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Hannover Schließfächer geplündert: Polizei Hannover veröffentlicht Fotos der Verdächtigen
Nachrichten Hannover Schließfächer geplündert: Polizei Hannover veröffentlicht Fotos der Verdächtigen
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15:22 23.08.2019
Eine Überwachungskamera der Sparkasse hat die mutmaßlichen Täter gefilmt. Quelle: Polizei
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Hannover

Sie tragen Hemden, Baseballcaps und Sonnenbrillen: Auf Überwachungsfotos sind mehrere Männer in den beiden Sparkassen-Filialen in Hannover zu sehen, die Anfang Juli rund 50 Schließfächer leergeräumt haben sollen. Etwa eineinhalb Monate nach den Taten hat die Polizei nun Aufnahmen aus den Sicherheitskameras der Bankhäuser veröffentlicht und bittet um Zeugenhinweise.

Die Ermittler gehen von einer überregional agierenden Bande aus, die Beute allein in Hannover soll mehr als eine Million Euro betragen haben.

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Da weiterhin jede Spur zu den Dieben fehlt, hofft die Polizei nun über die Veröffentlichung der Bilder auf neue Ermittlungsansätze. Die Täter schlugen am 5. und 6. Juli in den Sparkassen-Filialen am Moltkeplatz (List) und an der Limmerstraße zu.

Auf den jetzt veröffentlichten Aufnahmen ist zu sehen, wie mehrere Männer entweder mit Rucksack oder Umhängetasche in den jeweiligen Schließfachbereich der beiden Bankhäuser gehen. Ihre Gesichter drehen sie dabei nie Richtung Kamera, außerdem sind sie entweder mit Mützen beziehungsweise Kappen oder einer Sonnenbrille verdeckt.

Sparkasse im Vorfeld ausspioniert

Offenbar hatten die Räuber die Sparkassen im Vorfeld ausspioniert: „Wir gehen von überregional agierenden Tätern aus, die sich bereits in den Wochen vor der Tat mehrfach in der Filiale aufgehalten haben“, sagt Behördensprecher André Puiu. Während die Verdächtigen ihre Ziele ausspähten, fielen sie möglicherweise anderen Kunden auf – dies ist eine der Hoffnung der Ermittler. Hinweise werden unter Telefon (0511) 109 55 55 entgegengenommen.

Abgesehen von ihrer geplanten Vorgehensweise vermutet die Polizei, dass die Täter weiteres Wissen über die Sicherheitsmechanismen der Bank hatten. Nach Angaben der Sparkasse hatten sich die Unbekannten nicht gewaltsam Zugriff zu den Inhalten der 48 Schließfächer verschafft – stattdessen hatten sie wohl eine Art Dietrich oder Generalschlüssel.

Darüber hinaus wird der Zutritt zum Raum nur gewährt, wenn derjenige eine entsprechende Chipkarte zum Öffnen der Tür besitzt. Offenbar hatten die Täter im Vorfeld ein Lesegerät am Eingang installiert, um die entsprechenden Daten zu erfassen. Die Sparkasse will ihre Schutzmaßnahmen nun überarbeiten.

Zusammenhänge zu anderen Einbrüchen?

Die Polizei prüft darüber hinaus immer noch, ob ein Zusammenhang mit einem ähnlichen Einbruch im Hamburger Raum besteht. Dort waren ebenfalls Schließfächer einer Filiale der Sparkasse Harburg-Buxtehude leergeräumt worden.

Außerdem befinden sich die Beamten nach wie vor im engen Austausch mit den Kollegen in Halle/Saale (Sachsen-Anhalt). Ein dortiger Einbruch im Juni 2017 weist deutliche Parallelen zu den Taten in Hannover auf: Die Schließfächer waren ebenfalls geplündert worden, nachdem die Einbrecher die Chipkarten der Eingangstür ausgelesen hatten.

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Von Peer Hellerling