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Hannover Flächen sind stark versiegelt
Nachrichten Hannover Flächen sind stark versiegelt
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00:15 27.10.2018
Breite Verkehrswege und dichte Bebauung prägen zum Beispiel den Cityring. Quelle: Katrin Kutter
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Hannover

 50 deutsche Großstädte hat das Institut VdS Schadensverhütung auf den Versiegelungsgrad ihrer Fläche untersucht. Ergebnis: Nur in München und Oberhausen sind die Böden undurchlässiger als in Hannover. Der mittlere Versiegelungsgrad als maßgeblicher Indikator für die Tabelle liegt bei 42,57 Prozent. Zum Vergleich: Potsdam als Stadt mit dem geringsten Wert kommt auf 12,71 Prozent.

Für die Untersuchung hat das VdS, ein Tochterunternehmen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherer (GDV), Satellitenaufnahmen und Datensätze aus dem Erdbeobachtungsprogramm Copernicus der Europäischen Union verwendet. „So können die Flächen bis zu einer Größe von 20 mal 20 Metern einzeln betrachtet werden“, sagt GDV-Sprecher Henning Engelage.

Das Ergebnis verwundert zunächst, denn Hannover bezeichnet sich gern als grünste Stadt Deutschlands und hat mit der Eilenriede einen der größten Stadtwälder Europas. Diesen Anspruch bestreitet auch die Untersuchung des Instituts nicht. Für sie wurden die Flächen in acht Nutzungskategorien wie Bebauung, Verkehrswege und gewerbliche Nutzung, Grünland oder Wald eingeteilt. Betrachtet wurde dann nicht nur ihr jeweiliger Anteil an der Gesamtfläche, sondern auch der Versiegelungsgrad innerhalb einer Kategorie.

Da liegt der Hase im Pfeffer: Wenn Hannover versiegelt hat, dann ordentlich. „Auf bebauten Flächen liegt der Grad bei 73 Prozent, in Potsdam nur bei 43 Prozent“, erläutert Ermelage. In der Stadt mit den Villengürteln an den Havelseen sind also die Grundstücke wesentlich lockerer bebaut. Ähnliches gilt für die großen Verkehrswege, die im Vergleich zu anderen Städten in Hannover weniger Begleitwerk wie Grünstreifen oder –inseln aufweisen.

Versiegelung bringt mancherlei Probleme mit sich. VdS-Studienleiter Artur Kubik verweist auf die Regengüsse, die mit immer heftigerer Vehemenz auf das Land prasseln:„Je mehr Flächen bebaut sind, desto weniger Wasser kann versickern und fließt oberflächlich ab.“ Lokale Überflutungen mit teils hohen Sachschäden seien die Folge. An denen haben nicht nur die Betroffenen kein Interesse, sondern auch die Versicherungswirtschaft, die die wirtschaftlichen Folgen mit auszubaden hat. Kommunen sollten die Gefahr extremer Regengüsse in ihrer Planung mit berücksichtigen, fordert GDV-Geschäftsführer Burkhard Gause.

Hannover hat in den vergangenen Jahren rund 30 Millionen Euro für den Hochwasserschutz ausgegeben, etwa am Ihmezentrum und in Ricklingen. Die Stadtentwässerung weist darauf hin, dass für Neubaugebiete wie am südlichen Kronsberg drohende Starkregenereignisse in die Planungen einfließen und die entsprechenden Vorkehrungen in städtebaulichen Verträgen verbindlich festgeschrieben werden. Auch bei städtischen Projekten werde genauer hingeschaut, welche Versiegelungen tatsächlich erforderlich sind. Insbesondere auf Schulgrundstücken habe man im Lauf der Zeit viele Flächen entsiegelt und begrünt.

Für Entsiegelung gibt es Zuschüsse

Was einst betoniert oder zugepflastert wurde, lässt sich auch wieder aufbrechen. Damit das in Hannover häufiger passiert, bezuschussen Stadt, Sparkasse, Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) und Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) seit einem Jahr gemeinsam Entsiegelungen und anschließende Begrünungen durch private Grundstücksbesitzer etwa in Hinterhöfen oder auf Gewerbeflächen.

Voraussetzung ist, dass die Mindestgröße einer entsiegelten Fläche zehn Quadratmeter beträgt. Dann werden Zuschüsse bezahlt, die für Aufbruch- und Entsorgungsarbeiten und für die anschließende Begrünung der Flächen geltend gemacht werden können. Die maximale Zuwendungshöhe ist jetzt von 2500 Euro auf 10.000 Euro vervierfacht worden.

Die Umsetzung des Programms hat der BUND übernommen. Anträge können beim Projektbüro in der Grotestraße 19 in Linden gestellt werden. Informationen gibt es unter www.begruenteshannover.de im Internet oder unter der Telefonnummer (05 11) 70 03 82 47 abrufbar.

Von Bernd Haase

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