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Hannover So soll Migration in Hannover besser gelingen
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19:19 11.06.2019
v.l.: Luca Jorado (Faust), Hans-Michael Krüger (Faust), Monika Singh (Kargah), Wolfgang Becker (Miso), Bettina Doering (Stadt, FB Migration und Integration) Quelle: Bauch
Hannover

Vor zehn Jahren wurde der Lokale Integrationsplan (Lip) ins Leben gerufen. Theoretisch ein engagiertes Projekt, das in der Praxis in den vergangenen Jahren allerdings noch längst nicht alle erreicht hat. Ein Zukunftskongress organisiert vom Kulturzentrum Faust, dem interkulturellen Verein Kargah und dem MiSO-Netzwerk von Migrantenselbstorganisationen am Wochenende im Kulturzentrum soll Anlass sein, Bilanz zu ziehen und neue Strategien zu entwickeln.

Stadt ist eingebunden

Auch die Stadt ist eingebunden. Sozialdezernentin Konstanze Beckedorf wird in einer Podiumsdiskussion Stellung beziehen. „Der Integrationsplan ist mit Sicherheit kein totes Papier“, sagt Bettina Doering, Bereichsleiterin Migration und Integration. Er habe viele Projekte ermöglicht. „Wir wünschen uns einen offenen Dialog. Aber es gibt Schwierigkeiten, bestimmte Gruppen anzusprechen, die noch nicht organisiert sind“, so Doering. Es stelle sich die Frage, wie man an die Lebenswirklichkeit der Menschen herankomme. „Es gibt eine hohe Motivation, aber vielleicht noch nicht die richtige Strategie.“

Leitfaden für Integration

Der Integrationsplan sollte der Stadt einen Leitfaden für Intergration und Einwanderung geben. Allerdings ist er nach Ansicht von Kargah-Mitarbeiterin Monika Singh eher als Verwaltungsdokument in den Schubladen verschwunden. „Wir wünschen uns, dass die Bürger sich aktiv an der Neugestaltung des Plans beteiligen.“ Ziel sei es, gemeinsam Perspektiven für Hannover als Einwanderungsstadt zu entwickeln. „Wir brauchen eine konkrete Integrationspolitik, die die Lebenslagen und Interessen der Migranten berücksichtigt“, so Singh. Allerdings würden diese nicht immer genügend erreicht. Und auch die Wirksamkeit etwa der Integrationsbeiräte sei gering. „Dort fehlen Mitstreiter, außerdem kann nichts entschieden werden“, betont Singh. So erlahme das politische Interesse.

Ein Drittel der Migranten kennt den Integrationsplan nicht

Da vielen Migranten der Integrationsplan unbekannt ist, geht es auch darum, wie man das Thema an die Leute bringen kann. „Es gibt ein starkes Interesse, sich einzubringen“, betonte MiSO-Sprecher Wolfgang Becker. Zwar würde ein Drittel der Migranten die Inhalte des Integrationsplans nicht kennen, darauf angesprochen würden sich aber rund 85 Prozent gerne beteiligen. Themen gibt es genug, ob es um Anerkennung von Zeugnissen, Jobmaßnahmen, Unterbringung, rechtliche Beratung oder die Stärkung der Integrationsbeiräte geht. Auch die Internetseite der Stadt könnte sich nach Ansicht der Veranstalter in Sachen Integration mehr öffnen – etwa mit mehrsprachigen Einträgen.

Kongress zur Zukunft der Integration

In einem Zukunftskongress zum Thema Lokaler Integrationsplan am Sonnabend, 15. Juni, im Kulturzentrum Faust in Linden-Nord sollen die Erfahrungen diskutiert und ein Leitfaden für künftiges Handeln entwickelt werden. Veranstaltet wird der Kongress von Faust, dem interkulturellen Verein Kargah und dem MiSO-Netzwerk von Migrantenselbstorganisationen. In eienr Reihe von Workshops und Diskussionen geht es um Demokratie, Stadtleben und Erwachsenenbildung. Die Organisatoren erhoffen sich vor allem Austausch zwischen Verwaltung und Migranten sowie die Umsetzung konkreter Maßnahmen. Der Kongress findet von 10 bis 18 Uhr in der Warenannahme des Kulturzentrums, Zur Bettfedernfabrik, statt. Anmeldungen unter lip@kulturzentrum-faust.de

Von Susanna Bauch

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