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Hannover So war das Hackover 2019 in der Nordstadt
Nachrichten Hannover So war das Hackover 2019 in der Nordstadt
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12:41 24.10.2019
Auf diesem Sofa tauschten sich die Computerfreunde aus. Quelle: Alina Stillahn
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Nordstadt

Computerfreunde sind Nerds mit Kapuzenpullovern, die bei schummriger Beleuchtung vor Datenautobahnen auf ihren Bildschirmen sitzen? Tatsächlich tragen beim Hackover 2019 im Stadtteilzentrum Nord einige Teilnehmer Kapuzenpullover, die Fenster sind teils abgedunkelt und manche benutzen anstatt ihrer Namen Synonyme. Doch es ist auch ziemlich laut, die Computerfreaks sitzen in Gruppen beisammen, lachen und tauschen sich aus. Sie zeigen: Beim Hackover geht es nicht nur darum, Schwachstellen in Programmen zu finden, sondern mit viel Kreativität und Austausch Neues zu lernen und Projekte zu entwickeln.

Begeisterung für Technik verbindet

Es gehe eben nicht nur um das eigentliche Hacken, sondern vielmehr um die Begeisterung für Technik, erklärt Benjamin vom Chaos Computer Club Hannover. Rund 200 Teilnehmer seien aus ganz Deutschland angereist, sogar aus der Schweiz sind ein paar gekommen. „Alle, die technikbegeistert sind und technisch kreativ arbeiten wollen, sind willkommen“, sagt er.

Hackover 2019 – dafür gibt es auch ein passendes T-Shirt, wie Benjamin zeigt. Quelle: Alina Stillahn

Physisch optimierte Tastatur

Kreativ gewesen ist auch Nami. „Wir haben eine Tastatur gebaut.“ Die ist ganz schön bunt und ziemlich klein. Nami erklärt den Hintergrund: Gebräuchlich sei immer noch die sogenannte Qwertz-Tastatur. Die gehe auf die Schreibmaschine zurück, bei der die Buchstaben weit auseinandergestanden hätten, um sich nicht zu verhaken. Ihre Tastatur hingegen sei physisch optimiert und passe perfekt zu den Händen. Und noch etwas ist ziemlich praktisch. „Ich nehme die Tastatur einfach und stöpsele sie an irgendeinen Computer an“, erklärt Nami.

Eine Alternative zu herkömmlichen Exemplaren: Nami hat eine Tastatur entwickelt, die physisch an die Hand angepasst ist. Quelle: Alina Stillahn

WLAN für die Gäste

Frei geht es hingegen an einem anderen Tisch zu. „Freifunk ist ein Bürgernetz. Das heißt, jeder kann mitmachen“, erklärt Jan-Niklas von den Freifunkern Hannover. Ihm sei wichtig, dass man sein Internet mit allen Mensch teilen könne und so mit diesen auch ein Nachbarschaftsgefüge aufbaue. Was man dafür braucht? Einen Router und 20 Minuten Zeit. Auf der Website der Freifunker finde sich eine Anleitung, damit könne man das Betriebssystem installieren und somit allen anderen WLAN bereitstellen, erklärt er. Ihm sei der Vernetzungsgedanke wichtig. Manche verglichen das auch mit einem digitalen Wasserglas: „Freifunk gibt mir einfach die Sicherheit, dass meine Gäste WLAN haben, ohne dass sie in mein Netzwerk müssen.“

Jan-Niklas setzt sich für freies WLAN ein und vertritt die Freifunker beim diesjährigen Hackover Quelle: Alina Stillahn

Das Wetter einfach mal selbst machen

Benjamin vom Chaos Computer Club Hannover hat eigentlich Meteorologie studiert und danach noch Informatik. Er hat seine Leidenschaft zum Hobby gemacht. „Ich mache jetzt Wetter selbst“, erklärt er. Er nutze dafür den amerikanischen Wetterdienst, der habe einen offenen Quellcode. „Ich habe extra eine eigene Infrastruktur gebaut“, erklärt Benjamin, während er auf seinem Smartphone durch Wetterdiagramme und -karten scrollt.

Einfach mal Wetter selbst machen: Benjamin zeigt auf seinem Wettermodell eine Kombination von Luftdruck, Wind und Temperatur am Boden. Quelle: Privat

Trauer um Tastaturhandys

Doch es gibt nicht nur Projekte zu bestaunen. Venty aus Zürich schwärmt gemeinsam mit Achim von einem Workshop am Sonnabend. Da hätten sie gelernt, wie man Programme für ein 42 Jahre altes Videosystem erstellt. „Ich trauere immer noch Handys mit Tastatur nach“, sagt Venty lachend. Das sei eben die sportliche Herausforderung, erklärt Achim. Die Frage sei: „Warum machst Du das?“ Und die Antwort laute: „Weil ich es kann.“

Mit Leuten in Berührung kommen

Muss man dafür nicht richtig gut programmieren können? „Ich dreh’ durch, wenn ich programmieren muss“, erklärt Valentin, der Maschinenbau studiert und aus Süddeutschland kommt. Bis vor ein paar Jahren habe er Programmieren gar nicht gekonnt. Jetzt müsse es eben manchmal sein. „Dann liest man sich halt ein,“ sagt er achselzuckend. Doch es habe Treffen gegeben, da habe er das Laptop einmal aufgeklappt und schnell wieder zu. Durch die Projekte sei man mit den Leuten schnell ins Gespräch gekommen. Im Mittelpunkt steht für ihn der Austausch. „Diese kleinen Veranstaltungen finde ich interessanter, weil man mit mehr Leuten in Berührung kommt.“

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