Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Hannover Ein Blick für jedes einzelne Kind – auch für Hochbegabte
Nachrichten Hannover Ein Blick für jedes einzelne Kind – auch für Hochbegabte
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 01.02.2019
Der differenzierte Blick aufs Kind: Sigrid Promann, die Leiterin der Grundschule Beuthener Straße geht Ende Januar in den Ruhestand. Quelle: Tim Schaarschmidt
Mittelfeld

“Unsere Chefin ist beim FBI“, steht auf einem Schild auf dem Schreibtisch, „wir nennen sie Top-Sigrid“. Ihr Sinn für Humor steht Sigrid Promann ins Gesicht geschrieben. Hierarchische Führungsstrukturen sind nicht ihr Stil. „Hier gibt es keine festen Plätze, auch nicht für die Schulleitung“, sagt die 60-jährige Leiterin der Grundschule Beuthener Straße in Mittelfeld, die zum 1. Februar in den vorzeitigen Ruhestand geht. Seit 1992 ist sie an der Schule, erst als Lehrerin, seit 1999 als Konrektorin, ab 2002 als zunächst kommissarische Schulleiterin. Ein Standortwechsel sei ihr in den vielen Jahren nie in den Sinn gekommen: „Die Schule und ich – das passte einfach.“

Den Schulversuch Hochbegabtenförderung hat sie maßgeblich mit initiiert. Auch heute noch arbeitet die Schule zusammen mit den Grundschulen Kestnerstraße und Brüder Grimm sowie dem Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymnasium in einem Kooperationsverbund.

Aufstieg durch Bildung

Aufgewachsen in Eydelstedt im Kreis Diepholz (“In unserer Dorfschule wurden zwei Jahrgänge in einer Klasse unterrichtet“) hat Promann nach der Grundschule erst die Realschule in der Samtgemeinde Barnstorf besucht, ist nach dem Abschluss weiter auf das Gymnasium in die Kreisstadt gegangen. Sie war das erste Kind aus der Familie, das Abitur gemacht hat. „Die Fahrt zum Gymnasium war von unserem Dorf eine Weltreise“, sagt Promann: „Erst Rad, dann Bus und Zug.“

Dass sie Lehrerin werden wollte, war für Sigrid Promann schnell klar. Sie studierte Deutsch und Geografie für Grund- und Hauptschullehramt an der Universität Hildesheim. Nach Examen und Referendariat an einer Orientierungsstufe in Wallenhorst-Lechtingen (Kreis Osnabrück) reihte sie sich ein ins „Heer der arbeitslosen Lehrer“, hielt sich zehn Jahre lang mit Feuerwehrlehrstellen über Wasser, unter anderem an der Grundschule Laatzen-Grasdorf.

Der differenzierte Blick aufs Kind

Warum sie Rektorin geworden sei? „Ich habe Spaß gehabt zu gestalten und Prozesse zu begleiten, etwas wachsen zu sehen und Veränderung herbeizuführen.“ Selbst hat sie keine eigenen Kinder, sie hat für ihren Beruf gelebt: „Ich habe die Kinder an unserer Schule quasi adoptiert“, sagt sie schmunzelnd. Wichtig sei der Blick aufs einzelne Kind. An die Mittelfelder Grundschule gehen Schüler aus ganz unterschiedlichen Familien, manche haben polnische oder russische, andere türkische Wurzeln. Die Schüler stammen aus mehr als 30 verschiedenen Nationen. Einige kommen aus Mittelstandsfamilien, andere aus armen Haushalten. Einige lernen langsamer, andere besonders schnell. „Es geht darum, alle unter einen Hut zu kriegen, sehr differenziert auf das jeweilige Kind zu schauen, der Blick darf nicht nur nach unten, er muss nach oben gehen.“ Die Kinder müsste man so annehmen, wie sie seien.

„Das bisschen Mehr“ habe sie an der Grundschule erreichen wollen, das experimentierfreudige Kollegium habe ihr dabei stets den Rücken gestärkt, sagt sie. Der Ganztagsausbau ist ihr wichtig, auch als Chance für Kinder, die nicht so gute Startbedingungen von Haus aus hätten. Im Stadtteil sieht sie die Grundschule besonders verankert.

„Zeit für einen Generationenwechsel“

Sigrid Promann findet: „Jetzt ist Zeit für einen Generationenwechsel, nun sollen mal Jüngere ran.“ Die Verwaltungsaufgaben für Schulleiter seien zuletzt immer größer geworden, alles müsse dokumentiert und statistisch erfasst werden. Im Ruhestand will sie Sport treiben (Volleyball und Yoga), sich vielleicht ehrenamtlich engagieren, aber erst mal ausloten, was ihr Spaß macht: „Die Kinder und das Kollegium werden mit fehlen“, sagt sie.

Von Saskia Döhner

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Kontrolleure sind nicht mehr so oft unterwegs, gleichzeitig sinkt auch die Quote der Schwarzfahrer. Möglicherweise will die Üstra auch weiterhin nicht mehr so viel kontrollieren.

01.02.2019

Anwohnerparkzonen sind in Hannover beliebt. Die Stadtverwaltung stellt zum Teil mehr Ausweise aus, als Stellplätze vorhanden sind. Jedoch seien nicht immer alle Plätze belegt, sagt die Stadt.

01.02.2019

Am 29. März veröffentlicht Suzi Quatro über Steamhammer/SPV ihr neues Album „No Control“, die mittlerweile 68-Jährige geht dann auf große Tour – Australien, England, Deutschland. Am 15. Mai spielt sie in Hannover.

29.01.2019