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Hannover Streit in der Welfenfamilie: Verkauf der Marienburg liegt auf Eis
Nachrichten Hannover Streit in der Welfenfamilie: Verkauf der Marienburg liegt auf Eis
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00:20 13.12.2018
Ernst August Erbprinz von Hannover möchte die Marienburg gerne loswerden. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
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Hannover

Der Verkauf der sanierungsträchtigen Marienburg an eine Tochtergesellschaft der Klosterkammer kommt vorerst nicht zustande. Der Grund seien Zwistigkeiten innerhalb der Welfenfamilie, bestätigte am Montagabend Regierungssprecherin Anke Pörksen auf Anfrage. So hat nach Informationen der HAZ der Vater des Erbprinzen Ernst-August über einen Anwalt erklären lassen, dass der von seinem Sohn geplante Verkauf des Schlosses an die Klosterkammer unwirksam sei, weil er die gesamte Schenkung des Schlosses als unrechtmäßig betrachte. Ernst-August Senior, Ehemann von Caroline von Monaco, hatte seinem Sohn bereits 2004 die Marienburg und andere Immobilien geschenkt, fordert sie jetzt aber wegen „groben Undanks“ zurück. „Es ist jetzt nicht alles aufgekündigt, es muss aber geprüft werden, wie der Streit innerhalb der Welfenfamilie geklärt wird“, sagte Regierungssprecherin Pörksen.

Ein-Euro-Geschäft mit Folgen

Das vereinbarte Geschäft war erst vor zehn Tagen bekannt geworden und hatte in den Landtagsfraktionen große Überraschung, auch Unmut ausgelöst. Nach den bisherigen Verhandlungen sollte die Grundstücksgesellschaft der Klosterkammer die Marienburg von dem Erbprinzen für einen Euro erhalten, gleichzeitig aber die Sanierung des alten Gemäuers für geschätzte 27 Millionen Euro übernehmen – mindestens. Hierfür sollte auch ein Bundeszuschuss von 13,5 Millionen in Anspruch genommen werden. CDU-Fraktionschef Dirk Toepffer informierte seine Landtagskollegen am Montag über die neue Lage und berichtete, dass ein Anwalt von Ernst-August Senior vergangene Woche bei der Klosterkammer-Tochter aufgetaucht sei und Einspruch gegen den Vertrag erhoben habe. Wegen der schwierigen Situation in der Welfenfamilie werde sich die dem Wissenschaftsministerium unterstehende Klosterkammergesellschaft erst einmal heraushalten. „Damit ist der bisherige Deal gescheitert“, hieß es in der CDU.

Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler sagte der HAZ: „Die bekannt gewordenen Einwände aus seiner Familie müssen von dem aktuellen Eigentümer abschließend geklärt werden. Solange diese nicht zweifelsfrei geklärt sind, können die nächsten Schritte zur Umsetzung der gefundenen Lösung nicht eingeleitet werden.“ Auch Klosterkammerpräsident Hans-Christian Biallas sagte am Abend: „Wir haben dem Land angeboten zu helfen, wenn das Land für die Kosten aufkommt. Wir haben eine Dienstleistung angeboten, die das Land in Anspruch nehmen kann.“ Zugleich betonte Biallas, dass die Klosterkammer an der bisherigen Situation nicht beteiligt wäre. „Wir gehen kein finanzielles Risiko ein. Die Eigentumsverhältnisse müssen geklärt sein.“

Welche Lösung kommt jetzt?

Ob damit der gesamte 27-Millionen-Deal hinfällig sein wird, ist noch offen. Geprüft werde jetzt, ob sich das Land dennoch an der Sanierung beteiligen könne. Das Wissenschaftsministerium betonte am Montagabend, dass man eine umfassende Lösung zum Erhalt des national bedeutenden Kulturdenkmals Schloss Marienburg vorgelegt habe. „Es ist eine der Hauptsehenswürdigkeiten in der Region. Von der Sicherung des Gesamtkunstwerks und dem Weiterbetrieb von Museum und Gastronomie hängen 60 Arbeitsplätze direkt ab.“ Darüber hinaus sei das Schloss eine Visitenkarte für das Land Niedersachsen. Die Artikel 6 und 72 der Landesverfassung begründeten eine Pflicht des Landes, den Verlust von Schloss und Inventar möglichst zu verhindern. Dieser Pflicht komme das Land mit der vorletzte Woche vorgestellten Lösung nach.

Den Vorwurf des „groben Undanks“ hatte Ernst August sen. schon vor anderthalb Jahren erhoben – kurz vor der Hochzeit seines Sohnes mit Ekaterina Malysheva. Kern der Anwürfe damals: Er soll den Senior unter anderem 2012 aus dem Stiftungsrat jener Stiftung gedrängt haben, die den Welfenbesitz in Österreich verwaltet – ein Vorgehen, das eigentlich nur bei einer Geschäftsunfähigkeit des Vaters zulässig wäre. Ob die Abberufung des Vaters rechtens war, muss das Fürstliche Landgericht in Liechtenstein klären. „Ernst August senior war gesundheitlich angeschlagen und über Jahre meist abwesend“, sagte ein Kenner der Familie 2017 zur HAZ. „Der Stiftungsrat war gut beraten, seinen Platz neu zu besetzen.“

Von Michael B. Berger und Marco Seng

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