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Hannover Verbrennungen bedrohen kleine Kinder besonders stark
Nachrichten Hannover Verbrennungen bedrohen kleine Kinder besonders stark
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00:16 14.05.2019
Bei Kindern ist die Gefahr von Verbrennungen durch heißes oder kochendes Wasser besonders hoch. Quelle: Patrick Pleul, dpa
Hannover

Die Zahl der jungen Patienten mit schweren Brandverletzungen im Kinderkrankenhaus auf der Bult ist in den vergangenen Jahren angestiegen. Im Jahr 2010 wurden insgesamt 127 Kinder und Jugendliche mit schweren Verbrennungen behandelt, 2017 kümmerten sich die Ärzte um 230 junge Patienten mit schweren Verbrennungen. Lediglich im vergangenen Jahr gab es einen Rückgang der Fälle auf 189, für dieses Jahr zeichnet sich aber wieder ein Anstieg der Zahlen ab.

6000 Kinder mit schweren Brandverletzungen pro Jahr

Das geht aus einer Statistik hervor, die das Kinderkrankenhaus am Freitag zum Auftakt einer Tagung in Hannover des bundesweit agierenden Arbeitskreises für das schwerbrandverletzte Kind veröffentlicht hat. Bundesweit erleiden Jedes Jahr rund 6000 Kinder schwere Brandverletzungen. Nach der Statistik des Arbeitskreises sind Kinder zwischen einem und drei Jahren besonders gefährdet. Das hängt damit zusammen, dass sie „in diesem Alter anfangen zu krabbeln, ihre Umgebung zu entdecken oder einfach losrennen“, berichtet Ingo Königs vom Altonaer Kinderkrankenhaus in Hamburg.

Die häufigste Ursache für schwere Brandverletzungen bei Kindern sind Verbrühungen durch heiße Flüssigkeiten wie zum Beispiel Tee oder Kaffee. Jungen sind nach den Zahlen der Experten mit einem Anteil von 60 bis 270 Prozent bei Verbrennungen häufiger betroffen als Mädchen, ähnlich wie auch bei anderen Verletzungen.

So beugen Eltern Verbrennungen vor

Kleinkinder sind viel stärker durch Verbrennungen bedroht, als durch den Straßenverkehr, sagt die Vorsitzende von Paulinchen, der Initiative für brandverletzte Kinder, Adelheid Gottwald. „Eltern sollten sich immer fragen, wo je nach Entwicklung der Kinder die größten Gefahren lauern“, sagt sie. Wenn das kleine Kind zum Beispiel beginne, sich hochzuziehen, sollte man auf Tischdecken verzichten. Denn die Kinder zögen sich an der Tischdecke hoch, die heiße Tasse Kaffee oder Tee falle auf sie und führe zu schweren Verbrennungen. Zugenommen haben auch die Verletzungen durch das Berühren heißer Flächen, wie zum Beispiel an der Glasscheibe von Kaminöfen. Die Öfen sollten immer abgesperrt sein.

Gottwald warnt auch Gefahren durch Grills. Brandbeschleuniger sollten Eltern auf keinen Fall benutzen. Insgesamt sollte der Grill von den Kindern ferngehalten werden, auch wenn die ganzen Steaks fertig sind. Es komme immer wieder vor, dass die Kinder dann zum Grill liefen und in die noch glühende Kohle fassten, berichtet die Expertin. Gefährlich sei es auch Grillkohle an Stränden oder auf anderen öffentlichen Flächen nur abzudecken und nicht richtig zu löschen, meint Gottwald. Denn oft bleibe die Kohletage tagelang heiß und Kinder verletzten sich schwer, weil sie beim Spielen hineintreten.

Meist passieren Unfälle an Wochenenden, abends und morgens.

Wie der Kinderchirurg Königs berichtet, passieren die meisten Unfälle mit Brandverletzungen an den Wochenenden. „Dann ist die Familie zusammen und es ist mehr im Haus los“, erläutert er. Besonders häufig komme es in den Abendstunden zu Verletzungen. „Die Kinder sind dann müde, müssten eigentlich ins Bett und sind nicht mehr so aufmerksam“, berichtet Königs. Aber auch morgens nach dem Aufstehen sei die Verletzungsgefahr besonders hoch, weil der Stress in den Familien dann am größten sei.

Der Arbeitskreis empfiehlt die Behandlung von brandverletzten Kindern in spezialisierten Kliniken, zu denen auch das Kinderkrankenhaus auf der Bult gehört. Zusammen mit 23 anderen Kliniken in ganz Deutschland erhielt das Kinderkrankenhaus am Freitag das Gütesiegel „Sicherheit und Qualität für brandverletzte Kinder“. Bei der zweitägigen Tagung treffen sich 200 Experten. In unterschiedlichen Workshops geht es unter anderem um die besondere Hygiene auf der Verbrennungsstation und um Konzepte zur Bekämpfung von Juckreiz nach schweren Verbrennungen.

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Von Mathias Klein

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