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Hannover 2019 nur zwei verkaufsoffene Sonntage in der City
Nachrichten Hannover 2019 nur zwei verkaufsoffene Sonntage in der City
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07:29 05.01.2019
Erst im März wird es wieder Sonntagsshopping in der City geben – hier ein Bild aus dem Vorjahr. An diesem Sonntag öffnen nur Möbel Staude und Betten Soltendieck in Hainholz. Quelle: Philipp von Ditfurth
Hannover

Auch in diesem Jahr kann Hannovers Innenstadthandel nur an zwei Sonntagen öffnen. Weil das Land trotz jahrelanger Diskussion sein neues Ladenöffnungsgesetz noch immer nicht beschlossen hat, sind zwei der vier erlaubten verkaufsoffenen Sonntage für Stadtteil-Kaufleute reserviert. An diesem Sonntag etwa öffnen Möbel Staude und Betten Soltendieck in Hainholz, Ende September Geschäfte in Bothfeld und Linden. Der Innenstadthandel dagegen konnte seinen Wunsch, außer im März und im November auch zum Regionsentdeckertag im September öffnen zu dürfen, erneut nicht durchsetzen. Für die Händler bedeutet das Umsatzverluste in Millionenhöhe.

„Das neue Ladenschlussgesetz war noch nicht einmal auf der Tagesordnung des Landtags“, ärgert sich Martin Prenzler von der City-Gemeinschaft. Schon die Vorgängerregierung hatte es modernisieren wollen, seit 2017 laboriert die aktuelle Regierung daran herum. Im Dezember hat das Kabinett dem Parlament den Textentwurf zugeleitet – viel zu spät für die Planung der verkaufsoffenen Sonntage 2019. Das alte Gesetz sieht vor, dass stadtweit nur vier Termine erlaubt sind. Weil die Stadtteilhändler nicht öffnen wollen, wenn die Innenstadt offen ist und alle Kunden dorthin strömen, gibt es jetzt immer zwei Stadtteiltermine und zwei City-Termine. Versuche, das Gesetz im Sinne des Handels weit auszulegen, scheiterten bisher an Klagen der Gewerkschaft Verdi.

„Für uns ist die besondere Öffnung in diesen Tagen ganz wichtig“, sagt Helmut Staude, dessen Möbelgeschäft in Hainholz an diesem Sonntag von 13 bis 18 Uhr gemeinsam mit Betten Soltendieck verkaufen darf. „Der Internethandel nimmt uns inzwischen 10 bis 12 Prozent des Umsatzes weg, deshalb müssen wir umso mehr für unsere Kunden da sein. Nach Weihnachten haben die Leute Freizeit, auf den Sonntag können wir nicht verzichten.“ City-Kaufleutesprecher Prenzler macht seinem Stadtteilkonkurrenten gar keinen Vorwurf daraus. „Wir Händler lassen uns nicht gegeneinander ausspielen“, sagt er. Dass aber das neue Gesetz immer noch nicht beschlossen sei, sei „sehr ärgerlich“. Es sieht zwar für jedes einzelne Geschäft auch nur vier Sonntagsöffnungen vor, die sich aber über stadtweit mehr Sonntage verteilen dürfen. Das für das Gesetz zuständige Sozialministerium teilt mit, dass der Textentwurf dem Parlament zugeleitet sei. Jetzt müssen die Landespolitiker entscheiden.

Der Regionsentdeckertag am 8. September wäre unser großer Wunschtermin gewesen“, sagt Prenzler: „Dann ist die Innenstadt sowieso voll mit Menschen, der handel hätte sich toll präsentieren können.“ Seine Hoffnung ist, dass der Landtag jetzt ganz beschleunigt berät – und in den nächsten Monaten das Gesetz ändert. „Wir brauchen etwas Vorlaufzeit für die Planung, aber im Moment könnten wir noch reagieren“, sagt Prenzler.

: Die vier verkaufsoffnenen Sonntage in Hannover sind: 6. Junuar (nur Möbel Staude und Betten Soltendieck in Hainholz); 31. März (Innenstadt, Frühlingsbeginn und Auftakt der Fahrradsaison); 22. September (Bothfeld und Linden); 10. November (Innenstadt, Martinsumzug).

Von Conrad von Meding

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