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Hannover So war die Premiere des Hannover-Dramas „Malak“ im Astor-Kino
Nachrichten Hannover So war die Premiere des Hannover-Dramas „Malak“ im Astor-Kino
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15:07 10.08.2019
„Krasse Erfahrung“: Schauspieler Bunga Lopez und Regisseur Timo Hinkelmann vor der Premiere von „Malak“. Quelle: Frank Wilde
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Hannover

Eine düsterere Geschichte über Hannover: Am Freitag feierte der Film „Malak“ vor Gästen und Promis Premiere im Astor-Kino. Mehr als 450 Zuschauer waren gekommen, um sich das Drama, das in Hannover spielt und hier gedreht wurde, anzuschauen.

In „Malak“ geht es um eine muslimische Familie aus Mali, die durch einen streng-gläubigen und gewalttätigen Vater, Baba (gespielt von Lewis Lovely Asamoah), auseinandergerissen wird. Die Familie ist arm und durch Wettschulden des Vaters auf das Einkommen der Mutter aus ihrem Job im Waschsalon angewiesen. Der Jugendliche Kazim (Bunga Lopez) hat den Tod seines jüngeren Bruders Malak nicht verkraftet und driftet in das kleinkriminelle Milieu ab. Erst viele Jahre nach einem tragischen Ereignis, das die Familie letztendlich auseinander reißt, finden sich Kinder und Eltern wieder und sehen sich dabei mit ihren unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten konfrontiert.

Laien stehen vor der Kamera

Das besondere an dem Film von Regisseur Timo Hinkelmann: Es stehen fast ausschließlich Schauspielneulinge vor der Kamera. Hauptdarsteller Bunga Lopez (25) etwa spielte vor zwei Jahren lediglich in einem Kurzfilm mit. „Ansonsten hatte ich keine Schauspielerfahrung“, sagt Lopez, der sich nun aber vorstellen kann, weiter in der Filmindustrie tätig zu sein. „Das war schon eine krasse Erfahrung.“

Nur Imad Mardnli (43), der aus der Netflix-Serie „Dogs of Berlin“ bekannt ist, arbeitete schon häufiger beim Film.

Gerald Asamoah (von links) ist zur Premiere von „Malak“ gekommen. Sein Bruder Lewis spielt in dem Drama den Familienvater Baba. Auch der ehemalige Fußballer Fabian Ernst ist im Astor dabei. Quelle: Frank Wilde

Auch Lewis Asamoah (35) ist ein Neuling in der Filmbranche. Der kleinere Bruder des früheren 96-Profis Gerald Asamoah (40) spielt in dem Drama den strenggläubigen und gewalttätigen Familienvater „Baba“. „Als mir Lewis gesagt hat, dass er jetzt Schauspieler ist, habe ich zuerst geschmunzelt“, sagt Gerald Asamoah, der bei der Premiere im Astor dabei war. „Ich dachte erst, dass er Scherze macht.“

Dann habe er gesehen, dass wirklich etwas entsteht, und sei nun sehr stolz auf seinen Bruder. „Ich denke, die Handlung spiegelt schon das Leben wider“, sagt Asamoah. „Das haben viele Migrantenfamilien erlebt. Der Vater verspielt das Geld, und die Mutter versucht, alles zusammenzuhalten.“

Film kostet nur 700 Euro

Und die Laienschauspieler machen sich gut – auch wenn man sicherlich die Unerfahrenheit in der ein oder anderen Szene merkt. „Vor allem die Kinder waren echt super“, sagt ein Zuschauer. Eine andere bemängelt, dass der Film zu gewalttätig sei. Für eine andere Zuschauerin war Carla Sow, die die Rolle der Zahra spielt, die überzeugendste Schauspielerin.

 

Dennoch: Dafür, dass der Film lediglich 700 Euro gekostet hat, ist ein hochwertiges Produkt entstanden, das sich durchaus sehen lassen kann. Eine Förderung über 40.000 Euro hatte Hinkelmann abgelehnt, weil er keinen Kurzfilm drehen wollte. Was es zu bezahlen gab, streckte der Regisseur selbst vor.

Wie er das Projekt mit nur 700 Euro realisiert hat? „Mit einem starken Willen und guten Überredungskräften“, sagt Hinkelmann. Denn auf ihre Gage müssen die Schauspieler zunächst verzichten. Sie werden genauso wie Hinkelmann erst entlohnt, wenn der Film Geld einspielt.

Wer die Premiere von „Malak“ verpasst hat, der hat am Montag, 19. August, um 20.15 Uhr erneut die Chance, den Film zu sehen. Dann läuft das Drama ein zweites Mal im Astor. Und dann wird auch entschieden, ob „Malak“ in das Programm des Kinos aufgenommen wird.

 

450 Zuschauer sind zur Premiere des in Hannover gedrehten Films Malak gekommen. Quelle: Frank Wilde

Von Lisa Malecha

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