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Hannover So schmeckt es auf Hannovers Weihnachtsmarkt
Nachrichten Hannover So schmeckt es auf Hannovers Weihnachtsmarkt
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00:18 04.12.2017
Der Weihnachtsmarkt in der Altstadt. Quelle: Heidrich
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Hannover

Winzerglühwein. Das Angebot begegnet uns immer wieder: Winzerglühwein. Klingt ja verlockend. Nur was verbirgt sich dahinter? Wir nippen an drei der Premiumgetränke und erkundigen uns an den Ständen, wie denn der Name des jeweiligen Winzers sei. Am ersten Stand zuckt man mit den Schultern. Am zweiten Stand werden wir aufgeklärt, dass der Name geheim sei, man dürfe nur verraten, dass der Winzer aus Mainz stamme. „Aus Mainz?“ – „Ja, aus Mainz!“. Und am dritten Stand ist man so engagiert, dass man ins Lager geht, um uns dann die Info zu überbringen, dass der Wein aus Süddeutschland stamme, ein Winzer sei nicht ersichtlich. Sie bleiben also vorerst mysteriöse Getränke, die außerdem folgendes gemeinsam haben: Sie schmecken trotz ihrer Süße sauer, sind stechend scharf vom Alkohol und völlig überwürzt. 

An einem weiteren Stand entdecken wir später Flaschen mit Winzerglühwein auf dem Etikett, offen ausgestellt. Das ist doch mal echte Transparenz! Wir rufen in der badischen Kellerei an, die das Produkt herstellt, und erfahren, dass die verwendeten Trauben (Spätburgunder, Regent und Dornfelder) von vielen Vertragswinzern aus Baden stammen. Und der Geschmack? Gar nicht so übel, das muss man zugestehen. Aber was heißt jetzt eigentlich Winzerglühwei“? Wir fragen kurzerhand im Deutschen Weininstitut nach. Uns wird erklärt, dass ein Erzeuger, wenn er seinen Glühwein aus eigenen Weinen selbst zubereitet, das Produkt als Winzerglühwein bezeichnen darf. Grundsätzlich sollte also jeder Stand auch in der Lage sein, ein produzierendes Weingut zu nennen. 

Wobei sich selbst dann noch kein Rückschluss auf Qualität ableiten lässt. Es gibt ja auch schlechte deutsche Winzer. Und schlechten deutschen Wein. Zuallererst ist Winzerglühwein also eine Worthülse. Und nun? Alle Hoffnung verloren? Nein! An Glühweinanbietern mangelt es ja nicht, und wir werden auf einen kleinen Stand gegenüber dem Eingang der Marktkirche aufmerksam, der sich fast demütig an die Rückseite eines Feuerzangenbowle-Standes schmiegt. Aus Grauburgunder (3,50 Euro) und Spätburgunder (3 Euro) werden hier die Winzerglühweine frisch zubereitet, die ausschließlich vom biozertifizierten Weingut Müller aus der Pfalz stammen. Es werden echte Gewürze verwendet, gesüßt wird mit Vollrohrzucker und Traubensaft. Das ist hochwertiger Glühwein, der jeden Cent wert ist. Beim Roten ist sogar die Rebsorte noch zu schmecken!

Wer sich lieber an einem Glühbier versuchen möchte, kann in der Knochenhauerstraße zum Stand des Altstadt-Treffs gehen. Hier gibt es Detmolder Glühbier (3 Euro), das mit Sauerkirschsaft, Zimt und Nelkenaroma hergestellt wird. Schmeckt ganz gut. Eins drauf setzt allerdings der kleine Stand McChouffe am Ballhofplatz: Hier gibt es belgisches Glühbier (4 Euro), dazu reift Dunkelbier mit Kirschen in Holzfässern, bevor es mit Gewürzen verfeinert wird. Im nah gelegenen historischen Dorf finden sich dann auch Met, Fruchtwein, vielerorts gibt es Punsch und Jagertee. Unsere Lust auf Experimente geht jedoch zur Neige – wir sind nämlich hungrig. 

Klar, der Weihnachtsmarkt trumpft mit unzähligen Spezialitäten auf. Wer es schlicht und zugleich umständlich mag, der sollte einen Blick zum Stand Almgourmet an der Marktkirche werfen. Die Hirschwurzen (ein Paar für 5 Euro) schmecken gut, der vollmundige, kräftige Klostertaler Höhlenkäse (100g/3,99 Euro) ist herausragend und harmoniert perfekt mit einem Glas Wein oder einem Bier. Am besten alles direkt am Stand mundgerecht zerteilen lassen! Dazu passt Schüttelbrot (3,50 Euro). Aber Vorsicht: Es gibt hier nicht die knusprige, sondern die zähere, dickere Variante. Für die einen ist das eine Delikatesse, für die anderen teures Entenbrot. Wem das Winterpicknick zu anstrengend ist, dem seien als Snack die frischen Kartoffelchips (4 Euro) bei Swiatek (Eingang Knochenhauerstraße) ans Herz gelegt. 

Als gut empfinden wir die überwürzigen Hanf-Taschen (7 Euro) im Historischen Dorf, deren Genusswert aber wahrscheinlich proportional zum Alkoholpegel steigt. Halt machen wir dort außerdem beim Stand Mundgerecht, der uns mit Entenkeulen, Rot- und Grünkohl anlockt, die in gusseisernen Pfannen geduldig vor sich hin brodeln. Wir probieren eine Wurst im Brotteig (3 Euro), die gut schmeckt – wie, ja, wie eine Wurst im Brotteig eben so schmeckt. Nicht überzeugen kann uns der warme Leberkäse (4 Euro) im Wunschbrunnenwald, was an der Qualität der Wurstware, aber vor allem am Brötchen liegt, das uns an Pappe erinnert. 

Wir probieren ordentliche Fleischspieße, mäßige Goldlocken und gute Fischbrötchen, unser Favorit ist nach zehn stichprobenartigen Kostproben allerdings Lángos, die an einem Stand in der Knochenhauerstraße (gegenüber der Bar Celona) angeboten werden. Wir verkosten die Variante mit Käse und Schinken (6 Euro). Der luftige Hefeteig wird frisch in Fett ausgebacken, mit Sauerrahm und Knoblauchöl bestrichen, dann folgen die übrigen Zutaten sowie Salz und Pfeffer. Wir klappen die ungarische Spezialität zusammen und schwelgen – ein ganz wunderbarer Imbiss und obendrein sind hier auch die Winzerglühweine (je 3 Euro) vom Weingut Fridrichs an der Mosel zu empfehlen! 

Ein süßer Abschluss muss natürlich auch noch sein. Von Poffertjes über Crêpes bis hin zu Baumstriezeln: Nichts lässt der Weihnachtsmarkt vermissen. Wer das Besondere sucht, sollte einen Blick zur Süßen Kraemerey im Historischen Dorf (Ecke Roßmühle/Burgstraße) werfen. Dort gibt es knusprige Mandeln in diversen Geschmacksvarianten, es gibt Schokofrüchte, Nougat- und Marzipanspezialitäten. Wir schwärmen für Erdnuss- und Meersalzkaramell (100g für 3,80 Euro) und besonders für die tollen Macadamia-Nüsse im Sesam-Honig-Mantel (100 g/4,50 Euro) – woher stammen eigentlich die Süßigkeiten? Oder ist das ein Geheimnis? Nein, nein, werden importiert, erfahren wir, aus England und Italien, und die Macadamias produziere der Michel bei Frankfurt

Von Hannes Finkbeiner

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