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Hannover Kurioser Vorschlag: Führen Radwege in Hannover bald über Sportanlagen?
Nachrichten Hannover Kurioser Vorschlag: Führen Radwege in Hannover bald über Sportanlagen?
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07:31 12.08.2019
Sportplätze stellen oft Barrieren für Radler dar. Jetzt schlägt die Stadt Hannover vor, Radwege über die Anlagen zu führen. Quelle: dpa
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Hannover

Komfortabler und schneller sollen Radler durch die Stadt kommen, doch dabei sind nicht selten Sportanlagen im Weg. Die Stadtverwaltung macht in ihrem sogenannten Freiraumentwicklungsplan daher einen ungewöhnlichen Vorschlag: Sie untersucht, ob Wege, die über Vereinsgelände führen, als öffentliche Radwege genutzt werden könnten.

Mit Vertretern der Sportvereine ist das Konzept offenbar nicht abgestimmt. Die Reaktion ist heftig: „Wir gehen auf die Barrikaden“, sagt Rita Girschikofsky, Präsidentin des Stadtsportbundes (SSB). In der Ratspolitik gehen die Meinungen auseinander. SPD und Grüne halten die Idee prinzipiell für sinnvoll, die FDP für unausgegoren.

Stadt sieht „Potenziale für Durchquerbarkeit“

Das städtische Freiraumkonzept, entstanden im Umweltdezernat, legt auf rund 140 Seiten dar, wie Grünflächen erhalten und erweitert werden können. Radwege sollen verbreitert und so geführt werden, dass schnelle Verbindungen im Stadtgebiet entstehen. „Potenziale für eine öffentliche Durchquerbarkeit gibt es dort, wo zum Beispiel große Sportanlagen Barrieren bilden“, heißt es in dem Konzept. Zusammen mit Vereinen könne nach Lösungen gesucht werden, die den Spielbetrieb nicht stören. Konkrete Projekte seien derzeit nicht geplant, sagt eine Stadtsprecherin auf Nachfrage.

Im ursprünglichen Freiraumkonzept gab es weitere Passagen, die von möglichen Wegen durch Sportanlagen handelten. Explizit wurden die Bezirkssportanlagen genannt, die eine Barriere darstellten. In einer neuen Fassung sind diese Absätze jedoch gestrichen.

Radeln neben Speerwurf-Training?

Beim Stadtsportbund verursacht der Vorstoß Kopfschütteln. „Die Gefahr ist groß, dass während des Trainings Unfälle geschehen“, meint Girschikofsky. Auch für Kinder sei ein viel befahrener Radweg, der über einen Sportplatz führt, gefährlich.

In der Ratspolitik fallen die Reaktionen unterschiedlich aus. Die FDP stimmt der Kritik des Stadtsportbunds zu. „Ein Vereinssportplatz ist ein geschützter Raum. Das ist insbesondere für Kinder wichtig“, sagt FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke. Sollte dieser Raum teilweise für die Öffentlichkeit geöffnet werden, entfalle der Schutz. „Insgesamt ist das eine völlig unausgegorene Spinnerei“, meint Engelke.

SPD sieht Chancen für Vereine

Die SPD dagegen hält den Vorstoß prinzipiell für sinnvoll. „Aber nicht jeder Verein kommt für eine Durchquerung in Betracht“, sagt SPD-Sportexperte Angelo Alter. Manche Sportvereine, etwa der Deutsche Hockey Club (DHC), dächten selbst darüber nach, eine Strecke für Jogger und Spaziergänger auf ihrem Gelände auszuweisen. „Eine solche Wegeführung könnte man mit einer Sportfläche für Nichtvereinsmitglieder verbinden, womöglich zusammen mit einer Freilufthalle“, sagt Alter. Daraus könnten sich für Sportvereine neue Chancen ergeben.

Ähnlich argumentieren die Grünen. Es sei eine alte Forderung seiner Partei, sagt Grünen-Sportexperte Mark Bindert, Vereinssportanlagen teilweise für die Öffentlichkeit zu öffnen. „Aber niemand muss Angst haben, dass quer über seinen Fußballplatz ein Radweg gebaut wird.“ Das Beispiel des FC Schwalbe in Döhren zeige, dass ein Weg, der zwischen den Plätzen einer Sportanlage hindurch führe, nicht zwangsläufig Probleme bereite. „Das funktioniert dort sehr gut“, meint Bindert.

FC Schwalbe: Der Radweg führt hier von Norden kommend bis zur Südost-Ecke quer durch die Anlage. Quelle: Screenshot/Google Maps

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Von Andreas Schinkel

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