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Hannover Bei der Gilde-Brauerei in Hannover droht Streik
Nachrichten Hannover Bei der Gilde-Brauerei in Hannover droht Streik
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13:52 25.09.2019
Die Gilde-Brauerei in der Südstadt ist Hannovers ältestes Unternehmen. Quelle: Nancy Heusel
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Hannover

Bei der Gilde Brauerei in Hannover steht womöglich ein Streik bevor. Am Donnerstagmittag sind die 136 Beschäftigten des Unternehmens zu einer Betriebsversammlung eingeladen. „Es rumort, eine Eskalation des Tarifkonflikts scheint vorprogrammiert“, sagt Lena Melcher, Sekretärin der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Die Zeichen stünden damit auf Arbeitskampf – laut Melcher mehr als nur Warnstreiks. Derweil will die Geschäftsführung den Betrieb umstrukturieren, weil er rote Zahlen schreibt.

Streit schwelt seit Jahren

Hintergrund ist ein seit drei Jahren schwelender Streit. Er entzündet sich daran, dass Altbeschäftigte bei Hannovers ältestem noch existierenden Unternehmen nach Übernahme durch die Gruppe TCB Beverages aus Frankfurt/Oder mehr verdienen als diejenigen, die nach 2016 ihren Arbeitsvertrag unterschrieben haben. Beide Gruppen stellen laut Melcher jeweils die Hälfte der Belegschaft.

„Die Gehaltsunterschiede liegen mittlerweile bei 15.000 Euro brutto im Jahr bei gleicher Tätigkeit“, hat die NGG errechnet. Sie strebt deshalb einen einheitlichen Haustarifvertrag an – möglichst basierend auf dem Flächentarifvertrag in Niedersachsen, dem allerdings mit der Wittinger und der Einbecker Brauerei nur noch zwei Unternehmen angehören.

Verhandlungen abgesagt

Eigentlich sollte in dieser Woche wieder verhandelt werden. Der Termin sei aber von der Geschäftsführung kurzfristig abgesagt worden. „Als Begründung wurde uns genannt, die Gilde solle in vier Gesellschaften aufgegliedert werden“, berichtet Melcher – je eine für Verwaltung, Logistik, Abfüllung Flasche und Abfüllung Dose.

Nach Angaben von Geschäftsführer Mike Gärtner geht es nicht um neue Gesellschaften, sondern um neue Einheiten, die nicht unmittelbar mit dem Brauprozess verbunden sind. „Es ist eine strukturelle Änderung, die nicht mit einem Arbeitsplatzabbau verbunden ist“, erklärt er. Notwendig sei sie, um spezialisiert und effizient arbeiten und Leistungen Dritten anbieten zu können. Die Gilde füllt nicht nur ihre eigenen Marken ab, sondern auch im Lohnbrauverfahren für andere Unternehmen.

Brauerei schreibt Verluste

„Wir müssen erst einmal die Basis schaffen, um Tarifverhandlungen führen zu können“, sagt Gärtner. Die Gilde habe bereits vor Übernahme durch die TCB-Gruppe nicht kostendeckend gearbeitet. Trotz eines vervielfachten Absatzes und überdurchschnittlichen Wachstumsraten bei der Marke Gilde schreibe man weiter Verluste und müsse in Form von Restrukturierung gegensteuern.

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