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Hannover Das waren die beliebtesten Bücher in der Stadtbibliothek
Nachrichten Hannover Das waren die beliebtesten Bücher in der Stadtbibliothek
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00:21 02.02.2019
Direktorin Carola Schelle-Wolff will auch Kinder aus bildungsfernen Schichten erreichen. Quelle: Christian Behrens
Hannover

Auf das Jahr 2018 hat Carola Schelle-Wolff, Leiterin der hannoverschen Stadtbibliothek, einen besonderen Blick. „Der Trend geht zu immer Blut“, sagte sie am Mittwoch in einer Rückschau auf das vergangene Jahr. Damit waren keine Vorkommnisse in der Bücherei selbst gemeint, sondern die Ausleihen von Romanen. Autoren, die sich mit Mord und Totschlag beschäftigen, lagen auf den ersten drei Plätzen in der Statistik. Ganz vorne: Sebastian Fitzeks „Flugangst 7A“, das 400 Mal ausgeliehen wurde. Anspruchsvolle Literatur hat es schwerer. Die Exemplare etwa von Daniel Kehlmanns „Tyll“ erreichten keine 250 Leser.

Doch das klassische Verleihgeschäft, bei der Leser mit einem echten Buch eine Bücherei verlassen, ist nur noch ein Teil des Angebots. Schelle-Wolff konstatiert eine „kontinuierlich steigende Nachfrage nach digitalen Medien, sie macht inzwischen über zehn Prozent der Entleihungen aus“. Dazu zählen eBooks, Hörbücher, Zeitungen, Musik und seit Dezember auch die Möglichkeit, Filme zu streamen. Und weil Ausleihen oft von zuhause aus oder unterwegs möglich sind, gehen Menschen seltener direkt in die zentrale Stadtbibliothek oder Filialen in den Stadtteilen. 1,4 Millionen Besuche zählten alle Büchereien im abgelaufenen Jahr, 42.000 weniger als noch 2017. Wer da ist, bleibt länger. Eine Zählung in der Zentrale in der Hildesheimer Straße ergab, dass zwei Drittel der Besucher länger als eine Stunde in der Stadtbibliothek lesen oder arbeiten, 23 Prozent halten sich über drei Stunden im Haus auf.

Die Hälfte aller 71.000 Bibliotheksnutzer sind Kinder und Jugendliche, sie leihen deshalb auch einen Großteil der Medien aus. Gleichzeitig spielt die Leseförderung eine große Rolle für die Mitarbeiter. In 3800 Veranstaltungen in Schulen und Kitas erreichte die Bibliothek nach eigenen Angaben mehr als 50.000 junge Menschen. „Das Ziel ist weiterhin, jedes Kind drei Mal während seiner Schullaufbahn zu erreichen“, sagt Schelle-Wolff. Es sei wichtig, dass auch Kinder aus bildungsfernen Schichten vom kostenlosen Lesestoff in Büchereien erführen.

Das sind die beliebtesten Bücher

Romane 1. Flugangst 7A, Sebastian Fitzek

2. Das Paket, Sebastian Fitzek

3. Selfies, Jussi Adler-Olsen

4.Die Geschichte des verlorenen Kindes, Elena Ferrante

5. Totenstille im Watt, Klaus-Peter Wolf

6. Meine geniale Freundin, Elena Ferrante

7.Origin, Dan Brown

8.Die Geschichte der getrennten Wege, Elena Ferrante

9.Kleine Stadt der großen Träume, Fredrik Backman

10. Der verbotene Liebesbrief, Lucinda Riley

Sachbücher

1. Raus aus der Demenz-Falle, Gerald Hüther

2. Die Kunst des guten Lebens, Rolf Dobelli

3. Das geheime Netzwerk der Natur, Peter Wohlleben

4. Heilen mit der Kraft der Natur, Andreas Michaelsen

5. Homo Deus, Yuval Noah Harari

6. Am Klondike, Comic mit Lucky Luke

7.Über den Anstand in schwierigen Zeiten, Axel Hacke

8.Gefühle sind keine Krankheit, Christian Peter Dogs

9. Ein Leben ist zu wenig, Gregor Gysi

10. Jamies 5 Zutaten-Küche, Jamie Oliver

Kinderbücher

1. Gregs Tagebuch-Und tschüss!, Jeff Kinney

2. Komm mit auf die Baustelle

3. Entdecke Musik aus aller Welt

4.Entdecke den Flughafen

5.Die Welt der Musik

6.Wir reisen durch Europa

7.Mein großes Wimmelbuch

8.Entdecke den Bauernhof

9.Komm mit in den Wald

10.Mein großer Weltatlas

Gefragt sind in der Bibliothek nun auch Tonies, Figuren, die im Paket mit einer Lautsprecherbox Geschichten erzählen. Sie zählen zu den 82.500 analogen wie digitalen Neuanschaffungen aus dem vergangenen Jahr. Insgesamt jedoch geht die Zahl der Entleihen und Downloads zurück. 4,33 Millionen waren es, 62.000 weniger als im Vorjahr. Die Bibliothekschefin führt diesen Rückgang darauf zurück, dass es immer leichter werde, Informationen im Internet zu bekommen. Weil in der Stadtbücherei historische Zeitungen stark nachgefragt seien, soll in diesem Jahr damit begonnen werden, sie zu digitalisieren. Im Spätsommer wird zudem ein neues Fahrzeug der Fahrbibliothek zu Haltestellen in der Stadt unterwegs sein, in Stadtteilen soll das neue Lastenfahrrad Medien zu den Menschen bringen.

Von Gunnar Menkens

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