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Hannover Das ist die Tarifeinigung für die Diakonie
Nachrichten Hannover Das ist die Tarifeinigung für die Diakonie
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00:17 21.04.2019
Anfang des Monats protestierten Mitarbeiter des Annastifts für mehr Geld. Quelle: Michael Wallmüller
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Hannover

Die Tarifverhandlungen für die rund 37.000 Diakonie-Beschäftigten in Niedersachsen sind zu einem erfolgreichen Abschluss gelangt. Die Gehälter der Beschäftigten sollten in drei Schritten angehoben werden, sagte die Verhandlungsführerin der Gewerkschaft Verdi, Annette Klausing. In Hannover sind allein beim Unternehmen Diakovere rund 4600 Mitarbeiter von den Tarifsteigerungen betroffen.

2,6 Prozent mehr ab dem 1. Mai

Die erste Steigerung um drei Prozent oder mindestens 70 Euro bereits am 1. Mai in Kraft. Eine weitere Gehaltssteigerung um 2,6 Prozent oder wieder mindestens 70 Euro ist für den ersten Januar 2020 vorgesehen. Abschließend sollen die Gehälter zum 1. Januar 2021 um 1,6 Prozent steigen, allerdings ohne Sockelbetrag.

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„Wir sind mit diesem Gesamtpaket sehr zufrieden“, sagt Klausing. Die Verhandlungen hätten sich bis in die frühen Morgenstunden des Donnerstag hingezogen. „Insgesamt stehen wir mit einem guten Ergebnis dar, auch wenn wir einige Kröten schlucken mussten.“ Die Laufzeit des neuen Tarifvertrages beträgt 30 Monate und orientiert sich damit an den Laufzeiten im öffentlichen Dienst.

Diakonie hat attraktive Tarife“

Für den Diakonischen Dienstgeberverband Niedersachsen (DDN), sei es ein teurer Abschluss, sagte der Vorsitzende des DDN, Rüdiger Becker. Die Unternehmen konnten vor allem durch die Laufzeit von 30 Monaten überzeugt werden, meinte er. Die Diakonie habe ein attraktives Tarifwerk, betonte Becker. Das sei im zunehmenden Wettbewerb um Mitarbeiter und Fachkräfte „für die diakonischen Unternehmen ein essentieller Vorteil“.

Im Verlauf der Verhandlungen waren die Positionen Verdi und Marburger Bund durch Protestaktionen von Mitarbeitern unterstützt worden.

Das sind die Ergebnisse der Tarifeinigung:

Einmalzahlung: Die Mitarbeiter erhalten als Ausgleich für die Monate von Januar bis April 2019 eine Einmalzahlung in Höhe von 250 Euro.

Erhöhung der Entgelte: Die Tabellenentgelte werden zum 1. Mai um 3 Prozent erhöht, mindestens jedoch um 70 Euro, zum 1. Januar 2020 um 2,6 Prozent, mindestens jedoch um 70 Euro und zum 1. Januar 2021 um 1,6 Prozent. Die Laufzeit wurde bis zum 30. Juni 2021 vereinbart.

Anpassung in der Altenhilfe: Zusätzlich zur allgemeinen Erhöhung steigen die Tarife für die Mitarbeiter in der Altenhilfe in folgenden Schritten: 1. September 2019: 0,5 Prozent, 1. September 2020: 0,75 Prozent, 1. September 2021: 0,75 Prozent und zum 1. September 2022 um ein Prozent.

Pflegezulage: Pflegekräfte im Krankenhaus erhalten ab dem 1. Mai 2019 und in der Altenhilfe ab dem 1. Januar 2020 eine Pflegezulage von 85 Eur0 (Tarifgruppen E1 bis E4), 100 Euro (E5 und E6) und 120 Euro (E7 bis E9).

Zuschläge: Für Dienste an Wochenenden und Feiertagen wurde eine deutliche Verbesserung der Zuschläge vereinbart.

Ärzte: Die Tarife für die Ärzte werden analog der Entwicklung des Tarifvertrags Ärzte in den kommunalen Krankenhäuser vorab um 0,7 Prozent angehoben. Anschließend werden die Tarife zu den gleichen Terminen und um den gleichen Prozentsatz erhöht, wie bei den anderen Mitarbeitern.

Ausbildungstarife: Fachschüler der Heilerziehungspflege können jetzt einen Ausbildungsvertrag mit der üblichen Ausbildungsvergütung erhalten.

Zulagen für Praxisanleiter in der Pflege: Praxisanleiter, die eine große Rolle in der generalistischen Pflegeausbildung spielen werden, erhalten ab dem 1. Januar 2020 eine Zulage von 100 Euro monatlich.

Lehrkräfte an Krankenpflegeschulen: Die Eingruppierung von Lehrkräften an Krankenpflegeschulen erfolgt ab dem 1. Juli 2019 mit einem Bachelor-Abschlusses in Entgeltgruppe E10 und mit einem Master-Abschluss in Entgeltgruppe E12.

Von Mathias Klein