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Hannover Staatsanwaltschaft Hannover klagt Mitglieder der Brothers ’till Death an
Nachrichten Hannover Staatsanwaltschaft Hannover klagt Mitglieder der Brothers ’till Death an
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18:31 24.10.2019
Nach monatelangen Ermittlungen hat die Staatsanwaltschaft Hannover nun Anklage gegen sieben Mitglieder der Drogenbande namens Brothers ’till Death erhoben. Quelle: Polizeidirektion Hannover
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Hannover

Die Staatsanwaltschaft Hannover hat Anklage gegen mehrere Mitglieder der Gruppierung Brothers ’till Death (Brüder bis zum Tod) erhoben. Bei der Großrazzia im März beschlagnahmte die Polizei unter anderem Cannabisplantagen und nahm Beschuldigte fest. Den nun sieben Angeklagten wird bandenmäßiges Handeltreiben mit Betäubungsmitteln vorgeworfen. Unter ihnen ist auch der mutmaßliche Kopf des Drogenrings. Die Street Gang erweckte nach außen hin den Anschein einer Rockerbande, war in Wirklichkeit aber wohl bloß eine Rauschgiftbande. Im Zuge der Ermittlungen gab es in Hannover zwei weitere Anklagen wegen Amphetaminhandels.

Den sieben Männern im Alter zwischen 23 und 37 Jahren wird vorgeworfen, gemeinsam eine Marihuanaplantage mit 1050 Pflanzen bei Meerbeck (Kreis Schaumburg) betrieben zu haben. Der 35-Jährige, in Syrien geborene Hauptangeklagte soll zudem losgelöst davon zwei weitere Gewächshäuser mit mehr als 750 Pflanzen in Rahden (Kreis Minden-Lübbecke/Nordrhein-Westfalen) besessen haben. Die Gemeinschaftsplantage hätte laut Ermittlern wahrscheinlich rund 26 Kilogramm Cannabis ergeben, die beiden anderen zusammen etwa 33 Kilo.

Mehrere 100.000 Euro pro Plantage

Der Drogenring investierte sechsstellige Beträge, um seine Marihuanaplantagen zu betreiben. Quelle: Polizeidirektion Hannover

Darüber hinaus beschlagnahmte die Polizei bei den Beschuldigten sieben Kilogramm abgeerntetes Marihuana plus 167.000 Euro und zwei BMW. Neben dem 35-Jährigen werden drei weitere Männer als Hauptangeklagte und Mitglieder der Brothers ’till Death geführt. Sie sollen die Plantage arbeitsteilig betrieben haben, die Vier sitzen in Untersuchungshaft. Die drei weiteren Angeklagten sollen bloß tatkräftig beim Betrieb der gemeinsamen Anlage geholfen haben – durch Materialeinkäufe, Wartung der Elektrik oder den Einbau von Ventilatoren. Laut Polizei hatte die Bande pro Plantage mehrere 100.000 Euro investiert.

Die Ermittlungen begannen im Oktober 2017 in Hannover: Der Polizei war eine Party der rockerähnlichen Vereinigung mit etwa 50 Teilnehmern an der Vahrenwalder Straße aufgefallen. Die Gäste trugen teils Kutten oder T-Shirts, auf denen die Faust der Brothers ’till Death zu sehen war. Bei der Kontrolle behaupteten die Mitglieder, lediglich zu einem Boxclub zu gehören. Gegen den Anführer lag allerdings ein Haftbefehl vor, die offene Geldstrafe von 1400 Euro zahlte der Mann noch vor Ort. Erst durch weitere Ermittlungen kamen die Polizisten der Drogenbande auf die Spur. Ein schon abgeschlossenes Verfahren vor dem Landgericht Lüneburg brachte bereits eine fast sechsjährige Haftstrafe für ein dort angeklagtes Mitglied.

Weitere Verdächtige nach Telefonüberwachung

Infolge der Telefonüberwachung stießen die Ermittler auch auf drei weitere Männer, die sich auf Amphetamine konzentriert hatten. Sie sollen aber keine Mitglieder der Brüder bis zum Tod sein. Ein 40- und 44-Jähriger aus der Region Hannover wurden bereits vom Landgericht wegen Drogenhandels zu dreieinhalb Jahren Haft beziehungsweise zweijähriger Bewährungsstrafe verurteilt. Der Jüngere soll sich um die Geschäfte gekümmert, der Ältere das Amphetamin gelagert und verpackt haben.

Auch der dritte Beschuldigte soll im Amphetamin-Geschäft tätig gewesen sein und hatte laut Staatsanwaltschaft Verbindungen zu den bereits Verurteilten. In der Wohnung des 31-Jährigen in Hannover wurden 300 Gramm der Droge sowie eine Machete und eine durchgeladene, halbautomatische Pistole entdeckt. Der Prozess wegen bewaffneten Drogenhandels und Verstoßes gegen das Waffengesetz soll am 11. November am Landgericht beginnen. Einen Termin für die Verhandlung gegen die sieben Brothers ’till Death gibt es dagegen noch nicht.

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Von Peer Hellerling

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