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Hannover So schön war Hannovers alte Markthalle
Nachrichten Hannover So schön war Hannovers alte Markthalle
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15:30 27.07.2019
Hannovers Markthalle im Jahr 1930 – eine Postkarte zeigt die alte Pracht. Quelle: privat
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Hannover

Alle paar Jahre erlebt Hannover einen neuen Anlauf, Hannovers alte Jugendstil-Markthalle wieder aufzubauen oder zumindest an die alte Pracht anzuknüpfen. Mal sind es Investoren, die einen Neustart wagen wollen, mal Freunde alter Architektur, zuletzt beides. Hier sind vier Gründe, warum es bisher immer gescheitert ist.

1. Hannovers alte Markthalle passt nicht mehr

Rein räumlich lässt sich die alte Markthalle nicht mehr wiederaufbauen, jedenfalls nicht ohne schweren Eingriff in den Stadtgrundriss. Denn die Karmarschstraße zwischen Klickmühle und Markthalle war früher eine enge Altstadtgasse. Heute benötigt der Verkehr viel mehr Platz, weil nicht mehr Pferdewagen und wenige Fahrräder verkehren, sondern Massen von Autos, Lieferfahrzeugen, Fahrrädern und Fußgängern. Die Nachkriegs-Markthalle ist deshalb deutlich schmaler. Würde man die alte wieder aufbauen, würde sie weit in die Karmarschstraße hineinragen.

2. Die Halle ist langfristig verpachtet

Ein Freundeskreis um den hannoverschen Notar Bernhard Wedler hat die Markthalle in den Neunzigerjahren mit einem langfristigen Pachtvertrag von der Stadt übernommen. Seitdem haben die Gesellschafter immer wieder investiert, etwa in die Fassade zur Karmarschstraße, in Haustechnik und zuletzt in die Toiletten – was auch dringend nötig war. Derzeit lassen die Gesellschafter kein Interesse erkennen zu verkaufen. Wedler sagt, sie hingen an der Markthalle.

3. Denkmalschutz auf der Halle

Das Nachkriegsmodell der Markthalle steht schon wieder unter Denkmalschutz. Manchen wundert das, weil es auf den ersten Blick wie ein unförmiger Kasten aussieht. Wer aber genauer hinschaut, erkennt alle Merkmale der Fünfzigerjahrearchitektur: Die feinen Verstrebungen der Fenster, der Stolz des freitragenden Daches, die klare Kontur des Gebäudes ohne damals als überflüssig empfundenen Fassadenschmuck. Man muss das nicht gut finden – aber es gehört zu unserer Baugeschichte, und die will der Denkmalschutz bewahren.

4. Das Baudezernat isst dort gerne

Baudezernent Uwe Bodemann hält nicht viel von rekonstruierender Architektur, er hält sie für rückwärtsgewandt. Deshalb blitzen Initiatoren, die wegen einer Erneuerung der Markthalle bei ihm vorstellig werden, meist ziemlich rigoros ab. Vielleicht spielt außer architektonischen Grundsatzüberlegungen aber auch das eine Rolle: Weite Teile des hannoverschen Baudezernats schlendern zur Mittagspause gerne in die Markthalle und genießen dort preiswerte Brötchenhälften und dazu einen Cappuccino. Wenn eine neue Markthalle gebaut würde, egal ob in neuem oder historischen Gewand, würden die Preise wohl steigen – und man müsste sich mittags eine andere Location suchen.

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