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Hannover Region zahlt nicht mehr für Busfahrten in andere Landkreise
Nachrichten Hannover Region zahlt nicht mehr für Busfahrten in andere Landkreise
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00:16 12.05.2019
Wer außerhalb der Region eine Schule besucht, muss künftig mehr für ein Schülerticket bezahlen. Die Region stellt ihre Erstattung ein. Quelle: Kathrin Kutter (Archiv)
Hannover

Eltern, die am Regionsrand wohnen und ihre Kinder auf weiterführenden Schulen in angrenzenden Landkreisen schicken, müssen ab dem nächsten Schuljahr deutlich mehr für die Schülertickets bezahlen. Die Region stellt ihre Kostenerstattung für die Schülerbeförderung in diesen Fällen ein. Nicole Böttcher, die in Pattensen-Vardegötzen wohnt und Zwillingstöchter hat, die die 6. Klasse des Gymnasiums Sarstedt besuchen, kann das nicht verstehen. Sie muss jetzt ab August 90 Euro mehr für die Schülerfahrkarten pro Monat bezahlen, bislang bekommt sie für ihre Töchter einen Zuschuss von jeweils 45 Euro von der Region.

Land ändert Schulgesetz bereits 2015

2015 hatte das Land beschlossen, dass die Kommunen nur noch die Kosten für die Schülerbeförderung übernehmen müssen, wenn tatsächlich die nächste Schule im Sinne des Schulgesetzes besucht wird. Und mit „nächster Schule“ ist nicht der räumlich nächste Standort gemeint, sondern die nächste Schule im jeweiligen Landkreis. Bei Familie Böttcher wäre das nächstgelegene Gymnasium in Laatzen und nicht in Sarstedt, weil das bereits im Landkreis Hildesheim liegt. „Es ist doch widersinnig, dass die Kinder eine Stunde zur Schule fahren sollen, und das bezahlt wird, während die zehnminütige Fahrt nach Sarstedt nicht staatlich unterstützt wird“, kritisiert die Mutter.

Doch genauso ist die Gesetzeslage. Als nächste Schule gilt die Schule der besuchten Schulform im Regionsgebiet, die unter zumutbaren Bedingungen erreicht werden kann. Und als zumutbar gilt ein Schulweg von bis zu 90 Minuten in eine Richtung. Nicole Böttcher findet das für ihre Töchter persönlich allerdings überhaupt nicht zumutbar, auch ein Schulwechsel kommt für sie nicht infrage. Zumindest einen Bestandsschutz müsste es doch geben für die Schüler, die bereits Schulen in anderen Landkreisen besuchen, meint Böttcher. Am Gymnasium Sarstedt sollen mehr als 30 Kinder betroffen sein. Christian Pervelz aus Schulenburg hat sich bewusst dafür entschieden, seine Söhne auf ein Gymnasium zu schicken. In Pattensen gebe es aber nur eine Kooperative Gesamtschule. Deshalb habe er seine Söhne auf dem Gymnasium Sarstedt angemeldet.

184 Schüler von Neuregelung betroffen

Ausnahmen seien nicht möglich, sagt Sonja Wendt, Sprecherin der Region. Immerhin habe die Region freiwillig schon drei Jahre länger die Fahrtkosten erstattet, als sie gesetzlich dazu verpflichtet gewesen wäre. Nun sei das rechtlich nicht mehr möglich, sie verweist auch auf einen Beschluss der Regionsversammlung vom Juni 2018, wonach die kostenfreie Schülerbeförderung zu Schulen außerhalb der Region abgeschafft wird. Das gilt auch für Familien, die ihre Kinder auf Schulen mit speziellen Angeboten (musisches oder altsprachliches Profil) in anderen Landkreisen schicken.

Insgesamt gibt es 184 Schüler, für die die Region ab August die Schülerkarten nicht mehr bezuschusst. Dadurch spart sie 95.000 Euro ein. Sprecherin Wendt verweist darauf, dass die Region die Schülerbeförderung deutlich verbessern wird, dies sei Teil der Tarifreform des Großraum-Verbandes-Hannover (GVH). Ab Ende des Jahres soll es Jugend-Netzkarten geben, die im gesamten Tarifgebiet des GVH gelten. Im Kreis Hildesheim allerdings nicht.

Lesen Sie auch: Grüne fordern landesweites Schülerticket

Von Saskia Döhner

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