkel

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