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Hannover So klingt „Kristallkind“ von Sängerin Laura Lato aus Hannover
Nachrichten Hannover So klingt „Kristallkind“ von Sängerin Laura Lato aus Hannover
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08:15 12.06.2019
Laura Lato stellt bei der Releaseparty ihr Album „Kristallkind“ im Magic-Mile-Studio vor. Quelle: Detlev Habicht/Soulshots
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Hannover

Als hätte es ein Regisseur so inszeniert: Die hannoversche Sängerin Laura Lato stellt ihr Debütalbum „Kristallkind“ in einem Minikonzert vor – und wie um Nachdruck zu verleihen, gibt's Blitz und Donner als Dreingabe. Der erste Song auf dem Album heißt „Es regnet“. Und ja: Es regnet dann tatsächlich. Dicke Tropfen fallen am Freitagabend auf Hannover und das Badenstedter Magic-Mile-Studio, den Ort der Premiere. Unbezahlbare Inszenierung für das traurige Lied, das vom Ertrinken in Tränen, von Kälte, Leere und Schmerz auf nasser Haut handelt. Wenn schon Melancholie, dann voll Pulle.

Depri und Disco – immer volle Pulle

Die 13 Songs vom Album „Kristallkind“ sind alle so: immer volle Pulle. Das Traurige ist wirklich tieftraurig, das Rührende immer gerührt, nie geschüttelt. Das Tiefgründige so grundlos, dass der Marianengraben einpacken kann. „Schiffswrack“, „Immer wenn es dunkel wird“ und „Die Sucht“, das sind diese Songs aus der Seelendunkelkammer. Aber neben diesem Gang durchs Tal der Tränen gibt es auf dem Album auch die Ecke mit den Partysongs. Und die reiten genauso kompromisslos, schwerelos auf dem Gute-Laune-Groove ins Glitzerlicht des Popschlagers: „Voodoo“, „Asche der Nacht“ (Helene Fischer lässt grüßen!) und „Schere, Stein, Papier“ heißen diese Titel.

Ein bisschen Disney-Drama ist erlaubt

Irgendwie klingt das alles etwas anders, als der übliche Zeitgeistsound. Der hat ja nun schon ein paar Jahre lang in einem Furor der Beiläufigkeit jede Befindlichkeitsbagatelle zum Besonderen erklärt. Zeit für was Neues also? Laura Lato, 23 Jahre alt, aufgewachsen im Sehnder Ortsteil Ilten, traut sich da was, was manchmal ein bisschen wie Alice im Wunderland daherkommt. Drama, Musical und eben musikalische Momente, die an die Monsterballaden aus dem Disney-Repertoire denken lassen: Pocahontas? Mulan? Die Schöne und die Biester! Und diese Referenz ist bitte als Kompliment ans Songwriting zu verstehen.

Album-Cover „Kristallkind“. Quelle: Magic Mile

Produzenten: Jens Eckhoff und Stavros Iannou

Laura Lato – sie heißt eigentlich Laura Diederich – hat das Album gemeinsam mit Jens Eckhoff und Stavros Ioannou komponiert und produziert. Beide sind Hannoveraner. Eckhoff war Keyboarder, Gitarrist und wichtigster Komponist in der Nuller-Jahre-Wunderband Wir sind Helden – damals noch unter dem Fantasienamen Jean-Michel Tourette. Ioannou hat sich als Gitarrist, Komponist und Remixer unter anderem für Missy Elliott, Lena und Roachford einen Namen gemacht. Es darf vermutet werden, dass das Komponistenduo ebenso ein Glücksfall für Lato ist wie deren Stimme ein Glücksfall für die Komponisten. Das beides ein Glücksfall fürs Publikum ist, hat sich bei der 125-Jahre-Madsack-Feier vor ziemlich genau einem Jahr gezeigt: Da sang Lato auf der Bühne vor dem Anzeiger-Hochhaus – und das Publikum war begeistert.

Das Team hinter dem Album: Die Produzenten Stavros Ioannou (v. l.) und Jens Eckhoff, Sängerin Laura Lato und Labelchef Volker Pape. Quelle: Andreas Gladis

Platz 28 in den iTunes-Charts

So eine Stimme wie die von Lato hat Hannover schon länger nicht gehört. Musikhochschule? Eine der einschlägigen Popakademien der Stadt? Nein, nichts da. Ein bisschen Gesangscoaching im Alter von 14, 15 Jahren. Der Rest ist pures Talent und ein ordentliches Maß an Bereitschaft, sich für ein Ziel zu quälen. Dass das Album binnen 24 Stunden nach der Veröffentlichung auf Rang 28 der Pop-Charts bei iTunes stieg, ist dabei vermutlich nur ein erstes Etappenziel.

Laura Lato auf Platz 28 in den iTunes-Charts – zwischen The Divine Comedy und den Backstreet Boys. Quelle: Screenshot iTunes

Laura Lato tritt am 8. November im Lux am Schwarzen Bär auf. Der Vorverkauf beginnt am 14. Juni. 

Hier lesen Sie mehr

Wie Laura Lato ihrem „Asche der Nacht“-Video eine 50-Shades-Optik verleiht.

Der Bericht zur Debüt-Single „Voodoo“.

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