Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Hannover Spannende Objekte ziehen viele Tausend Besucher an
Nachrichten Hannover Spannende Objekte ziehen viele Tausend Besucher an
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:21 03.07.2019
Von außen sind die neun Gebäude der Üstra-Siedlung mit Douglasien-Brettern verkleidet – sie werden in unterschiedicher Weise vergrauen. Quelle: Michael Zgoll
Anzeige
Hannover

 Das ist natürlich eine der drängendsten Fragen der Besucher, wenn sie durch Norddeutschlands größte Holzbausiedlung geführt werden: Was passiert, wenn es brennt? Architekt Ekkehard Vogt vom Büro Mosaik kann die Fragesteller beruhigen: Die Üstra-Siedlung in Vahrenwald, zwischen dem verbliebenen Teil des Üstra-Depots an der Vahrenwalder Straße und der Wedelstraße gelegen, ist brandschutztechnisch mindestens ebenso sicher wie Neubauten aus Stein. Es gibt Berechnungen, wie langsam die massiven Innenwände aus Brettsperrholzelementen im Ernstfall abbrennen, es gibt Brandschutzsperren, Treppenhäuser aus Beton und Fußbodenschüttungen aus Splitt. 91 Objekte in 46 Orten waren am Sonntag beim Tag der Architektur in Niedersachsen zu besichtigen, 21 davon in Hannover und fünf im Umland – und viele Tausend Besucher kamen.

139 Wohnungen baut die Versorgungseinrichtung der Üstra auf dem früheren Betriebsgelände, 36 Millionen Euro soll die Siedlung mit ihren neun Baukörpern kosten. Die sechs Türme sind fünfgeschossig, die lang gestreckten sogenannten Zeilen weisen vier Stockwerke auf. Zwei Maßgaben sind prägend für die Neubauten: Der Großteil der Wände, innen wie außen, sollte aus Holz bestehen und die Baustoffe sollten schadstofffrei und möglichst nachhaltig sein. „Gegenüber einer mineralischen Bauweise sparen wir 2150 Tonnen CO2“, erläutert Architekt Vogt.

Streichen ist überflüssig

Ein Teil der Innenwände wird mit Gipsfaserplatten verkleidet, die nach Belieben gestrichen oder übertapeziert werden können, andere Wände zeigen Fichte pur. Die Zimmerböden sind mit Eichenparkett ausgelegt, die Fassaden mit Douglasienbrettern verkleidet. „Wie oft muss man die streichen?“, lautet die bange Nachfrage einer Zuhörerin. „Ich hoffe, gar nicht“, entgegnet Vogt. „Die Douglasie wird aber über die Jahre in unterschiedlicher Weise vergrauen“, ergänzt der Architekt.

Die Wohnungen sind zwischen 38 und 107 Quadratmeter groß, es gibt Ein- bis Vierzimmerwohnungen. Der Mietpreis, sagt Geschäftsführer Bernd Burghardt von der Üstra-Versorgungseinrichtung, werde um die 10 Euro pro Quadratmeter betragen. 28 Wohnungen werden öffentlich gefördert und anderweitig vergeben, für die verbliebenen 111 Wohnungen haben sich laut Burghardt bislang an die 80 Interessenten registrieren lassen. „Wir bauen die Siedlung in erster Linie für unsere Mitarbeiter, aber ein Gutteil wird sicher dem freien Markt zur Verfügung stehen“, schätzt der Geschäftsführer. Die Holzbauweise ist zwar rund 10 Prozent teurer als konventionelle Bauformen, aber ein Quadratmeterpreis von 10 Euro ist für eine moderne Neubauwohnung kein übermäßig hoher Preis.

Spannungsreicher Marstall

Während die vielen Besucher der Üstra-Siedlung dankbar sind, durch mehrere Gebäude geführt zu werden, ist die Enttäuschung etlicher Architekturfreunde am Marstall groß. Sie hätten die beiden durchaus spektakulären Gebäude an den beiden Enden des vollkommen neu gestalteten Platzes gern von innen erkundet, doch das ist nicht möglich. Allerdings sind die Erläuterungen von drei Architekten so detailreich, dass keine Langeweile aufkommt. Und langweilig, das wurde auch an diesem Sonntag deutlich, ist die Situation am Schnittpunkt von Rotlichtviertel und gutbürgerlichem Kreuzkirchenquartier ja eh nicht.

So erntet Bernd Joosten vom Architekturbüro Loidl heftige Kritik, als er den Marstall als „gut beleuchtet“ bezeichnet. Es gebe noch viel zu viele dunkle Ecken, in denen Drogendealer ungestört ihre Geschäfte abwickeln könnten, klagt ein Zuhörer. Beruhigen kann Joosten die Besucher, denen der Kies in den riesigen Baumscheiben aus ökologischer Sicht Bauchschmerzen bereitet. „Darunter befindet sich keine Folie, dieser Kies soll nur als mineralischer Mulch dienen und wird bald komplett von Stauden überwachsen sein“, versichert der Landschaftsarchitekt. Und kommen irgendwann einmal Bänke auf den Marstall, die ungebetene Gäste anziehen könnten? „Es gibt Modelle mit ganz vielen Armlehnen, die ein Liegen unmöglich machen“, sagt Joosten, „aber hier ist noch nichts entschieden.“

Von Michael Zgoll

Landwirt war nicht Conrad Nußbaums Traumberuf, doch dann blieb er dabei. Jetzt ist er an einem Zuchtprogramm beteiligt. Das Ziel sind Schafe, die nicht blöken.

30.06.2019

Der Ausmarsch ist der traditionelle Höhepunkt des Schützenfests in Hannover: Auf einer rund 3,5 Kilometer langen Strecke zogen am Sonntag die Schützen vom Rathaus durch die Innenstadt zum Festplatz. Mehr als 12.000 Teilnehmer waren dabei, an der Strecke feierten hunderttausende mit. 

03.07.2019

In Laatzen legt die Hitze die Stadtbahn lahm: Weil im Ortsteil Grasdorf aufgeweichtes Bitumen in die Schienen gelaufen ist, setzt die Üstra auf einem Teilstück der Linie 2 bis auf Weiteres Busse als Ersatz ein.

03.07.2019