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Hannover 55 Jahre Rock am Bass
Nachrichten Hannover 55 Jahre Rock am Bass
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06:00 29.01.2019
Ordentlich on Tour: Rocksängerin Suzi Quatro. Quelle: Katrin Kutter
Hannover

Die Stimme ist Rock pur. Tief, rau, kräftig und ordentlich verrucht. Und das, wenn Suzi Quatro über ihr Publikum spricht, das sie mit einem warmen Lächeln und glücklichen Herzen nach Hause schicken möchte. Die meisten Menschen über fünfzig erinnern sich gut: Suzi Quatro, das war die kleine, zierliche Frau, die in den siebziger Jahren im engen Lederoutfit und als erste Frontfrau einer Rockband mit „Can the Can“ ihren ersten Nummer-1-Hit hatte. Die jüngere Generation dürfte da etwas überfordert sein mit dem Erinnern. Als Suzi Quatro vor 45 Jahren ihre größten Erfolge feierte, gab es noch viele Fotos in Schwarzweiß, den Starschnitt in der Jugendzeitschrift „Bravo“, bei dem die Teenager sich ihr Idol ausgabenweise lebensgroß zusammenpuzzeln konnten. Und eine analoge Welt.

Am liebsten steht sie auf der Bühne

Quatro hat das längst hinter sich gelassen und dabei nie aufgehört, ihre Musik zu machen. Am 29. März veröffentlicht sie über Steamhammer/SPV ihr neues Album „No Control“, die mittlerweile 68-Jährige geht auf große Tour – Australien, England, Deutschland. Am 15. Mai spielt sie im Aegi in Hannover. Das Theater ist bestuhlt, Suzi Quatro muss nicht sitzen. „Ich liebe es auf der Bühne zu stehen. Mit meinem neuen Album bin ich angekommen, bin zuhause. Ich bin wahnsinnig stolz.“ Ihre Wurzeln hat Quatro in Detroit, wo sie aufgewachsen ist. 1971 siedelte sie um nach England, verheiratet ist sie in zweiter Ehe seit 1993 mit einem Deutschen. „Deshalb bin ich öfter in Hamburg, Deutsch spreche ich trotzdem wenig.“

Schon immer wurde bei Familie Quatro Musik gemacht. „Jeder bekam da ein Instrument in die Hand gedrückt, wenn ich gespielt habe, war immer alles ganz still. Ich glaube ich konnte mein Publikum früh begeistern.“ Suzi Quatro hat Percussion und Piano gelernt, als ihr Vater ihr den Bass in die Hand drückte, war es um sie geschehen. „Ich wusste sofort, das ist meins.“ Trotzdem blieb sie zunächst in der zweiten Reihe, als sie mit ihren drei älteren Schwestern die Band Pleasure Seekers gründete. Suzi bekam den Bass in die Hand gedrückt, „weil das niemand machen wollte.“ Das war 1964 und Suzi 14 Jahre alt.

Kein Star, sondern eine Entertainerin

Rock wurde ihre Musik und ihre Lebenseinstellung zugleich. Bis heute. In Sachen Alter sieht sie ohnehin keinen Diskussionsbedarf. „Rock’n’Roller sind nie alt. Die Stones sind noch zehn Jahre älter als ich, dagegen bin ich ein Baby.“ Auch für das „Gendern“ hat die Rockröhre wenig übrig. Dass sie als Frau eine männliche Rockband geführt hat, macht sie zwar stolz, aber ein Frauenvorbild will sie nicht sein. „Ich bin Musikerin, keine weibliche Musikerin.“ Trotz der wilden siebziger Jahre ist Suzi Quatro keine typische Rockmusikerin der Zeit gewesen. Keine Drogen, kein Alkohol, keine Zigaretten. „Was ich mache ist ein Job. Den nehme ich sehr ernst, da bin ich dann auch klar auf der Bühne.“ Die Menschen zahlten Geld, um sie zu sehen. „Ich will kein Star sein, ich will unterhalten.“

Ansonsten nimmt Suzi Quatro die Dinge, wie sie kommen. „Ich versuche realistisch und authentisch zu sein und die Hürden einfach zu nehmen, die irgendwo auftauchen.“ Sie hat ihr Leben in die Hand genommen und gestaltet wie sie es wollte. Immer. Irgendwie hat sie sich in den 55 Jahren, in denen sie Musik macht, kaum verändert. Das Lederoutfit für die Bühne passt immer noch, der Haarschnitt – vorne Pony, hinten lang – ist kaum angegraut, die blauen Augen strahlen und der Bass sieht immer noch überdimensioniert aus vor ihrem Körper. „Ich habe früh gewusst, was ich bin und was ich brauche“, sagt die Musikerin. Und in Bezug auf ihr Outfit sei es einfach Glück, dass alles noch – zu ihr – passe. „Mein Image ist zeitlos.“

Aufhören kommt nicht in Frage

Ihre Musik offenbar auch. Zu den Konzerten kommen längst nicht nur die, die sich an „48 Crash“ oder „Can the Can“ erinnern können. „Da sitzen Youngsters“, sagt Suzi Quatro. Für das neue Album hat sie mit ihrem Sohn aus erster Ehe mit ihrem Gitarristen Len Tuckey zusammengearbeitet. „Der Junge hat gefürchtet, ich sei altmodisch. Bin ich aber nicht.“ 20 Zwei-Stunden-Shows wird sie in diesem Jahr in Deutschland geben, vorher die Stadien-Tour durch England absolvieren, danach kommt die Festival-Tour in Australien. Ein straffes Programm für eine Frau, die schon seit Jahrzehnten Jahre Musik macht. Suzi Quatro strahlt. Man sollte diesen Job schon lieben. Aufhören kommt für die 68-Jährige definitiv nicht in Frage.

Rock’n’Roll aus vier Jahrzehnten

Suzi (eigentlich Susan Kay) Quatro kommt mit ihrer Band am 15. Mai 2019 ins Theater am Aegi. Das Programm „It’s only Rock ’n’ Roll Live“ beginnt um 20 Uhr, Karten sind ab 50  Euro zu haben. Die amerikanische Rocksängerin, unter anderem mit sechs „Bravo“-Ottos ausgezeichnet, stellt dabei ihr neues, über Steamhammer/SPV veröffentlichtes Album „No Control“ vor, spielt aber auch einen Querschnitt aus den vergangenen 45 Jahren ihre Solokarriere. Bis heute hat der Rockstar über 55 Millionen Platten verkauft.

Von Susanna Bauch

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