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Hannover Hannovers Feuerwehrchef verklagt die Stadt
Nachrichten Hannover Hannovers Feuerwehrchef verklagt die Stadt
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08:53 02.09.2019
Hätte gerne weitergemacht, musste im April aber gehen: Claus Lange. Quelle: Nancy Heusel
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Hannover

Der frühere Feuerwehrchef Claus Lange hat die Landeshauptstadt verklagt. Das bestätigte ein Sprecher des Verwaltungsgerichts Hannover auf Anfrage dieser Zeitung. Lange will von der Stadt Urlaubstage und Überstunden in Geld vergütet haben, die er wegen seines vorzeitigen Abgangs nicht mehr nehmen konnte. Lange und sein Rechtsanwalt waren für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Lange war einst der dienstälteste Feuerwehrchef in Deutschland. Der Leitende Branddirektor hatte 21 Jahre lang an der Spitze der hannoverschen Berufsfeuerwehr gestanden – Ende April räumte er vorzeitig seinen Schreibtisch, obwohl er offiziell erst Ende September die Pensionsgrenze erreicht. Lange wäre gerne sogar noch länger geblieben: Er hatte geplant, seine Dienstzeit um ein Jahr zu verlängern, was grundsätzlich möglich gewesen wäre. Doch der Personalrat der Feuerwehr stellte sich offenbar quer.

Stadt erkennt Anspruch nicht an

Lange ging also schon im April, um bis September noch Überstunden und Resturlaub abzubauen – nach Angaben des Verwaltungsgerichts ist der Freizeitausgleich offenbar der Grund für die Klage. Die Zeit reicht aus Sicht Langes offenbar nicht, Überstunden und Urlaubstage vollständig abzubauen – die will er nun in Geld vergütet haben. Die Stadt erkennt den Anspruch nicht an. Um welche Summe es genau geht, konnte der Gerichtssprecher nicht sagen.

Am 10. Oktober verhandelt das Verwaltungsgericht – am selben Tag wird dort einen weiterer Rechtsstreit eines früheren Spitzenbeamten mit der Stadt ausgetragen: Der frühere Büroleiter von Ex-Oberbürgermeister Stefan Schostok wehrt sich gegen eine städtische Forderung von etwa 50.000 Euro – die Stadt will unzulässige Gehaltszulagen von Frank Herbert zurück, die er im Zuge der Rathausaffäre jahrelang bekommen hatte. Dagegen wehrt sich Herbert: Er macht geltend, dass er seinerseits einen Anspruch wegen rechtswidriger Zuvielarbeit gegen die Stadt hat.

Mit der Rathausaffäre hat Langes Klage nichts zu tun. Auch Lange hatte einen unzulässigen Gehaltszuschlag bekommen, war aber unverschuldet in die Rathausaffäre geraten – das Geld hat er schon zurückgezahlt.

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