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Hannover Schüler fordern Sanierung und eine Oberstufe
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00:18 16.12.2017
Sie wollen sanierte Gebäude und an der IGS Südstadt auch eine Oberstufe: Schüler demonstrieren im Rathaus. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

 Sie kommen mit Regenschirm, selbst gestalteten Plakaten und Spruchbändern – knapp 100 Schüler von drei Schulen haben am Mittwochabend vor der Schulausschusssitzung im Rathaus deutlich ihren Unmut mit der Schulpolitik der Stadt ausgedrückt. 

Mehrere Klassen von der Integrierten Gesamtschule (IGS) Linden stellten sich mit Regenschirmen im Foyer auf die Treppe. Ihre Botschaft: „Wir werden im Regen stehengelassen.“ Noch immer sei unklar, was mit den sechs Klassen geschehen soll, die bislang in der Ihmeschule untergebracht sind, aber ausziehen müssen, wenn die Helene-Lange-Schule das Gebäude der  früheren Förderschule komplett alleine nutzt, da das Gymnasium durch die Umstellung auf das G 9 mehr Platz braucht. Schon Ende November hatte Bildungsdezernentin Rita Maria Rzyski erklärt, man prüfe, welche Lösungen möglich seien. „Wir werden einfach nur vertröstet“, sagt IGS-Lehrer Florian Gaßmann

Undichtes Dach und miserable Toiletten

Die Sanierungsmaßnahmen stockten, kritisierten die Schüler, ob kaputte Fenster, ein undichtes Dach oder miserable Toiletten – die Schäden werden nicht behoben. Ein Vater sagte in der Einwohnerfragestunde, einige Mädchen hätten Atteste, dass sie durch die Toilettennutzung krank geworden seien, zweimal sei schon das Gesundheitsamt in der Schule gewesen, Kinder würden stundenlang in der Schule sitzen und könnten nicht auf Toilette gehen, weil die zu marode und dreckig seien.

Ein Vertreter der Stadt verwies darauf, dass man in einem Ranking ermittelt habe, welche Schultoiletten am dringendsten saniert werden müssten. Es gebe aber mehr als 1000 WC-Anlagen in Hannovers Schulen und 10.000 Sanitärgegenstände wie beispielsweise Waschbecken. Teile der Toiletten seien in der IGS Linden auch bereits saniert worden. Schüler, Eltern und Lehrer wollen weiter protestieren, die Auskünfte der Verwaltung reichten ihnen nicht.

Keine lange Wege für die Schüler

„Was können wir tun, damit die IGS Südstadt eine Oberstufe bekommt?“, fragte ein anderer Vater. Die Eltern, aber auch die Schulleitung hätten alles Erdenkliche getan, die notwendige Schülerzahl für eine Oberstufe werde vorhanden sein, sagte Rzyski. Nun müsse gepüft werden, ob das auch räumlich umsetzbar sei. Entschieden sei aber noch nichts, unterstrich sie. Vermutlich im nächsten Frühjahr soll mit dem Erweiterungsbau begonnen werden, dagegen war aber ein Anwohner juristisch vorgegangen. Es sei Kindern, die sechs Jahre lang eine Schule in der Südstadt besucht hätten, nicht zuzumuten, dass sie zur Oberstufe nach Vahrenwald oder zum Kronsberg müssten, sagte Anna Pfennig, die Schulelternratsvorsitzende der IGS Südstadt. 

Ein Achtklässler bemängelte, dass durch die Bauarbeiten auf dem Schulhof kaum Platz zum Spielen sei. Das werde sich in den nächsten Monaten leider nicht ändern, hieß es vonseiten der Stadt.

Auch Schüler der Goetheschule, die zurzeit am Gymnasium Limmer unterrichtet werden, weil ihr Stammgebäude grundsaniert wird, sind nicht zufrieden mit ihrer Lage. Sie sind im Turm an der Wunstorfer Straße untergebracht und müssen immer mehrere Stockwerke hoch und runter gehen, weil der Fahrstuhl Kindern im Rollstuhl vorbehalten ist. Ob das Stammhaus schon vor früher als geplant fertig werde, fragte ein Junge. „Nein“, sagt ein Vertreter des Bauamtes, „aber auch nicht später.“ Nicht geklärt werden konnte die Frage, ob die Goetheschule nach ihrem Umbau mehr Rasenfläche und ein Fußballplatz haben werde. Wünschen würden es sich die Gymnasiasten jedenfalls.

Von Saskia Döhner

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