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Hannover Vater des Waffensammlers aus Stöcken verhaftet – was wusste der 53-Jährige?
Nachrichten Hannover Vater des Waffensammlers aus Stöcken verhaftet – was wusste der 53-Jährige?
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14:38 22.08.2019
Der 53-jährige Vater soll von den Waffenkäufen seines Sohnes gewusst haben. Quelle: Pressefoto Polizei
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Hannover

Beamte der Polizeidirektion Hannover haben am Mittwoch in Stöcken einen 53-jährigen Mann festgenommen. Es handelt sich um den Vater des jungen Mannes, der seit Ende März in Untersuchungshaft sitzt. In der Wohnung der beiden Männer waren damals rund 50 Schusswaffen und Munition sichergestellt worden. Bislang waren die Ermittler davon ausgegangen, dass der 29-jährige Marcel M. die Waffen im Internet gekauft und in der Wohnung gelagert hatte.

Vater gilt als dringend tatverdächtig

„Die Ermittlungen haben inzwischen zu dem dringenden Tatverdacht geführt, dass der jetzt Verhaftete etwas von den Waffenkäufen gewusst hat“, sagt Bernd Kolkmeier, der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Celle. Die Behörden werfen dem 53-Jährigen Mittäterschaft beim Verstoß gegen das Waffengesetz vor. Nach HAZ-Informationen soll der Vater des Waffensammlers immer wieder Pakete für seinen Sohn abgeholt haben, in denen sich Waffen befunden haben sollen. „Ich habe bereits einen Haftprüfungsantrag für meinen Mandanten gestellt. Eine Entscheidung darüber steht noch aus“, sagt Rechtsanwalt Matthias Waldraff, der den 53-Jährigen vertritt.

Ermittlungen wegen Terror-Verdachts noch nicht vom Tisch

Die Ermittlungen gegen den 29-Jährigen waren zunächst von der Staatsanwaltschaft Hannover geführt worden. Erst nach einigen Wochen hatte die Generalstaatsanwaltschaft Celle die Untersuchungen in diesem Fall übernommen. Die Strafverfolger sahen einen Anfangsverdacht gegeben, dass Marcel M. mit den Waffen möglicherweise einen Anschlag verüben wollte. Es bestand Terrorverdacht. Ob dieser Verdacht auch erhärtet werden konnte, wollte Oberstaatsanwalt Kolkmeier am Donnerstag noch nicht sagen. „Wir werden in Kürze die Öffentlichkeit darüber informieren“, sagte er.

Sollten Vater und Sohn nur wegen des Verdachts eines Verstoßes gegen das Waffengesetz angeklagt werden, ist es durchaus möglich, dass der Fall wieder nach Hannover überstellt und vor dem Landgericht verhandelt wird. Auch in diesem Punkt ist eine Entscheidung noch nicht gefallen. Dennoch würde allein dieser Vorwurf durchaus schwer wiegen. Der Strafrahmen bei einer Verurteilung wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz liegt zwischen einem und fünf Jahren Haft.

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