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Hannover Fußballverein SG Blaues Wunder fürchtet um seine Existenz
Nachrichten Hannover Fußballverein SG Blaues Wunder fürchtet um seine Existenz
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14:00 28.09.2019
Für einige Mannschaften der SG Blaues Wunder (blaue Trikots) könnte der Streit das Ende des Spielbetriebs bedeuten. Quelle: Debbie Jayne Kinsey
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Hannover

Es geht um drei Sportvereine, zwei Fußballplätze im Stadtteil Bult und eine gescheiterte Fusion. Und es geht um Fußballmannschaften, die nicht wissen, wo sie ab dem 1. Januar trainieren und ihre Spiele austragen können.

Zu Gast beim Post SV seit 1990

Ursache dafür ist ein Streit zwischen dem Post SV Hannover und der SG Blaues Wunder. Seit seiner Gründung im Jahr 1990 ist der Fußballverein SG Blaues Wunder auf der Anlage des Post SV zu Gast. Begonnen hatte der Fußballclub mit einer Mannschaft, inzwischen spielen dort 23 Mannschaften, darunter 17 aus dem Jugendbereich. Wenn es aber keine Lösung gibt, wird sich ein Teil der Mannschaften zum Jahresende auflösen müssen, sagt SG-Vorsitzender Dirk Bornemann. Und das, obwohl der Post SV eigentlich mit seinem Verein fusionieren wollte.

Denn nachdem Blaues Wunder und Post SV jahrelang zusammengearbeitet haben, will der Post SV ab dem 1. Januar die Spieler des anderen Vereins nur noch auf die beiden Fußballplätze und in die dazugehörigen Kabinen lassen, wenn Blaues Wunder Nutzungsgebühren zahlt. Für den B-Platz fordert der Post SV 600 Euro monatlich, für den A-Platz 40 Euro pro Stunde, nach Abschluss eines Vertrags 35 Euro.

„Wir wissen nicht, wie es weitergeht“

„Das können wir uns nicht leisten“, sagt Bornemann. Für seinen Verein mit 400 Mitgliedern würde das eine Belastung von mehr als 30.000 Euro pro Jahr bedeuten. „Wir wissen jetzt nicht, wie es weitergeht“, sagt der Vorsitzende. Und er kritisiert auch indirekt die Stadt Hannover, die die Anlage an den Post SV verpachtet hat. „Die Stadt sieht keine Möglichkeit, uns zu unterstützen“, berichtet er.

Bornemann sorgt sich nicht nur um seinen Verein, sondern auch um die jugendlichen Spieler, sollte es keine Lösung geben. „In der Südstadt sind alle Vereine im Jugendbereich übervoll, da gibt es keinen Platz“, sagt er.

SV Arminia macht ein wenig Hoffnung

Ein bisschen Hoffnung für die SG Blaues Wunder kommt vom direkt benachbarten SV Arminia. Dessen Vorsitzender Frank Willig berichtet von einer engen Zusammenarbeit mit den Fußballern der SG. Man rücke zusammen, erzählt er. „Blaues Wunder spielt schon auf unseren Plätzen, aber es ist sehr eng geworden“, berichtet Willig. Es fehle aber nicht nur an Rasenflächen für Training und die Spiele beider Vereine, sondern auch an Kabinenplätzen. Willig fühlt sich von der Stadt ebenfalls alleingelassen.

Die Stadt Hannover will den B-Platz des Post SV an Arminia übertragen, damit er ohne Streitereien auch der SG Blaues Wunder zur Verfügung steht. Aber das allein würde noch nicht reichen, erläutert Bornemann. „Wir brauchen auch den A-Platz“, sagt er. Der werde vom Post SV nicht häufig genutzt. „Wir müssen uns mit vier Jugendmannschaften beim Training den B-Platz teilen, dürfen aber nicht auf den A-Platz, obwohl dort niemand ist“, sagt er.

Post SV hat zwei Mannschaften, Blaues Wunder 23

Im Gegensatz zu Blaues Wunder hat der Post SV nur zwei Fußballmannschaften, Herren Ü40 und Ü50, berichtet der SV-Vorsitzende Sascha Wichert. Aber es gebe weitere Planungen für den A-Platz. Denn der Post SV werde mit dem Verein Hannoversche Musterturnschule fusionieren. Dann kämen zu den 800 Post-SV-Mitgliedern weitere 500 hinzu, und der Fußballplatz würde mit Turngruppen und Freizeitsportangeboten belegt.

Sein Verein habe eigentlich mit der SG Blaues Wunder fusionieren wollen, berichtet Wichert. „Aber im Laufe der Verhandlungen hatten wir das Gefühl, nur noch hingehalten zu werden.“ Sein Verein habe jedes Jahr für Blaues Wunder für die Pflege der Plätze, Strom, Wasser und andere Kosten 15.000 Euro zahlen müssen.

„Wollen nur unsere Kosten reinholen“

Die Nutzungsgebühren, die der Post SV in den Verhandlungen mit der SG Blaues Wunder für die Plätze nannte, seien gerechtfertigt. Die 600 Euro monatlich für den B-Platz ergeben sich aus 200 Euro für das Flutlicht, 200 Euro für die Bewässerung und 200 Euro für den defekten Ballfangzaun. Und 35 Euro pro Stunde sei „keine ausgedachte Zahl“, sagt Wichert. Das kassiere die Stadt auch. „Und wir wollen nur die Kosten wieder reinholen.“

Kommentar: Es braucht ein Machtwort

Leider gibt es derzeit keinen Oberbürgermeister, der mal ein Machtwort sprechen könnte. Aber dann könnte das ja mal die kommissarische Oberbürgermeisterin machen. Auch wenn das sonst nicht die Art von Sabine Tegtmeyer-Dette ist. Einen Grund gibt es auf jeden Fall. Denn was sich derzeit auf der Sportanlage am Bischofsholer Damm abspielt, ist einer Stadt, die sich auch immer gern als Sportstadt bezeichnet, unwürdig.

Da liegen zwei Vereine im Clinch um die Fußballplätze. Vermutlich geht es bei dem Streit um Geld. Aber auch darum, dass zwei Vereinsvorsitzende nicht gut miteinander auskommen. Das gibt es immer mal wieder.

Aber es gibt auch Merkwürdigkeiten. Merkwürdig ist erst einmal, dass der Verein mit zwei Fußballmannschaften das Sagen über zwei Plätze hat und der Verein mit 23 Fußballmannschaften mit leeren Händen dasteht. Merkwürdig ist auch, dass der Post SV Eigenbedarf reklamiert und einen großen Fußballplatz künftig für Gymnastik und Volleyball nutzen will. Warum müssen auf einem Fußball-A-Platz gymnastische Übungen gemacht werden? Gibt es dafür nicht andere Flächen? Und welcher Volleyballer spielt heute noch auf Rasen? Volleyballer wollen sich heutzutage in den Sand werfen.

Und merkwürdig ist auch, dass die Stadt nicht durchgreift, denn schließlich gehören ihr die Fußballplätze. Frau Tegtmeyer-Dette, wie wäre es, wenn die Stadt sich hier mal klar positionieren würde? Und mit einem Gespräch mit den Beteiligten? Denn es muss eine schnelle Lösung gefunden werden. Auch im Sinne der vielen Kinder- und Jugendfußballmannschaften.

Lesen Sie das auch:

2017: PSH und SG Blaues Wunder wollen fusionieren

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