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Hannover So laufen die Aufräumarbeiten nach dem Unwetter
Nachrichten Hannover So laufen die Aufräumarbeiten nach dem Unwetter
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17:09 23.06.2017
Vor allem in der Südstadt waren zahlreiche Bäume umgekippt. Quelle: Michael Thomas
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Hannover

Nach dem heftigen Unwetter hat Hannover am Freitag mit dem Aufräumen begonnen. Am Donnerstagabend war ein Gewitter über Hannover hinweg gezogen und hatte erhebliche Schäden verursacht. Keller liefen voll Wasser, Bäume stürzten auf die Oberleitungen der Stadtbahn und auf Straßen. Die Feuerwehr war bereits in der Nacht zu mehr als 500 Einsätzen gerufen worden.  Von Freitagfrüh bis zum Mittag kamen noch fast 100 weitere hinzu, nachdem bei der Leitstelle weitere Sturmschäden gemeldet worden waren – vor allem Wasserschäden, umgestürzte Bäume und abgebrochene Äste. Insgesamt waren rund 570 Kräfte der Feuerwehr im Einsatz.

Besonders heftig hatte es die Südstadt getroffen. Dort waren seit dem frühen Morgen die Geräusche von Motorsägen zu hören, unter anderem am Altenbekener Damm musste die Feuerwehr gleich mehrere umgestürzte Bäume beseitigen, die noch auf den Fuß- und Radwegen lagen. Die Feuerwehr hatte sich in der Nacht darauf beschränken müssen, die Straßen freizuräumen, und die Bereiche um die umgekippten Bäume bis zum Morgen mit Flatterband abgesperrt. In der Leinstraße in Hannover-Mitte musste die Feuerwehr am Vormittag in einem Gebäude einen Fahrstuhlschacht auspumpen, der mit Wasser vollgelaufen war. Abgesperrt war auch der Bereich rund um das Aspria am Maschsee, nachdem dort im Sturm mehrere Bäume und Äste umgestürzt waren. Gleiches galt für einige Uferwege am Maschsee, die durch vom Sturm gefällte Bäume versperrt waren.

Auch auf den Friedhöfen in Hannover war am Tag nach dem Unwetter einiges los: Am Stadtteilfriedhof Fössefeld waren zahlreiche Äste ausgebrochen. Janina Bartsch vom Fachbereich Umwelt und Stadtgrün sägte mit Chefin Stephanie Strickstrack die Wege frei. Die beiden hatten schon auf den anderen Friedhöfen in Limmer, Ricklingen, Badenstedt und am Lindener Berg für Ordnung gesorgt. "Hiernach ist Feierabend, Montag ist dann Holztag", sagte Strickstrack. Das ganze Holz werde dann geschreddert und zu Kompost verarbeitet.

OP-Saal auf der Bult gesperrt

Aufräumen hieß es am Vormittag auch in der Klinik auf der Bult. Dort war der OP-Saal 1 und die dazugehörige Herrenumkleide vollgelaufen, beide Räume bleiben noch für einige Tage gesperrt. Zudem wurde der tiefergelegene Eingangsbereich des Patientengebäudes in der Nacht überflutet, doch die Mitarbeiter handelten schnell und konnten das Eindringen von Wasser in den Bereich mit teuren Hirnuntersuchungsgeräten verhindern.

Auch am Friederikenstift war das Unwetter nicht spurlos vorbeigezogen. Eine lange Liste an Schäden konnte Diakoveresprecher Achim Balkhoff aufzählen: Das Dach wurde beschädigt, ebenso die Heizungszentrale, 40 Quadratmeter Filzboden müssen erneuert werden, der Keller stand teilweise unter Wasser. "Auch die Trafostation ist in Mitleidenschaft gezogen worden", berichtet Balkhoff. Wie hoch die entstandenen Kosten sind, kann er noch nicht sagen. "Es sind aber alle verfügbaren Handwerker im Einsatz - und heute morgen haben schon viele Mitarbeiter drei Stunden lang mitangepackt und den Keller wiederhergestellt", sagt Balkhoff

Wassereinbruch im Historischen Museum

Das Historische Museum hatte nach dem schweren Gewitter ebenfalls einen Wassereinbruch zu verzeichnen. Das Unwetter habe die Regenmassen durch die Rohre sowohl ins Magazin als auch bis in die Büros gedrückt. "Bis in die zweite Etage wurden Pfützen entdeckt", sagt Museumssprecherin Kirsten Tepper. Allerdings seien die Ausstellungsstücke bereits im Vorfeld so gelagert worden, dass größere Schäden verhindert werden konnten. Derzeit werden die betroffenen Bereiche trockengelegt. Das Familienfest am Sonntag werde zudem wie geplant stattfinden.

Auch die Oper war von dem Unwetter betroffen: Dort musste am Abend die Vorstellung von Verdis "Macht des Schicksals" abgebrochen werden. Besucher können mit den Karten eine andere Vorstellung besuchen oder sich das Geld erstatten lassen. Am Opernhaus gibt es keine Regenrinnen, das Wasser sei an mehreren Stellen hereingebrochen und auch aus Waschbecken herausgedrückt worden. "Wir haben viel Elektrik im Haus, da mussten wir aus Sicherheitsgründen sofort handeln", sagte Verwaltungsdirektor Jürgen Braasch. Die kommenden Aufführungen sollen aber nach Plan laufen. Vom Wasser betroffene Bereiche wurden trocken gelegt und die Bühne sei am Freitag auch wieder frei gegeben worden.

Andrang am Hauptbahnhof

Viel Geduld mussten am Freitagvormittag Bahnreisende aufbringen. Bis zum Mittag war die Strecke Hannover-Hamburg noch gesperrt. Die Folge waren lange Schlangen am Infoschalter der Deutschen Bahn im Hauptbahnhof von Hannover. Die Bahn betonte, dass es auch auf den freigegebenen Strecken weiter zu Verspätungen und Ausfällen kommen könne. Nach Angaben einer Sprecherin fehlten zu Betriebsbeginn teilweise Lokführer, da diese – wie zahlreiche Passagiere auch – am Donnerstagabend unterwegs gestrandet seien. Zudem würden Züge in den Bahnhöfen mitunter auf falschen Gleisen stehen. "Wir hoffen, dass sich im Laufe des Tages alles normalisiert", sagte die Sprecherin der HAZ am Morgen. Ein HAZ-Leser berichtete von einem ICE, der um 2.40 Uhr von Hannover nach Berlin fahren sollte und gegen 8 Uhr weiter im Hauptbahnhof von Hannover stand. Grund auch hier ein fehlender Lokführer.

Von Johanna Stein, Alexander Reupke, Peer Hellerling, Elisabeth Woldt, Michael Thomas und Frerk Schenker

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