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Hannover Eltern fordern gemeinsame Anmeldetermine für Gymnasien und Gesamtschulen
Nachrichten Hannover Eltern fordern gemeinsame Anmeldetermine für Gymnasien und Gesamtschulen
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09:00 07.06.2019
Das Kindeswohl muss im Vordergrund stehen: René Weiske, Sonja Otto und Michael Jürgens vom Stadtelternrat fordern gemeinsame Anmeldetermine für die weiterführenden Schulen. Quelle: Samantha Franson
Hannover

Der Stadtelternrat fordert gemeinsame Anmeldetermine für den Wechsel auf die weiterführenden Schulen. Bislang läuft dies für Integrierte Gesamtschulen (IGS), die Privatschulen und die Schulen des gegliederten Systems, also Gymnasien, Realschulen und Oberschulen strikt getrennt. Die Stadt hat mitgeteilt, dass sie grundsätzlich für beide Verfahren – gemeinsame wie getrennte Anmeldetermine – offen ist.

Kein Recht auf einen IGS-Platz

In dieser Woche haben die Eltern ihre angehenden Fünftklässler auf den Gymnasien angemeldet, der Termin für die Gesamtschulen war schon im Mai. Gesetzlich steckt dahinter, dass Gesamtschulen Angebotsschulen sind. Das heißt: Eltern haben – anders als bei Gymnasien – nicht das Recht auf einen IGS-Platz. Wenn mehr Kinder an einer IGS angemeldet werden als Plätze vorhanden sind, wird gelost. Finden die abgelehnten Kinder auch an keiner anderen IGS einen Platz, müssen die Eltern auf eine Ober- oder Realschule oder auf ein Gymnasium ausweichen. Bei den Gymnasien müssen alle Eltern, die für ihr Kind einen Gymnasialplatz wollen, diesen auch bekommen, nicht unbedingt an ihrer Wunschschule, aber an einem anderen Gymnasium.

„Eine gemeinsame Anmeldung würde den Elternwillen besser widerspiegeln als getrennte Verfahren“, sagt Sonja Otto, stellvertretende Vorsitzende des Stadtelternrates. Auf einem Zettel könnten Familien dann wirklich alle Wunschschulen notieren. So könnten Familien, denen kurze Schulwege wichtig seien, die IGS im Bezirk als Erstwahl und das benachbarte Gymnasium als Zweitwahl angeben oder umgekehrt. Das Anmeldeverfahren würde deutlich einfacher, betont Otto.

Die Verteilerkonferenz, bei der die Schulleitungen darüber beraten, wo die abgelehnten Bewerber aufgenommen werden könnten, sei zwar dann ungleich anspruchsvoller, sagt Michael Jürgens, Mitglied im Vorstand des Stadtelternrates, aber vielleicht am Ende zufriedenstellender für alle Beteiligten.

Grundschuleltern besser informieren

Wichtig sei es auch, die Grundschuleltern umfassend über die Schultypen zu informieren. Viele wählten das Gymnasium, weil sie meinten, Abitur sei das Beste für ihr Kind. Sie wüssten nicht, welche Wege Gesamt- oder Realschulen, aber auch berufsbildende Schulen eröffneten.

Zur SPD-Forderung nach einer zwölften IGS in Hannover wollen sich die Elternvertreter noch nicht positionieren. Klar sei, dass eine weitere weiterführende Schule – neben dem 18. Gymnasium – nötig sei, sagte René Weiske, ebenfalls im Vorstand des Stadtelternrates. Eine neue Schule dürfe nicht zur Konkurrenz für die bestehenden werden. Auch auf die Frage, wo Kinder, die aufgrund mangelnder Leistungen eine Schulform verlassen müssen, am besten untergebracht werden sollen, gebe es keine eindeutige Antwort: „Das Kindeswohl muss an erster Stelle stehen.“

Zahl der Schulformwechsler völlig offen

Bildungsdezernentin Rita Maria Rzyski betont, dass noch keineswegs feststehe, wie viele Schulformwechsler es in diesem Jahr geben werde. Die Noten seien noch nicht verteilt, die Zeugniskonferenzen noch nicht gewesen. In den vergangenen Jahren hatten zwischen 450 und 588 Schüler die Schulform gewechselt.

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Von Saskia Döhner

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