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Hannover So will Hannover den Radverkehr in der Stadt fördern
Nachrichten Hannover So will Hannover den Radverkehr in der Stadt fördern
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00:21 30.03.2019
Die Stadt wünscht sich mehr Fahrradbetrieb – auch an der Zählstelle in der Langen Laube. Quelle: Christian Behrens
Hannover

Ihre selbstgesteckten Ziele beim Radverkehr hat die Stadt noch nicht erreicht. 25 Prozent soll der Anteil am Gesamtverkehrsaufkommen im Jahr 2025 betragen, aktuell stagnieren die Werte bei 19 Prozent. Um der Marke näher zu rücken, hat die Stadt ein Aktionsprogramm für das laufende und das folgende Jahr aufgestellt. Außerdem gibt sie mehr Geld aus als zuletzt. Waren es bisher in der Regel jährlich zwischen 3 Millionen Euro und 4 Millionen Euro, sind es nun 5,1 Millionen Euro. „Wir liegen damit bei ungefähr zehn Euro pro Jahr und Einwohner. Das entspricht dem Wert der Fahrradmetropole Amsterdam“, sagte Stadtbaurat Uwe Bodemann am Mittwoch.

Stadtbaurat Uwe Bodemann, selbst eifriger Radler, Hannovers Fahrradbeauftragter Heiko Efkes und Verkehrsplaner Tim Gerstenberger wollen mehr Lust auf Fahrrad wecken. Quelle: Frank Wilde

Motto lautet „Lust auf Fahrrad

Das Aktionsprogramm gliedert sich in die drei Kapitel Fahren, Parken und Handeln. Letzteres beschreibt einen neuen Kurs in der Werbung und Öffentlichkeitsarbeit, für die künftig die im Sport- und Freizeitbereich vor Ort bestens bekannte Agentur eichels:Event verantwortlich zeichnet. Das seit 2014 bekannte Motto samt zugehörigem Logo bleibt aber erhalten: „Lust auf Fahrrad“.

„Herausforderung und ein Anliegen der Stadt sind es, eine gesellschaftlich akzeptierte und verantwortungsvolle Lösung im Zusammenspiel zwischen Mobilitätsbedürfnis, Nachhaltigkeit und einzelnen Flächennutzungen zu erarbeiten“, erklärte Bodemann. In den einzelnen Radverkehrsbereichen geht das so:

Besemer-Weg an der Ihme wird breiter

Kapitel Fahren: 500 einzelne Maßnahmen wie etwa Wegeführungen, Ausbesserungen und Beschilderungen an Radwegen hat die Stadt vor drei Jahren beschlossen. „300 davon sind umgesetzt. Es waren die einfacheren“, sagt Kai Kaminski, Verkehrskoordinator im Fachbereich Tiefbau. Die fehlenden folgen nach und nach. Zu den größeren Projekten zählt der Wolfgang-Besemer-Weg am Ihmeufer, den die Stadt möglichst noch in diesem Jahr verbreitern und asphaltieren will. Größere Baustellen an Radwegen sind an der Bornumer Straße, der Kugelfangtrift und dem Sahlkamp geplant. „Wo es möglich ist, werden wir die Wege verbreitern“, verspricht Kaminski. Chancen bietet das Grundsanierungsprogramm für Straßen. „Bei allen noch anstehenden Maßnahmen werden wir den Radverkehr stark berücksichtigen“, erklärt Bodemann.

Dankbar greift die Stadt den Vorschlag vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) für ein stadtteilverbindendes Veloroutennetz auf. Mehr als ein Umsetzungskonzept ist aber laut Kaminski in diesem Jahr nicht zu erwarten. Im Herbst startet der Bau des Radschnellweges nach Lehrte, der vorerst in Anderten enden wird. Die Lehrter haben noch nicht entschieden, ob sie ihn wollen.

In der Innenstadt gibt es weitere Abstellplätze

Kapitel Parken: Kapazitäten in der Innenstadt, aber auch in einigen Außenbezirken reichen vor allem im Sommer nicht aus. Das Fahrradparkhaus an der Rundestraße wird deshalb in diesem Jahr aufgestockt und damit um 250 Plätze erweitert. Die Stadt sucht einen weiteren Standort; infrage käme zum Beispiel der Bereich unter dem Parkhaus Rundestraße gegenüber dem Sparkassengebäude. Gedankenspiele drehen sich um die Parkhäuser in Mehl- und der Osterstraße sowie um die Bunkerflächen im Bahnhofsbereich. Wie zuletzt üblich sollen jährlich weiterhin 500 bis 1000 Abstellbügel installiert werden – verteilt auf Innenstadt, Außenbezirke und Veranstaltungsorte wie dem Stadion.

Stadt führt den Radpass Hannover ein

Kapitel Handeln: In Hannover soll sich eine „fahrradfreundliche Mobilitätskultur“ etablieren, wobei die Agentur von Stefanie Eichel helfen wird. Themenschwerpunkte in den kommenden beiden Jahren sind Fairness, Sicherheit und Individualität. „Wir wollen Interessengruppen, Vereine und den Zweiradeinzelhandel stärker einbinden“, sagt Tim Gerstenberger vom Fachbereich Verkehrsplanung. Fahrradbotschafter werden in Hannover unterwegs sein, parallel zum etablierten Laufpass führt die Stadt einen Radpass Hannover ein. Außerdem wird die Aktion „Lust auf Fahrrad“ auf Wochenmärkten und Veranstaltungen Präsenz zeigen. Los geht es bereits beim verkaufsoffenen Sonntag am 31. März.

Bodemann ist optimistisch, dass die Anstrengungen der Stadt gewürdigt werden. „Der ADFC hat uns zur Ergebnispräsentation für den bundesweiten Fahrradklimatest Mitte April eingeladen“, sagt der Dezernent. Dort hatte Hannover bei der letzten Auflage vor zwei Jahren mit Platz fünf schon einen Rang im Spitzenfeld belegt.

Von Bernd Haase

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