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Hannover So sieht es in Hannovers Wohnungen und Büros aus
Nachrichten Hannover So sieht es in Hannovers Wohnungen und Büros aus
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00:17 28.06.2017
Von Bärbel Hilbig
Charlotte von Klitzing lädt Dutzende Interessierte in ihr Wohnzimmer im Herrenhaus ein. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

Die blauen Plastiküberzieher sind Pflicht. „Wenn die nicht reichen, ziehen Sie bitte ihre Schuhe aus.“ Weit über hundert Leute stehen erwartungsvoll vor der schmalen Terrassentreppe und wollen das Herrenhaus vom Edelhof Ricklingen sehen. Architekt Dennis Nadolski strahlt. Auch Bauherrin Charlotte von Klitzing blickt keinesfalls erschreckt. „Ich finde es toll, dass die Runde so groß ist.“ Dabei werden gleich alle durch ihr Wohnzimmer stapfen, neugierig in die Küche spähen und per Handy Fotos von Familienerbstücken machen.

Doch so ist das beim Tag der Architektur. Allein in Hannover öffneten am Sonntag 22 öffentliche oder private Bauherren Wohnhäuser, Büros und Gewerberäume, die neu gebaut oder umgebaut wurden. Geschätzt nutzen in Hannover mehrere Tausend Besucher die Gelegenheit. Bei der Wohnungsgesellschaft Hanova drängeln sich schon beim ersten von drei Besichtigungsterminen um die 400 Interessierte, die sich das neue Wohnquartier am Klagesmarkt erläutern lassen wollen. Mit mehreren Gruppen ziehen die Architekten los, zeigen den neuen Kindergarten oder das Seniorenwohnen.

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Doch mit Abstand die größte Neugier weckt das Wohnprojekt in einem der Häuser. „Na, dann probieren wir mal aus, wie viele Menschen in unseren Gemeinschaftsraum passen“, sagt Bewohnerin Ingeborg Dahlmann einladend. 28 Mieter zwischen 16 und 81 Jahren teilen sich in dem Projekt 19 teils zusammengelegte Wohnungen. Der Einzug liegt erst rund fünf Monate zurück.

Mit Bedacht gebe es Orte zur „Zwangsbegegnung“ wie Waschküche, Terrasse und Fahrradkeller, erklärt Dahlmann. „Das ist uns wichtig, denn wir wollen wissen, wie es den anderen geht.“ Alle zwei Wochen treffen sich die Bewohner zur Besprechung. „Ist das nicht ermüdend, alles noch mal durchzuquatschen?“, staunt eine Besucherin. Doch die Ideen gehen den neuen Nachbarn nicht aus.

Altes Herrenhaus 
für junge Familie

Quelle: Schaarschmidt

Wie lässt sich in einem Fachwerkhaus aus dem 18. Jahrhundert eine Wohnung für eine junge Familie gestalten? Das Büro SAN Architekten Partnerschaft hat vermauerte Fenster geöffnet, abgehängte Decken entfernt und neben alte klassizistische Säulen noch neue gesetzt. „Die Bauherrin hat sich gewünscht, dass nicht ins Auge sticht, was alt und was neu ist“, erklärt Architekt Dennis Nadolski. „Es ist gelungen, den Charme des alten Hauses zu erhalten“, urteilt eine Besucherin.

Neues Quartier
 am Klagesmarkt

Quelle: Schaarschmidt

Acht Gebäude mit 100 Wohnungen, Kita, Geschäften und Bürohaus hat die städtische Wohnungsgesellschaft Hanova von mehreren Architekturbüros am Klagesmarkt bauen lassen. Innen lädt ein gemeinschaftlicher Hof zur zwanglosen Begegnung ein. „Die Mischung 
ist für das neue Quartier extrem wichtig“, sagt Eckhard Wunderling von KSW Architekten. Das Wohnprojekt in einem der 
Häuser trage dazu bei, dass eine neue Nachbarschaft entstehe.

Bildungszentrum
 für die Südstadt

Quelle: Schaarschmidt

Hell und freundlich wirken Gänge und Räume: In ihrem neu gebauten Bildungszentrum Kiss Birkenstraße hat die Stadt unter einem Dach Grundschule, Kita und Sporthalle untergebracht. Matthias Fiedler vom PBR Planungsbüro führt die Besucher in die Dreifeld-Sporthalle, in der drei Klassen gleichzeitig turnen können. Sportvereine können sie nutzen, der Schule dient sie als Aula, auch eine Bühne lässt sich platzieren. „Es ist wichtig, dass die Schule sich für den Stadtteil öffnet.“